Zwischenreich

Lichter kreuzen ĂŒberm GerĂŒmpel,
das sind LebensĂ€ußerungen der Sehnen, Muskeln

wenn die Schuhe klacken, dem Rauschen der Stille lauschen
wollen
wir aber sind im Zwischenreich, darin MĂŒll wĂŒst

ich steige ĂŒber Armgebinde, BeinverwĂŒstungen
& suche der Lebern Aussprache

immer Bögen,
nie die gebotene HĂ€rte

Genre: RealitÀtsschatten, Trauersymmetrie

Eduard,

der nicht
hinaus
zu gleiten
schien aus
seinem Gerede,
mit Ironie gespickt,
wie eine Ananas,
mit alkoholisiertem Obst.

Genre: Erinnerungsbrösel, Trauersymmetrie

Werbeeinlage, Doppelseite 80f.

Rest. “Zwischen dir und deinem Körper nichts weiter als grauer Matsch. Kultur. Man beginnt seine Ödeme zu duzen.”

Verstummte & Vermummte
Komm’ mit nach Indien, da
ist es warm. Immer ‘was los.
Ich sag’ das jetzt nicht,
weil ich dich etwa ĂŒberzeugen wollte.
Das will ich nicht.
Indien ist auch nur ein Dorf.
Auch Indien wird uns nicht glĂŒck-
lich machen. Aber wenigstens ist da
der Drang. Und wo der Drang ist, ist
auch: der Drang zurĂŒck. Der Sturm

INSKRIPTIONEN Nö3_mondgefleckt, elektrisch

Genre: Erinnerungsbrösel, GemĂŒtstiefe, RealitĂ€tsschatten, Rezensionen, Trauersymmetrie, Wortmysterien

#Me2 (Flucht und Wiederkehr XIX)

I have been failing all of you,
no ambiguity of what about and who.
Boo! Me too.
‘Cause I was stoked I poked,
to quickly stick the dick,
to calm the palm too tall,
I fapped and grabbed you all -
eh, uh, me too!
Yes, everlasting shame:
it’s finally fair game
and in the deepest depths of hell
remorse is swelling oh! so well -
choo-choo!
A devil laughs within us men,
his dick is big, his morals thin,
shall he now burn and mourn
and never ever sin or grin
again – he too.

Genre: Erinnerungsbrösel, GemĂŒtstiefe, RealitĂ€tsschatten, Rezensionen, Trauersymmetrie, Wortmysterien

Das Smartphone ist dein Jugendwerkhof

(Allen dumpfen und weltfremden TrÀumern, die Fragen um ihrer selbst willen stellen, zum Trotz: Bei Mc Geiz liegen mögliche Antworten. Gesche Blume am 4. November 2017 um 18:34 Uhr)

Ich sah F. im Wald. Er hatte seinen Dederonbeutel dabei. Ich dachte, er sucht nach Pilzen. War voll, der Beutel. Hatte schon viele gefunden. Maronen, Steinpilze, Goldröhrlinge, die wachsen hier. Eine schöne Pilzpfanne. Kann man auch einfrieren. Das spart Geld. Ich grĂŒĂŸte ihn und lunzte heimlich in seinen Beutel. Mussten ja große Pilze sein, so wie der sich wölbte. Waren es aber nicht. Nur Bierflaschen. Leer oder voll, das konnte ich nicht erkennen. Egal. Aber was wollte der F. mit den ganzen Flaschen mitten im Wald? Proviant? Sein Goldstoff? War jedenfalls vernĂŒftiger, was er tat, viel klĂŒger, als bei McGeiz nach Antworten zu suchen. F. hatte wenigstens seine Fragen schon gefunden. Aber ich hatte bloß die Antworten vom Pfennigfuchser, und als ich in meinem Talleyrand blĂ€tterte, fiel ein Aphorismus heraus. Durch nichts in der Welt ist so viel Unsinn verhindert worden wie durch fehlendes Geld. So kann das Material wenigstens nicht in die Empfindung ĂŒbergehen. Weil es ist ja nicht da. Es gibt nur die Empfindung. Jedenfalls, das Knacken der Zweige, die F. auf seinem Weg durch das Unterholz bricht, das hat keinen Rahmen. Mit unendlicher Geschwindigkeit rast das alles an mir vorbei. An uns.

Genre: Trauersymmetrie

Das Schwesterbruderzebra sagte zum SchwachtelwuchtelbĂŒffel: “Plong!” Der Quantenfeldacker bebte, und alles wurde wurde rot. Der SchwachtelwuchtelbĂŒffel war weg, ein Schwuchwachlöffel lag neben einer Kaffeetasse. In einer PfĂŒtze Sahne tanzten die Neu ronen. Dann wird es diffizil. Subtil. Gentil. Propellerventil mit Gentilhomme an der Leine. Madame. HĂ€tte es doch lieber “Pling!” gemacht.

Genre: Erinnerungsbrösel

Syntax reloaded: Die besten Kommentare zu “Dieser Kamin”

  1. “Ihr Frauen, ordnet euch euren MĂ€nnern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau.” (Eph 5,23). Und auch andere erbauliche Schriften las er ihr vor: “Die Frau muss das Haupt verhĂŒllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.” (Ambrosius; Kirchenlehrer) und auch: “Die Frau ist ein misslungener Mann. Der wesentliche Wert der Frau liegt in der GebĂ€rfĂ€higkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. MĂ€dchen entstehen durch schadhaften Samen.” (Thomas von Aquin, Heiliger). Eine scheinbar glĂŒckliche, bĂŒrgerliche Familie.

    Und am Sonntag schalteten sie um 10 Uhr das ARD ein, auf dass Ihnen das Wort der Kirche ins Haus getragen werde, und kein schlechtes Gewissen hatten die christlichen alten MĂ€nner aus der Wirtschaft, die das Parlament beherrschten, auch die ungetauften Barbaren und die Muslime im Land, also eigentlich alle und jede und jeden, zum Zehnt heranzuziehen, und jede und jeder und auch wirklich jede und jeder musste dafĂŒr bezahlen, dass jeden Sonntag um 10 Uhr das ARD und das ZDF und das MDR und das Deutschlandfunk das Wort der Kirche bis in den letzten Winkel des Landes trugen.

    Und die Kamera zoomte ganz nah an die Kerze auf dem Altar heran, bis die Flamme den ganzen Flachbildschirm ausfĂŒllte, und das flackterte gar herrlich wie ein Feuer im Kamin. Und die Bischöfe rieben sich darob die HĂ€nde, dass es so einfach war, mit ihrer Propaganda das Land zur verkleben.

    Comment by Anachronismus — 15. Oktober 2017 @ 21:02

  2. Was ich schon immer mal wissen wollte, so in der dunklen Materie, die es ja gibt, weil sonst das Universum nicht funktioniert, wie sieht da ein Gedicht aus, falls man da ĂŒberhaupt von sehen sprechen kann?

    Comment by das Dunkel — 15. Oktober 2017 @ 21:36

    1. Der Text ist wirklich schwach, weil er sklavisch an einer Strophenform festhĂ€lt, die schon seit hundertfĂŒnfzig Jahren nicht mehr funktioniert.

      Kitsch?!

      Nichts fĂŒr ungut, der MaterialĂ€stheti ker freut sich denn

      o c h

      o o c

      o o o

      chch,

      Comment by Dritter Oktober — 16. Oktober 2017 @ 07:41

Genre: Erinnerungsbrösel, Rezensionen

Weiß Weiß Weiß

strahlt die Dynamo Welle
aus feuchten Augen
Ismen – trichter
Filter keucher
Latio
n. . .

Maschinen stehen auf
Ihre Gesichter brennen die Sonne

Genre: RealitÀtsschatten

KohleanzĂŒnder

Er holt
das Feuerzeug
benzin
und den Kohle
anzĂŒnder
aus
dem
Schrank
neben der
SpĂŒl
maschine

Genre: Wortmysterien

unendlich zeit verlieren

den zylinder mit
der hand
in bewegung setzen

zuschauen wie
er die sterne
einsaugt, ausstĂ¶ĂŸt

zuhören als
sei das ohr
kommandozentrale

die tage mit den
nÀchten biegen
zur oberflÀche

kaubewegungen
beim sprechen,
nichts als kaubewegungen

mit jan wagner
in verhandlung treten:
alles hat seinen preis

mit dir, ohne dich
leben & sterben -
immer wieder

die luft einer
kalten kĂŒche
mit liebe beheizen

den ekel vor metaphern
zwischen den zÀhnen
des gehirns

Genre: Wortmysterien

Schwermut

In den WĂ€ldern
fÀllt die Zeit
vom GeÀst.
Ich fange sie
mit meiner Kleidung
und trage schwer
an deiner Stimme,
die noch immer
in den Tagen ruht.

Am Abend wasche ich
den Stoff mit deinem Schweigen
im großen Fluss.

Genre: Erinnerungsbrösel, Trauersymmetrie

Fasten in der Vorweihnachtszeit

Mc Geiz war die Avantgarde der Saison. Zwischen BĂŒgelstĂ€rke, KochwĂ€sche, Scheibengardinchen, Plastikrosen, Chefhasser-Kaffeetassen, Persipan mit extra viel SĂŒĂŸstoff, Barbiepuppen und Frauenarzt Dr. MĂŒhsal entdeckte ich eine Paperbackausgabe mit der Photographie echter, malvefarbener Tulpen auf einem grĂŒnem Umschlag. Der darin enthaltene Text, so verhieß die Titelaufschrift, war das Meisterwerk der literarischen DĂ©cadence, Joris Karl Huysmans Roman Gegen den Strich, gut und gerne zu erlesen bei germanistisch bedingter, durch nachhaltige InferioritĂ€tskomplexe chronisch am Gedeihen gehaltener Antriebslosigkeit in abrissreifer Jugendstilvilla im ĂŒber 30 Quadratmeter großen Salon ohne Zentralheizung – aber mit Wanne und fließend Wasser… Allen dumpfen und weltfremden TrĂ€umern, die Fragen um ihrer selbst willen stellen, zum Trotz: Bei Mc Geiz liegen mögliche Antworten.

Genre: GemĂŒtstiefe, Rezensionen

Der Schlaf

Sie entschlafen sich, jeder fĂŒr sich. Des einen sei nicht der Schlaf des anderen. Kein Strahl der Gewohnheit.
Ihr inneres Sprechen, nie nach außen gedrungen; ein Sprechen in die Eingeweide, das muss sie begleiten, jeden fĂŒr sich, auch im Schlaf.
Gleich nach dem Eintreten erschlafft er bis zur Unkenntlichkeit; vor der Hochzeit hatte sie dergleichen bei ihm nie gesehen; sinkt, noch in seiner verstaubten Arbeitskleidung, nieder, nach einer Zigarette dann, zu seiner einzigen Rettung, dem Schlaf.
Auch Sie ist nie ausgeschlafen, nutzt jede Gelegenheit zum Hinlegen.
Sie erzĂ€hlen sich nicht gegenseitig ihre TrĂ€ume; die wenigen Male, da sie an seinen rĂŒttelte, ihn aufwecken wollend, sah sie ein Unheil lauern, unterbrĂ€che sie jemals diese im falschen Augenblick. Sein Schlaf, auch ihre Rettung.

Genre: RealitÀtsschatten

walisische nÀchte (zweiter gesang)

zwischen den hÀusern spazierten
menschen neben zebras und antilopen
auf der suche nach einer wasserstelle
dĂŒrsteten alle nach wissen
am grunde des meeres
bewegten sich trÀume im trilobitengang
vorwÀrts

zeichneten starenschwÀrme und bienen
flugbilder an den himmel
im kommen und gehen
unterschieden sie sich
nicht

von irgendwoher drang gesang
in die gassen und hinterhöfe
eines faulen sonntagnachmittags
roch es nach gewĂŒrzen nach fisch
gedĂŒnsteten krĂ€utern
gebratenem gemĂŒse und fleisch
ich folgte den blicken der mÀdchen
aus augen wie karseen
die jemand liegen gelassen hatte
zwischen den hÀusern einer stummen vorstadt
und den fernen dörfern eines felsengebirges am horizont
schwappten verse ĂŒber die dĂ€cher
in einer fremden sprache
im rauch der kamine
stiegen die wörter hinauf in die wolken
eines plötzlich unbekannten himmels
streifte deine hand eine wegwarte
die aufblĂŒhte zwischen den heimwehen
nach dem letzten frĂŒhlingsmond

wir ĂŒbten uns in asche
schlenderten polizisten im einsatz
durch lyrische stÀdte
streiften bargÀnger auf der suche
nach einem whiskey
on the rocks unten am fluss
bei den mÀdchen
im mondschein
wiegte das wasser die planken
gegen die kaimauer drĂŒckte ich dich
meine hand ruhte aus
auf deiner brust
der atem der möwen
spiegelte sich im licht
dein heller hals
legte sich in die gesÀnge der nacht
und blieb [in den quecksilbertrÀumen]

Genre: Erinnerungsbrösel, Rezensionen

Fotografie

(passend zu einem deutschen Wort)

Eine ErzÀhlung

* * *

und papa
war mein Überich
und sein papa
war seines
und Stalingrad
sein Untergrund
und auschwitz
war das golgatha

Genre: RealitÀtsschatten