dans op de deel
humus und die haselnüsse
ausgekauter alterszucker
zahnbelag und darmwandzysten
scheißenbraun
wie’s aussieht
erdung
knochengretel eisenhans
in der schmiede
einen
darf ich bitten
vorschlaghammer
pink-pink-pink-
humus und die haselnüsse
ausgekauter alterszucker
zahnbelag und darmwandzysten
scheißenbraun
wie’s aussieht
erdung
knochengretel eisenhans
in der schmiede
einen
darf ich bitten
vorschlaghammer
pink-pink-pink-
zur untätigkeit gezwungen ist ein zustand, der nur wenige tage gefällt. der vergleich mit einem gefängnisinsassen drängt sich auf. sitzen, warten, aufstehen. selbst die entnahme des teebeutels aus der mit heißen wasser gefüllten kanne wird zu einer zeremonie. ihr da draußen, hütet euch vor der verwaltung! sie liebt die maskerade: hat tentakeln, ansaugend –aufsaugend, als sirene mit betörend schönem gesang, ist billige prostituierte und goldesel. verfangen in ihren netzen werden diese zunächst geschätzt. ein wiegenlied dazu, ein warmes büro. hier läßt sich gut semmel essen, getunkt in milchcafe. doch die verwaltung gleicht einer gigantischen darmflora, zuviel genuß birgt das risiko einer unangenehmen verschlingung und verstopfung. zum entfernen dieser wird druck von oben angewandt. antibiotika ist auch ein heilmittel. es bringt jedoch die flora durcheinander, bakterien sieht man nicht an, ob sie von nutzen oder unnütz sind. auch das kleinste bakterium, sich festkrallend in den zysten der darmwand, wird hinausgespült. ratten eignen sich gut als wirt.
(exhibitionistische unmusik)
genau gedankenverrichtung
notdurft des kopfentleerens
blogwartung der blitzbefindlichkeiten
sehnsucht nach bedeutung allen
privatimen kopfgekrümels
resonanzgier & monstrantes
genitivgenital (sic, erwischt) aber
tonlagen nicht unterscheiden
worte nicht halten
(können)
vor sich hin denken
vor sich hin tippen
mhm
wohlan verzeichnis alltäglicher atemzüge (lebenswichtig)
wohlan poetisches kochbuch mit verzehranzeige (anspruch)
wohlan endlose schriftschneehalde (hinter uns)
gedankenverrichtung genau
(Ein Frühjahr, 2)
Im Winter gibt es sie. Im Sommer blühen sie auf. In Mythen kommen sie vor. Überall kann man sie sammeln. Den alten Römern waren sie Symbole der Fruchtbarkeit. Manchem sind sie zu klein oder zu hart. Vielen tut es weh, wenn sie ihnen auf den Kopf poltern. Es gibt Leute, die vertragen sie nicht. Und Heino (wie Hannelore!) haben da auch noch ihren Senf dazu gegeben. Das pure Braune haben bessre Laune. Führt direkt und geradewegs in die reine Konstipation. Und wenn man es eilig hat, prangt diese Farbkombination auch noch zwischen Schienbein und Zehenspitze. Da lob ich mir den Enzian. Hoffentlich komm ich morgen noch rechtzeitig in Schuhe rein. Dann knack ich sie.
Brock besann sich auf sein Jahreshoroskop: Das Jahr der Bewusstseinserweiterung. Bisher schien sich nur sein Soll-Stand auf dem Konto zu erweitern. Lang war sie her die Zeit, als er jung von der Uni kommend Karriere machte. Ungeplant. Du fällst immer die Leiter hoch, sagte sein Vater. Er arbeitete wie besessen, fühlte sich Yuppie, dachte Yuppie, kleidete sich Yuppie und war nach kurzer Zeit dank Sybille Angehöriger der Dinkis – double income, no kids. Brocks heimliche Leidenschaft für Schlagertexte ließ ihn boshaft kommentieren: So schön, schön war die Zeit… Doch Sybille war die Frau mit der inneren Uhr, die bereits laut tickte, als Brock sie kennen lernte. Ein Jahr später Hochzeit, lune de miel in Frankreich. Ihre mädchenhaften Züge verlor sie auch nach den zwei, rasch aufeinanderfolgenden Geburten nicht. Auch nicht ihre Seelenverwandtschaft mit Fischers Fru. Das Haus war großzügig gebaut, das Auto fasste die kleine Geburtstagsgesellschaft seiner Töchter, die - alle ihre Freundinnen machen das, nun laß ihnen doch den Spaß - natürlich tanzten und Klavier spielten. Sybille sorgte für das entsprechende Outfit einer bürgerlichen, gut situierten Familie. Abends gab es mon cheri auf der Couch mit dem begehrten red dot. Mein Bausparvertrag, kicherte Sybille, wenn Besucher darauf Platz nahmen. Auch die Küche war ihr Bausparvertrag und nach und nach weitere Anschaffungen wie der Briefkasten für 500 Euro, die Außenlampe für 260 Euro. Ein Haus muss repräsentieren, Schatz! Und ich habe keine Lust, mein Leben wie ein Wurm zu verbringen. Ich habe studiert, gearbeitet und dir zwei Kinder geschenkt. Unter Einsatz meines Lebens, wie du weißt! Sybille deutete auf ihre schmalen Hüften, die nun wirklich für alles andere aber nicht zum Kinderkriegen geschaffen wurden. Brock konnte dieser Argumentationskette nicht viel entgegnen. Er verspürte auch keine Lust, mit Sybille in Streit zu geraten. Das entsprach nicht seinem Wesen. Dass ausgerechnet er Jurist werden musste, lag an seiner Art, die Dinge bis auf den Sankt Nimmerleinstag aufzuschieben. Seine Zeit bei der Bundeswehr neigte sich dem Ende, mit dem Abitur in der Tasche wusste Brock trotz der 18 Monate Denkpause nicht, wie sein Lebensplan aussehen sollte. Lebensplan! Allein das Wort bereitete ihm Unbehagen. Freund bat ihn, gemeinsam Jura zu studieren. Brock willigte ein. Der Zufall wollte es, dass er sein Studium mit Auszeichnung abschloss, sein Freund aber nach der zweiten vergeigten Prüfung im Teppichgeschäft des Vaters Verkäufer wurde. Brock gehörte zu den letzten seines Studienganges, die unmittelbar nach dem Referendariat Anstellung in einer Behörde fanden. Sein Leben wurde geregelt, die Weichen gestellt, der Fahrplan geschrieben. Sybille war sozusagen ein bereits markierter Haltepunkt.
1. Hachtwähr
“Ich weiß nicht, von wo die Sonne scheint, aber am PC blinkt es alle Male. Das digitale Vernetzungssystem von Colaborating Constructions unterliegt wieder einer strukturierten Beherrschung, unförmiges Zahlengebläh hat sich, dank ÜTB, in die richtigen Volumen einjustiert.” Seine Freundin war sich nicht sicher, und gerade dieses Sich-nicht-sicher-Sein machte sie für Bernau illuster. Geist, so überlegte er, entsteht nicht aus numerischen Abfolgen und ihrem reibungslosen Verlauf. Sondern beginnt dort, wo eine Nummer zuviel das System torpediert. “Weißt du eigentlich, warum ich schon so lange mit dir zusammen bin?”, unterbrach sie mit einem Mal Bernaus Wortschwall am Abendbrotstisch. Ihr Geist war es, worauf es Bernau in dieser Beziehung ankam. Wahrscheinlich wurde an ihrem System gerade ein Stecker umgesteckt, die Echolalie gewollt. Von ihr hatte Bernau gelernt, dass der Einstieg ins Berufsleben nicht erst seit dem späten 20. Jahrhundert für manchen ein Problem darstellt. Sie hatten die Story um den Jungingenieur Hans Castorp zu sich genommen, zuerst auf DVD, dann in gedruckter Form. “Ich glaube, es ist, weil du ab und zu auch einmal über deinen Zahlencode hinaus wucherst und ein bisschen ins Philosophieren kommst. Wenn ich tagsüber die Pflanzen gieße und mir ihre neuen Keime anschaue, die Tau und Sonnenschein unermüdlich durch das angekippte Fenster in sich aufnehmen, denke ich automatisch auch an dich. Wahrscheinlich ist das so ein Automatisierungsprozess, wie ihr ihn in der Firma habt. ” “Ja”, ergänzte Bernau, auskauend, “deine Stärke ist die eigene Hardware.” Die Freundin steckte sich eine Scheibe Salami in den Mund. “Wir könnten das Protopaar des 21. Jahrhunderts werden. Warum nicht aussprechen, was jeder ahnt und weiß? Das ist das Geheimnis der Rätselproduktion. Wo ein Geheimnis gelüftet ist, kann ein neues sich auftun. Konservieren, und nach einer Weile das Eingelegte öffnen, um Wurstbrote zu schmieren.”
(stummfilmgedicht mit stubenklavier)
frau und sohn beklagten zu recht
zu wenig geld zu wenig zeit
und abends die lieblosigkeit
auf dem sofa
sie beklagten zu recht die mürrischen
falten abwesende blicke den rüden
ton in der stimme seit jahren
sie haben zu unrecht so lange gewartet
und sollen endlich ihr recht bekommen
auf geld urlaub liebe und einen sanfteren ton
in der stimme
so räumt gumpy in demut das feld
er fordert die wirklichkeit auf
das ihre zu tun zur erfüllung
berechtigter ansprüche
(schickt ihnen endlich den zwölfender)
hiermit geben wir allseits bekannt
gumpy dürckheim geht in die remise
blickt nach bäumen und wolken
und schweigt
nur bittet er
ihm täglich etwas
zucker zu geben
auf seine langerhanschen inseln
rapunzel, fryxell, kleist,
halb ent-eisend, früh verwaist
waste weiber wanzen possen ragen
klüger, hansens mantelkragen.
(hausmannsantwort)
natürlich nicht es
sei denn der laser
ist extrem empfänglich
für künstlerische inhaltstoffe
dann wäre die wunde ein kompliment
beiderseits (evtl. lyrikmedaillon?)
merke man sieht nur mit den augen gut
das herz ist im wesentlichen zum blut
pumpen da
haltet eure gedichtgedanken sachlich
haltet eure buchstabengefühle geziert
haltet eure ausdrucksahnung extrem hinterm
verständnishorizontzügel
der hyazinthen
(die freilich keine gedichte läsen)