Archiv der Kategorie ‘Trauersymmetrie‘

8´ libre

Dienstag, den 10. Januar 2017

Du hast mich mit Jil Sander – da ich hatte Clandestine Liebe liber – bestraft wie meine deine wettergöttin wasser wild – Dein Jackett war schwarz aus schwärzer noch als die Tremoloperlen Lust auf Schalen Lack auf der Scheibe – in Genuss vor dir – tier. an – aus. Du hast mich nicht oft im […]

Nachspiel

Dienstag, den 10. Januar 2017

I saw you in the streets of London, don’t know where exactly it was. An early afternoon, a sunny day in the spring of 1985 passing me by, my pageboy, while I was turning pages: Saw you in that long red coat you were wearing for The Face I was riding on the Jubilee Line. […]

Plaisir d’amour

Dienstag, den 10. Januar 2017

Wer eine Chrysantheme verblühen lässt oder ihr den Kopf vor der Zeit abschneidet, der erntet zur Strafe nur noch grünes Friedhofskraut. Pläsier ist eine französische, schwarzweiße Filmanthologie nach drei Novellen von Guy de Maupassant, bei der Max Ophüls 1952 Regie führte.

Stil für Herzkranke

Mittwoch, den 7. Dezember 2016

Licht von Glühbirnen unter schwarzem Metall.  Es traf die Augen, die der Besucher machte. Ihre Wohnung musste von Anfang an mit Elektrizität versorgt gewesen sein. Aus der Zimmerdecke wölbte sich ein Stucktorso. Jedes Ornament war ein Verbrechen? Vielleicht. Jugendstil aber – war Orgasmus. Deshalb, sagte sie, war er kein Stil für Herzkranke. Die Belastung, der […]

Der Falter

Donnerstag, den 1. Dezember 2016

landet im Wachsaal der Heilanstalt (weiß Gott ist jeder seine eigene Einflugschneise), Diagnose: verzettelte Einsamkeit. Der Sekundärarzt: Patient könnte infolge seiner Zartheit auch einer Blütenvergiftung erlegen oder täglicher Buchstabenbrei Auslöser für die Stimmen, das Wimmern, die Apathie sein, Ent- mündigung unweigerlich. Er beginnt, Pa-,Pa-,Pa-,Pa-,Pa- piertüten zu falten (in Gedanken entstehen durch Berg-, Tal- und Senkkniffe […]

Kommentarfunktion_Der Mann__Endlich allein

Samstag, den 26. November 2016

Der Schlafbursche oder: Wie ein Mann zum erstenmal seine Frau verabscheut Sie ist ein Scheusal. Was nur hatte er all die Jahre an ihr gefunden? Er schaltete den Fernseher ab. Die da auf der Mattscheibe hörte auf sich zu rekeln. Seit er seine Kinder in den Zug gesetzt hatte, begann ein Jüngerer durchzubrechen in ihm. […]

sentiment

Freitag, den 25. November 2016

niemand, der einen job annimmt, weil er ihm angeboten wird, ist ein schwächling. niemand, der auf dem postamt das mahlzeitsagen vergällt, ist ein kulturschänder. niemand, der wiederholung predigt, ist ein zwangsweise einsamer, auch wenn es ihn nach blassrosa frauenkleidern drängt. deine trauer ist ein eigener.

Bautzen II

Freitag, den 18. November 2016

Beton in den Köpfen wo er hinsah lag und fror Beton

Gesang im Nichts

Donnerstag, den 17. November 2016

hörst du das Nichts? siehst du das Nichts? augen tot ohren tot mund kann reden, singen, lachen ohren hören mich und schwarz augen sehen mich in schwarz nichts ist schwarz ich bin nichts ich bin schwarz schwarz ist dunkel schwarz ist stark ich bin stark hör, mein ohr! sieh, mein auge! sing, mein mund! Ich. […]

Barock

Dienstag, den 15. November 2016

Esther geht durch die Reihen und markiert sie mit ihrem Duft. Von dem sie nichts weiß, in der Sekunde, in der er verströmt wird. Weil sie in Gedanken schon den Berg hinuntergeht in Richtung Stadt. Am schmalen Fluss, gekrümmte, mit Bäumen bestückte und kurvige Gassen entlang. Das nennt sie die kahle Romantik des Abends. Morgen […]

Berlin-Ost

Dienstag, den 8. November 2016

10. Mai 1982 (für helmut)   Das ist die große Stadt die weite die immer alles kann und alles hat die Sehnsucht und den Hass von all den anderen die das nicht haben. Aber das müsse so sein sagt man. Da an der Schaltstelle ein Schaufenster zum Wundern und Staunen und Ärgern und Kopfschütteln. Und […]

Eine Art Gesang : Sanfte Entgegnung

Dienstag, den 8. November 2016

“Kamerad, ich heiße Luis Cortés. Als die Repressalien begannen, in Tocopilla ergriffen sie mich. Sie schleppten mich nach Pisagua. Sie wissen, Kamerad, was das heißt. Viele wurden krank, andere verfielen dem Wahnsinn. Es ist das schlimmste Konzentrationslager des Gonzáles Videla. Eines Morgens sah ich Angel Veas sterben, am Herzen. Es war schrecklich, ihn sterben zu […]

Danke

Sonntag, den 6. November 2016

Danke, Rapunzel. Haben Sie die alle gekriegt? Das macht mir schon Angst. Ich war mal im Zirkel Schreibende Arbeiter. Naja, ist schon lange her. Aber es hat mir Spaß gemacht. Und nun schreibe ich daheim. Und die Meinen sagen, ich soll doch mal was veröffentlichen. Aber das kostest ja gleich Geld und ich weiß nicht, […]

Irritation, Indignation und Inspiration (Flucht und Widerkehr XI)

Sonntag, den 6. November 2016

Heute ist wieder mieses Wetter. Trotzdem fühle ich mich so lala,  vielleicht ein wenig verkaufsoffen, wie man im real existierenden Kapitalismus liturgisieren könnte. Ehrlich gesagt möchte ich mich heute über alte Leute lustig machen, ganz ohne schlechtes Gewissen und anfangs einfach weil ich noch nicht alt bin (I’ve got a feeling). So wie unreife Jugendliche […]

Bertrand et Martine

Dienstag, den 25. Oktober 2016

Bertrand ist ein hauttyp. Jeden morgen geht er nackt in den kleinen park, drei straßenzüge von seiner wohnung entfernt – die leute nennen ihn den Warschauer Platz, weil sich dort abends polen treffen und von zuhause erzählen – und lässt sich von den krähen die haut blutig picken. Es war nicht leicht, die tiere dazu […]