Archiv der Kategorie ‘Wortmysterien‘

Das Dunkel

Samstag, den 10. Dezember 2016

riecht nach Luchs. Ich streife durch die Tiefen meiner Sprache. Zeit bricht mit wuchtigen Fingern Worte. Wir starren Löcher in die Luft und füllen sie mit Stimmen. Auf der Rückseite sind die Tage rau, kaum schwerer als der Regen. Ich halte Stunden gegen das Licht, doch nichts scheint durch. Auf ihrer Haut sammelt sich die […]

Danke

Sonntag, den 6. November 2016

Danke, Rapunzel. Haben Sie die alle gekriegt? Das macht mir schon Angst. Ich war mal im Zirkel Schreibende Arbeiter. Naja, ist schon lange her. Aber es hat mir Spaß gemacht. Und nun schreibe ich daheim. Und die Meinen sagen, ich soll doch mal was veröffentlichen. Aber das kostest ja gleich Geld und ich weiß nicht, […]

Irritation, Indignation und Inspiration (Flucht und Widerkehr XI)

Sonntag, den 6. November 2016

Heute ist wieder mieses Wetter. Trotzdem fühle ich mich so lala,  vielleicht ein wenig verkaufsoffen, wie man im real existierenden Kapitalismus liturgisieren könnte. Ehrlich gesagt möchte ich mich heute über alte Leute lustig machen, ganz ohne schlechtes Gewissen und anfangs einfach weil ich noch nicht alt bin (I’ve got a feeling). So wie unreife Jugendliche […]

Ein schwarzer Regenbogen quer durch den Himmel

Donnerstag, den 3. November 2016

Die Rede vom * wandelt sich. Im Grunde genommen fordert sie immer wieder neue Benennung. Denn unbenannt bleibt der wirkende Anfang von Himmel und Erde, Selbstbenennung erst bringt Natur hervor als Natur der zahllosen Dinge. Deshalb erkennt, wer nichts benennt, in der Anschauung feinste Feinheiten. Wer dagegen alles benennt, prägt Begriffe für die Erkenntnis des […]

Tante Adelheid erschreckt ihren Nachbarn (Relaunch)

Freitag, den 14. Oktober 2016

Um es gleich vorweg zu sagen, die geschichte handelt nicht von Tante Adelheid und auch nicht von ihrem nachbarn. Sondern davon, wie der beton meine katze gefressen hat. Völlig unpoetisch. In meiner schublade bewahre ich auf: eine alte polaroidaufnahme vom glück, ein tonband mit den stimmen meiner eltern und einen brief von dir. Die wände […]

Libre

Donnerstag, den 22. September 2016

Er bietet mir eine von den herben Zigaretten an und betrachtet dabei mein Profil. Im Grün der Blätter käme es vielleicht noch besser zur Geltung, im Gelb des Herbstlaubes wirkt es eventuell schon zu scharf. Oder es löst sich auf im Kontrast zum Licht in der bereits teilweise fehlenden Belaubung der Bäume, und so schauen […]

Über die Ästhetik der Volksverbundenheit in einer schriftlosen Kultur

Montag, den 19. September 2016

1. Gedichte müssen leicht verständlich sein. Wünschenswert ist der Reim, ein Gleichklang in Verbindung mit einem – festen – Metrum immer an der gleichen Stelle. 2. Gedichte müssen auswendig gelernt werden. Wünschenswert wäre ein entweder erbaulicher oder moralischer – d.h. an sich wertvoller – Inhalt. 3. Gedichtbücher müssen dem potenzielllen Leser und seinem Stellvertreter in […]

Altern

Sonntag, den 28. August 2016

für Micha Verliebt in die eigenen wünsche treideln wir richtung quelle Die Kinder beobachten uns. Du gibst den durch sichtigen Spiegel, ich die schwarze Wand. zu zweit, du & nicht du sind wir eine un entzweite Dreiheit, während wir über erziehung reden

viel : leicht

Freitag, den 26. August 2016

der satz, das schwein und die selbstaussage – objekt, nichts sonst – – man sagt mir die objektivität nach – – – warum eigentlich – – weil sie es selbst nicht besser wissen – ? – manche glauben – – ich sei – das gesetz – – – welch kinderglaube – – nicht einmal die […]

Es

Freitag, den 19. August 2016

gibt keine Null Reflexion, außer in der reinen Anschauung

Was

Freitag, den 5. August 2016

ist eigentlich schlimm an der Langeweile? Dass man sie aushalten muss, bevor dann die Musen antreten auf deinem Fußabtreter wie zum Morgenappell? Neues Genre: A u s w a h l p r o b l e m e (Die Drei Fragezeichen für Erwachsene)

* * *

Mittwoch, den 20. Juli 2016

Tan Go Einmal werde ich meinen hölzernen Mantel anlegen, um mich zu verbünden mit allen niederen Wesen dieser Welt. Einmal werde ich meinen feurigen Umhang antun, um mich zu verschwören mit allen höheren Wesen dieser Welt

Flucht und Wiederkehr III

Dienstag, den 12. Juli 2016

Eine Milbe schaut die Sonne, ein Blatt reitet Sturm – wenn hoch das Lauschen aufsetzt, rauscht leis ein Unterton und tief in Traumtambourengeistern, groß wie klein, hallt lachend, voller Mond, Unendlichkeit herein.   “Und? Was halten sie davon? Ist es nicht interessant?” “Hm.” Frau Altermann-Zupf schaute den Doktoranden mit ernster Miene an, unterdrückte dabei ihr […]

soonenuntergang, reeloaded:

Mittwoch, den 8. Juni 2016

sonne setzen rosé eine drehung der vergangenheit Color in certain places nahm die zukunft aus making the outlines and herrschend structural planes unbeeindruckt seem more energetic versenkte den hoch fahrenden titel Antoni Gaudí ging hinaus und lehrte poesie trennte auf und quirlte ihm rumpel pumpel staub planeten rollen über.

Die Welt nach Durchqueren der Pforte zur Ewigkeit

Mittwoch, den 11. Mai 2016

Alles ist durchsichtig geworden. Alles ist durchsichtig geworden. Eine Grenze durchzieht den Blick, die ist nicht mehr nur Oberfläche von Dingen. Wer bin ich? Was tust du? Wem können wir unsere Fragen stellen, wenn nichts mehr seine Oberfläche zeigt? Zeig mir – Sag mir – Berühr‘ mich: möchte ich dich bitten, doch ich bitte dich […]