Shrimps

Ein Zeichen.
Kurz vorm Verlassen
des Zimmers.

Er ging zu den
Fenstern um
sie zu schließen.

In MessingstÀndern
Kerzen, gezĂŒndet
gelangweilt, dumm

sein Plagiat,
Fischsauce
mit Shrimps,

der Nachdruck
von Original und Kopie.
Die Zunge trennt
HĂŒhnerhaut
von Fleisch.

Beherrscht, der
Junge an Eduards
Seite so
hervor
ragend ver-
knĂŒpft mit
dem Bild

einer
eingelegten Olive,
dahinter nun
angenehm der Geruch
von Vetiver.

Genre: GemĂŒtstiefe, Rezensionen

Kommentare sammeln, bevor der Schnitter kommt.

Vor ein paar Tagen hatte Irma eine Dokumentation ĂŒber Achtzig-bis NeunzigjĂ€hrige gesehen, lauter Selbstversorger, die sich bester Gesundheit erfreuen, jedoch an Schlaflosigkeit litten. …Das Interview einer NeunzigjĂ€hrigen, die aussah als wĂ€re sie Mitte siebzig, hatte Irma dann doch interessiert. Sie könne den Menschengeruch immer weniger ertragen, hatte die zierliche Frau gesagt, und bleibe deswegen fast nur noch zu Hause. Das Problem sei nur, wohin mit der Zeit? In der Jugend habe man das Leben eingesammelt, Textmaterial angehĂ€uft, im Alter arbeite man nur noch am Kommentar. Nun sei dieser schon lĂ€nger als der Text…  ”Ich bin mit dem Schnitter verabredet gewesen, aber ich habe die Verabredung nicht eingehalten. Jetzt bin ich allein”…

Sabine Gruber. Über Nacht. 2009

Genre: Rezensionen

Da kann man ganz schön danebentreten, wie man an diesem als Gedicht gemeinten Text sehen kann

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Aber damals waren die Texte auch nicht besser als heute, nur dass sie heute, pardon, immer hirnloser werden.

Genre: Rezensionen

Und was “jede Renaissance” angeht, da erweist du dich als Vertreter des reaktionĂ€ren Spießertums.

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Aber nichts fĂŒr ungut, wenigstens die eingesetzte Zeit und MĂŒhe sollte vom Leser belohnt werden.

Genre: Rezensionen

“Dass es sich bei Ihrem Gedicht um Kitsch reinsten Wassers handelt, ist fĂŒr mich unbestritten.”

“Bitte lass mich runter, lass mich endlich, endlich runter!”

Die Amseln fallen auf den Balkon. Nicht in toter Form. Sie lassen sich fallen. Mit Flattern. Die Bewegungen setzen sich oberhalb des Vogelkörpers fort, angetrieben von Etwas, ĂŒber das ich immer seltener Lust habe, nachzudenken. Auch Gesten vererben sich.

Ich bin zunehmend wie Mutter. Wenn ich den Balkon abfege, ĂŒber die Erdkrumen schimpfe, die dort von den Amseln beim Flattern und Picken in den Pflanztöpfen hinterlassen werden, kriege ich noch mehr Wut. Mutter wĂ€re entsetzt, wenn sie meinen Balkon zu sehen bekĂ€me. “Da geh ich nicht rauf. So ein Dreck. Wenn du keine Zeit hast, die Blumen zu gießen und die WinterbĂŒsche zu pflegen, dann schaff dir erst gar keine an!” Ich habe mir diese Pflanzen nicht angeschafft, weil ich sie pflegen möchte, sondern damit sie mein GemĂŒt begrĂŒnen. Die Vorstellung, beim FrĂŒhstĂŒck auf einen schmucklosen Balkon mit grauem Eisengitter schauen zu mĂŒssen, macht den Tag zu einem Rollo, das runtergelassen werden will.

Genre: Rezensionen

Plong!

Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy!
______________________________________________________ Allan 1955

Sie unterhielten sich, sie kopulierten. Sein Gang war ihr eine Erinnerung an bessere Zeiten, ihre BrĂŒste ihm ein Sahnebaiser. Sie traten gemeinsam auf an der Place de la Concorde. Sie feilschten und sie schlugen sich. Sie ondulierten, postulierten, definierten und reĂŒssierten. Sie postulierten, dass es die Menschheit wirklich gebe. Sie wurden gemeinsam dreizehn.

Plong plong plong plong plong plong
Plong plong plong plong plong plong
Plong!

Sie setzten das mit zehn Begonnene fort
Das mit acht
Mit fĂŒnf das
Mit drei nie Begonnene

Genre: Erinnerungsbrösel, GemĂŒtstiefe, RealitĂ€tsschatten, Rezensionen, Trauersymmetrie

Fragment

I

Zuerst entdeckte ich meine Einsamkeit in einem Teich. Sie schwamm an der WasseroberflĂ€che und krĂ€uselte sich in einem LĂ€cheln. DĂŒnne Falten bewegten sich hin und her. Sie wirkte freundlich und erschreckte mich nicht. Doch als ich einen kleinen Stein auf sie warf, wurden die Wasserfalten tiefer, schwankten heftig, und ein neuer Ernst drang in mein Leben.
Manchmal nannte ich Vater RabenkrĂ€he, so unnahbar streifte er den Rand meiner Welt. Er kam selten zum Teich, und wenn ich auf ihn zulief, flog er davon. Mutter war der Adler. Jeden Tag zog sie ĂŒber mir Kreise, doch auch sie konnte ich nie greifen. Ich hatte nur eine Feder von ihr, die auf meinem Pult stand.
Ich sah oft schöne Menschen an unserem Garten vorbeilaufen, Menschen mit einem Ziel. Ich hatte keines. Deshalb sprang ich vom Bordstein zur Hecke und wieder zurĂŒck, nie geradeaus. Mutter ging nicht gern mit mir spazieren. Sie nannte mich flatterhaft. „Kannst du nicht ordentlich laufen?“, sagte sie immer. „Du bist doch schon fĂŒnf.“ Dabei tat ich es nur wie die Schnecken, denen ich im Garten eine Rennbahn gebaut hatte.

II

Das Krankenbett meiner Liebe ist grau. Ich habe es so angeordnet, damit der Verfall weniger sichtbar wird. Sie liegt dort zwischen verbrauchten Laken und Decken, das Gesicht von Falten durchzogen. „Wir können nichts mehr fĂŒr sie tun“, hatte mir der Arzt im Vorbeigehen gesagt.
Seitdem sitze ich an ihrer Bettkante und schaue ihr dabei zu, wie sie immer weniger wird.

III

Heute Nacht hatte ich einen Traum. Mir wurde auferlegt, Pferde in den Stall zurĂŒckzufĂŒhren. Jedes Pferd hatte seinen festen Platz. Die Tiere bockten, und ich zerrte an ihren ZĂŒgeln und rief Namen. Immer wenn etwas in mir starb,  kam ein neues Pferd hinzu, das ich in seine Box bringen und festbinden sollte. Es wieherte, reckte den Hals in die Luft, bĂ€umte sich auf und lief in wildem Zickzack hin und her. Sein RĂŒckenfell strĂ€ubte sich, und die Augen waren von roten RĂ€ndern unterlaufen.

Überall dort, wo meine Liebe nicht ist, stĂŒrzt ein Pferd auf mich zu. Ich mag keine Pferde. Auch keine KrĂ€hen und Adler. Nur der Katze vertraute ich, die manchmal durch eine offene Stelle in der Hecke herbeischlich. An guten Tagen vertraute ich auch der Einsamkeit, die mich aus dem Wasserspiegel anblickte. Gute Tage waren selten.

Genre: RealitÀtsschatten

Sag doch mal was Schönes

Steuersparschlussverkauf!

Genre: Rezensionen, Trauersymmetrie

Eine Amsel

schaut mich im Herbst-
laub unverwandt an.
Wer wÀhlt da auf eigene
Kralle den schweren

Stand, zeigt allem Ein-
und Ausgeflogenen die
kalte Schulter? Bald wer-
den die Nebel nach dir

greifen, KrÀhen deine
raue Gesellschaft sein,
ja Menschenherzen ent-
scheiden ob du hier,

in den weißen StĂŒrmen,
bleibst. Nach Singen
wird dir kaum noch
zumute, deine Rufe

wie Eisnadeln so dĂŒrr,
die wenigen Lieder wie
dein Gefieder so schwarz
verhallen. Aber wenn

sich dir denn die Schnee-
glöckchen zeigen, wird
dein Gesang in allen
Wurzeln zu spĂŒren sein.

Genre: RealitÀtsschatten

Blödsinn

hoch drei

soll gleich

zwei sein

Genre: GemĂŒtstiefe

Plötzlich

ist es wieder
4. Januar, Zeit
fĂŒr ein Gedicht -

am Bosporus
werden Bomben
gezĂŒndet – warum?

In Bagdad sprengt
sich ein Mann
selbst in die Luft…

FĂŒr den Weg
nach Bagdad brauchte
man einmal zwei Wochen,

mit dem Flugzeug
geht es schneller.
Raketen bringen Satelliten

ins All, wessen
All? Das All
einiger,

Manche haben die
Möglichkeit. Denken
aber

können alle, welch
Widerspruch … die
WĂŒnsche

eine Maschine,
und wir
sind Papst

Nikolaus
Weihnachtsmann – -
Oster

hase, Hasen
fuß oder
Fußfessel

Genre: RealitÀtsschatten

_________________Auster_____________________

itÀt::::::::::::::::::::gekocht:::::::::::::::::::::ungesalzen
Osten:::::::::::::::::::Austen::::::::::::::::::::::Jane
litz::::::::::::::::::::Auer::::::::::::::::::::::::Hahn
Westen::::::::::::::::::Besten::::::::::::::::::::::::::X
n:::::::::::::::::::::::ohne::::::::::::::::::::::::alles
im::::::::::::::::::::::Sala::::::::::::::::::::::::::t

Genre: Erinnerungsbrösel, Rezensionen

T-Ext-libre

treingidni dnu telosbo

D
er T
ext
tÀus
cht Ti
efe
vor, w
o
er im Sei
cht
en pl
Ă€tsch
ert.

Genre: Erinnerungsbrösel

KKD

hi

er dum-

me Kom

me nta re ein-

ste

llen ist keine Kun

st, so

n

dern Dum

mheit.

Genre: Erinnerungsbrösel

I

wish you to breathe
as the harp of
John Mayall
in happy April,
happy-hap-hap,
happy April
happy April,
happy April -
in spring
eightyseven

Genre: Trauersymmetrie