Archiv der Kategorie ‘Realitätsschatten‘

Wohin träumen

Freitag, den 14. April 2017

Wieder drücken sich die Tage eng an meine Haut, tritt ein Teil aus mir heraus und geht in sie über, und ich weiß nicht, wie ich mich halten soll inmitten dieser Zeit, in der die Schritte blind übereinander fallen und ich in keine Himmelsrichtung träumen kann.

gesang eins

Donnerstag, den 23. März 2017

auf einmal wurde die landschaft hügelig buckelwale duckten ihre rücken hinter das gras alle halme bewegten sich im gleichklang die musik musste von fern kommen hinter dem gebirge wechselte der himmel seine farben Sirin sang von der küstenebene drang kriegsgeschrei die wale verharrten das abendlicht verlieh ihren körpern das aussehen von gebranntem ton selbst der […]

Einem Grashalm

Dienstag, den 14. März 2017

gerecht zu werden ist keine Sache, so scheint’s. Doch wer vermag Wasser- und Fluten- den Schwaden, Draht- und Rasenschmiele, Weiche und Wehrlose Trespe, Weißes Straußgras von Gemeinem oder Kamm- und Borstgras zu unterscheiden? Reit- und Riedgras, Fuchswedel und Bärenfellgras, Wiesenschwingel und Wiesenschweidel? Vom Honiggras Wolliges und Weiches von Simsen oder Binsen? Sieht den Bau des […]

bogaz

Sonntag, den 26. Februar 2017

wir standen am ufer des bosporus und blickten hinüber in das gespiegelte land dort aßen sie honig und tranken galle leoparden säumten das ufer autos hupten und Sirin winkte einem albatros nach der schatten seines flügels streifte ihr gesicht das wasser sang und in den wellen verhallten schüsse aus einem fernen gebirge

“Wann endlich wird die Arbeiterbewegung die Lehren aus ihrer Geschichte ziehen?”

Freitag, den 24. Februar 2017

Mein Combray heißt Chemnitz, Karl-Marx-Stadt, Bob-Dylan-Stadt, Stadt der künstlerischen Moderne, Stadt der ästhetischen Avantgarde. Mein C-Dur war der Uki-Goshi. Karl Chemnitz 1992. Meine Großeltern wohnten in der Parkstraße.

Plong!

Sonntag, den 12. Februar 2017

Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! ______________________________________________________ Allan 1955 Sie unterhielten sich, sie kopulierten. Sein Gang war ihr eine Erinnerung an bessere Zeiten, ihre Brüste ihm ein Sahnebaiser. Sie traten gemeinsam auf an der Place de la Concorde. Sie feilschten und sie schlugen sich. Sie ondulierten, […]

Fragment

Samstag, den 11. Februar 2017

I Zuerst entdeckte ich meine Einsamkeit in einem Teich. Sie schwamm an der Wasseroberfläche und kräuselte sich in einem Lächeln. Dünne Falten bewegten sich hin und her. Sie wirkte freundlich und erschreckte mich nicht. Doch als ich einen kleinen Stein auf sie warf, wurden die Wasserfalten tiefer, schwankten heftig, und ein neuer Ernst drang in […]

Eine Amsel

Donnerstag, den 9. Februar 2017

schaut mich im Herbst- laub unverwandt an. Wer wählt da auf eigene Kralle den schweren Stand, zeigt allem Ein- und Ausgeflogenen die kalte Schulter? Bald wer- den die Nebel nach dir greifen, Krähen deine raue Gesellschaft sein, ja Menschenherzen ent- scheiden ob du hier, in den weißen Stürmen, bleibst. Nach Singen wird dir kaum noch […]

Plötzlich

Samstag, den 4. Februar 2017

ist es wieder 4. Januar, Zeit für ein Gedicht – am Bosporus werden Bomben gezündet – warum? In Bagdad sprengt sich ein Mann selbst in die Luft… Für den Weg nach Bagdad brauchte man einmal zwei Wochen, mit dem Flugzeug geht es schneller. Raketen bringen Satelliten ins All, wessen All? Das All einiger, Manche haben […]

Ein Beispiel (Analogiebildung)

Mittwoch, den 1. Februar 2017

Wer A kauft, kauft auch B. Wer B kauft, ist ein C. Wer X wählt, wählt Y. Wer Y wählt, der wählt den Krieg.

“Warum

Dienstag, den 31. Januar 2017

mach’ ich das eigentlich?”, sagte Hassan zu sich selbst und fasste kurz an den Oberschenkel. Oberschenkel: put-puht, Oberkörper leicht vorgewinkelt. John Fante ist tot – Es lebe Hassan Kurt aus Eschborn! “Vorwärts geht die Welt zugrunde”, sagt Hassan, und: “das Ver trauen kommt auch, auch wenn da nichts ist.”

Streicherlatein

Montag, den 16. Januar 2017

Am Frosch sitzt die Musik, sage ich dir, hier hockt die Wirk- lichkeit, der ganze Saustall (schon Mozart hatte so seine helle Freude). Da säuseln keine hoch- gespielten Theoreme: dicke Luft, Mutter- sprache, Naturgewalt. Bärenbändiger, Feuer- schlucker, einer wie Oistrach musst du sein, voll gegen die Wand. Alles andere bleibt Finger- food, Haute Cuisine ohne […]

Das Testament der Gräfin Ulrike – Kapitel 8

Freitag, den 13. Januar 2017

Das Testament der Gräfin Ulrike, Kapitel 8 Die Gräfin war nicht zufrieden mit ihrer neuen Nichte. Die machte sich nicht nützlich, lag den ganzen Tag in ihrem Zimmer herum, rauchte die kostbaren alten Tapeten voll, und abends zog sie über Marietta und Joshua her oder langweilte mit Gesprächen über irgendwelche Fernsehstars.Nach ihrem Vater, dem Grafen […]

Selbsthilfe zuerst

Freitag, den 13. Januar 2017

Ein alter Mann. Wie’s aussieht, gutsituiert, keiner von ganz unten. Liegt auf der Straße. Mitten auf dem Weg. Peinlich das. Besser nicht hinsehen. Was denkt der Alte sich eigentlich? Hier herumzuliegen? Ein kurzer Gedanke: Gestürzt vielleicht. Man müsste ihm aufhelfen. Ach was, saublöde Idee! Wozu sind Zuständige da? Und du tust, was alle hier tun: […]

Straight Rechts

Donnerstag, den 12. Januar 2017

In B. wolltest du eigentlich feiern also musstest du nach H. bereits vor dem Tag eiern. Die Hinfahrt wurde bereits etwas schwierig Die Straßen waren leider sehr schmierig Bei Sturm und bei Kälte kamst du hier an die Vielfalt der Großstadt zog dich in ihren Bann. Den Weg zu finden fiel dir sehr schwer du […]