Archiv der Kategorie ‘Realitätsschatten‘

Streicherlatein

Montag, den 16. Januar 2017

Am Frosch sitzt die Musik, sage ich dir, hier hockt die Wirk- lichkeit, der ganze Saustall (schon Mozart hatte so seine helle Freude). Da säuseln keine hoch- gespielten Theoreme: dicke Luft, Mutter- sprache, Naturgewalt. Bärenbändiger, Feuer- schlucker, einer wie Oistrach musst du sein, voll gegen die Wand. Alles andere bleibt Finger- food, Haute Cuisine ohne […]

Das Testament der Gräfin Ulrike – Kapitel 8

Freitag, den 13. Januar 2017

Das Testament der Gräfin Ulrike, Kapitel 8 Die Gräfin war nicht zufrieden mit ihrer neuen Nichte. Die machte sich nicht nützlich, lag den ganzen Tag in ihrem Zimmer herum, rauchte die kostbaren alten Tapeten voll, und abends zog sie über Marietta und Joshua her oder langweilte mit Gesprächen über irgendwelche Fernsehstars.Nach ihrem Vater, dem Grafen […]

Selbsthilfe zuerst

Freitag, den 13. Januar 2017

Ein alter Mann. Wie’s aussieht, gutsituiert, keiner von ganz unten. Liegt auf der Straße. Mitten auf dem Weg. Peinlich das. Besser nicht hinsehen. Was denkt der Alte sich eigentlich? Hier herumzuliegen? Ein kurzer Gedanke: Gestürzt vielleicht. Man müsste ihm aufhelfen. Ach was, saublöde Idee! Wozu sind Zuständige da? Und du tust, was alle hier tun: […]

Straight Rechts

Donnerstag, den 12. Januar 2017

In B. wolltest du eigentlich feiern also musstest du nach H. bereits vor dem Tag eiern. Die Hinfahrt wurde bereits etwas schwierig Die Straßen waren leider sehr schmierig Bei Sturm und bei Kälte kamst du hier an die Vielfalt der Großstadt zog dich in ihren Bann. Den Weg zu finden fiel dir sehr schwer du […]

Self-help First

Donnerstag, den 12. Januar 2017

Der alte Mann liegt mitten auf dem Weg. Wie’s aussieht, gut rasiert und situiert. Was ist dem armen Kerl denn bloß passiert? Und hat der denn dafür ein Privileg? Wie peinlich, geht es dir durchs Hinterhirn. Das tut man einfach nicht. Was denkt der sich? O Gott, das ist ja fast schon unmenschlich! Liegt hier […]

Replik zum Nutzen der Kunst

Donnerstag, den 12. Januar 2017

Hallo Rapunzel, was stellen Sie uns denn hier ein? Das Geschwafel, eines bürgerlichen Bildungsprotzes, das noch nicht mal zu einem Prozent wirklich etwas zum Nutzen oder Nichtnutzen der Kunst auf wissenschaftliche Weise sagt. Die Stoßrichtung, obwohl etwas versteckt, ist klar: gegen die DDR. Eine Anhäufung von Gefühlchen, Vermutungen und Diskreditierungen. Die Wissenschaft von der Kunst […]

Die Intrigantin (2 Stanzen)

Mittwoch, den 11. Januar 2017

Die Intrigantin (2 Stanzen) Wem ist solch Frauentyp noch nicht begegnet, der immer nur das Böse will und intrigriert, und wenn man dem ein Widerwort entgegnet, wird es sogleich ins Gegenteil frisiert – ein übles Weib, dem’s in die Suppe regnet, das liebend gern die andern kommandiert? Das kollert nichts als nur gestanztes Blech, und […]

Leben spüren

Mittwoch, den 11. Januar 2017

Leben immer nur Traum, hin zu den Meeren, den Bergen im Schnee, zum stillen See in verschwiegener Landschaft, in die Ebenen weit. Hier das Häusergrau, die Hektik des Straßenverkehrs, das Pseudodasein im Großraumbüro, die ehernen Marktgesetze, seltsam fremd fühlst du dich. Du trittst neben dich, begreifst das Irrationale des Heute, dein ungelebtes Leben, bohrend der […]

8´ libre

Dienstag, den 10. Januar 2017

Du hast mich mit Jil Sander – da ich hatte Clandestine Liebe liber – bestraft wie meine deine wettergöttin wasser wild – Dein Jackett war schwarz aus schwärzer noch als die Tremoloperlen Lust auf Schalen Lack auf der Scheibe – in Genuss vor dir – tier. an – aus. Du hast mich nicht oft im […]

Rapunzels Pläsier

Dienstag, den 10. Januar 2017

Sie reden viel zu viel, meist über nichts. Da staut sich irgendwas, das muss jetzt raus! Das reißt den Schnabel auf, hofft auf Applaus von wegen seines innern Gleichgewichts. Sie sind aufs viele Reden schwer erpicht, begeistern sich wie wild an dem Erguss und wissen selber doch, es ist bloß Stuss. Egal, Sie sind gemacht […]

Ein, zwei selbstgeschöpfte Sätze von mir

Dienstag, den 10. Januar 2017

1. Einige bitte melden. 2. Andere auch.

Dienstag, den 10. Januar 2017

Nun wäre es ja mal nach etlichen Rezepten, Binsenweisheiten und Zitaten angebracht, wenn Sie mal in Ihrer Inspiration graben und ein, zwei selbstgeschöpfte Sätze von sich geben würden, Verehrteste. Oder fühlen Sie sich dazu nicht in der Lage, hat es Ihnen die Sprache verschlagen? Wäre schön, hier würden einige aufatmen können.

Dienstag, den 10. Januar 2017

Du hast die Kommentare feige deaktiviert. Aber ich möchte dir trotzdem mitteilen, verehrte Rapunzel, dass du völlig recht hast: Was du hier einstellst, das ist profan. Und ich füge hinzu: Ausgerechnet Sie haben es nötig, Verehrteste, hier über Profanität zu schwatzen. Sie haben doch alles getan, dass dieser Blog profan wurde! Sie sollten sich schämen […]

Da war doch was

Dienstag, den 10. Januar 2017

Wie nichts fällt uns die Zeit so durch die Hände. Man blättert den Kalender um und staunt: Schon wieder ist ein ganzes Jahr zu Ende! Man denkt ans Geld und ist gleich mies gelaunt. Es wird sortiert, die mürben Fetzen fliegen, man macht im Lebenshause Inventur. Den großen Rest, den lässt man besser liegen – […]

Reisen bildet eben doch

Dienstag, den 10. Januar 2017

Vorausgesetzt, er hat ein bisschen Geld, das leider, leider nicht vom Himmel fällt, dann kommt der Deutsche ziemlich weit herum: Er reist. Und dafür legt er sich fast krumm. Gesamtdeutsch reist er durch die ganze Welt. Die Mauer weg, die man ihm hingestellt. Ihm blieb bloß Ungarn, was für eine Schmach! Wobei es ihm recht […]