Archiv der Kategorie ‘Wortmysterien‘

Fuga atque reversio (Flucht und Wiederkehr XV)

Samstag, den 19. August 2017

Dessen bedacht, was nur zu ahnen, nicht jedoch zu wissen uns die Jugend gewährt, jagte ich, unerschrocken, ja geblendet wie viele, dem Ruhme nach. Nicht Lukrez, nicht Catull webten, leise Verse flüsternd, ein Sprache hegendes Netz; die Zeit, daselbst sie regend Anteil nimmt an irdischen Belangen, sie träumte mir vor – ich verfing mich darin. […]

Gedankenfarm

Freitag, den 4. August 2017

Ich danke Frau Kleist für das unten stehende inspirierende Wortspiel. Immer wieder überlegte ich, wie wohl der Krautsalat in meinem Kopf gehaltvoller genannt werden könnte. Es ist ein bunter Bauernhof, mit sanierungsbedürftigen, aber nicht förderfähigen Dachschäden. Nun, das hier lebende Getier und Gewächs fühlt sich wohl und mit Stolz kann ich sagen, dass nicht nur […]

Blaue Kleckse, vom Zufall der Rotation irgendwo aufgeprallt

Donnerstag, den 3. August 2017

Kinderzimmer zur Verfügung – cum tempore. Gedenkenfern, Mozart unter Kerzenschein, Aufgestaut hinter meiner Eisschranktür einen leiernden Reim.

“Von daher ist Ästhetische Theorie tatsächlich Gebetsmühlendynamik.” (chlebnikov)

Mittwoch, den 26. Juli 2017

Gebetsmühlendynamik, seltsames Wort, aus Gebet und Mühle und Dynamik, natürlich ist das deutsche Wort “Mühle” bloß eine Übersetzung, hier wird ja gerade nichts gemahlen, keine Körner in Pulver verwandelt, hier ist es ein Mantra, eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder ein heiliger Vers, der außen auf einem Rad, eine Rolle oder Walze geschrieben steht, […]

Auf der Halde (5)

Dienstag, den 25. Juli 2017

Kein Fazit, keine Theorie der Ritualbeobachtung, höchstens ein kleines Gluonengewitter zum Ausklang der Sommermeisterschaft. Im Winter hatten diese Häuser noch Stiefel an, jeder Schaft ein abgehackter Mensch, damit die einhellig erzählte Geschichte auch auf ihr Brennholz kommt, wenigstens das Feuer nicht ausgehen lässt, Licht in der Dunkelheit, trübes Scheinen. Worauf es ankam war die Wärme […]

Aufnahme am 23. Juli 2017 um 19:54

Sonntag, den 23. Juli 2017

Wir wissen nicht was in diesem Gedicht steht es wechselt die Worte wenn es uns sieht inszeniert sich für uns was es wirklich ist wissen wir nicht.

Hörst du das Stumme

Dienstag, den 11. Juli 2017

Durch die Mitte meines Schweigens zieht sich eine weiße Mine. Nur selten spitze ich sie am Verstand. Mit jeder Regung schreibt sie Spuren. Ob du sie liest, wenn unsre Worte nicht mehr halten und lautlos in den Sprachfluss fallen –

Schutt (3)

Dienstag, den 11. Juli 2017

Willi stand im Schutt. Unter einer Peitschenlampe. Die Ratten hatten sich um ihn versammelt. Ihnen hielt er folgende Rede: In früheren Zeiten waren wir grausam zu euch. Haben euch gejagt, erschlagen und mit vergifteten Ködern getötet. Wir hatten unsere Gründe. Ihr trugt den Schwarzen Tod in euch. Ihr habt unsere Vorräte gestohlen. Ihr zahltet keine […]

Schutt

Sonntag, den 9. Juli 2017

Der kreative Schutt, die Gladiolen, das Gras.  (frau kleist, am 6. Juli 2017 um 19:19) Gestern wühlte der Willi im Schutt vor dem Poco. Wühlte darin herum. Dachte, er fände etwas. Eine Kinderwagenradspeiche. Ein Medaillenband. Ein Schalmeienmundstück. Ammoniten. Etwas in der Art. Da hielt er eine alte Photographie in der Hand. Fast verblichen. Irgendetwas konnte […]

P. Ostkost (Flucht und Widerkehr XIII)

Samstag, den 24. Juni 2017

Wenn ein sehr fröhlicher Mensch einmal nur lacht zier’n sein Gesicht Schatten der Nacht. Und wenn Frieden im Blick eines Freundes dir sagt da ist nichts mehr, worüber er klagt, dann ist  Leben uns nah und so fern, ist Liebe hegen die Gabe des Herrn, und ein altes Lied klingt dabei sacht wie ein Traum, […]

Zwischen dem Erzählten

Donnerstag, den 1. Juni 2017

Erziehung ist immer und zu allen Zeiten etwas Rätselhaftes. Obwohl sie jeder kennt, jeder sie in dem leibhaftig Erlebten als eine Art Bodensatz wahrzunehmen in der Lage sein dürfte, in der Erinnerung wahrzunehmen in der Lage ist, ja in der Lage ist, die Erinnerung auf das hin zu befragen, was an ihr auf die frühesten […]

wir nähern uns norden

Sonntag, den 21. Mai 2017

für Rebecca Zinke liegt dein gesicht zwischen zwei monden zerfließt schnee waren die konturen deiner augen einmal licht einmal nacht ein anderes mal trafen wir uns auf altem kristallin langsam fangen die falten an meine geschichte zu erzählen granatglimmerschiefer faltengebirge aus knotenschiefern baute ich das dach eines hauses im mittagslicht schimmert cordierit cordieritblau beugt sich […]

Ein ausgelatschter Stiefel

Samstag, den 6. Mai 2017

der Frühling ist vorüber. (Scheinbar) Ist was, ist was, was ist passiert? Offenbar nur Gudruns Latschen. Da ging, da ging, da ging sie im Quadrat. Doch Gudrun hat die Stiefel an. Breit tritt sie damit und in den Weg: Die Raum-Zeit-Lounge hängt als dünne Matrix im Hinter- grund – Gudrun zeigt uns lang noch wo […]

Zwei [12]

Freitag, den 5. Mai 2017

in ihrer Jurte liegend, Mallarmé lesend

Träumen [11]

Mittwoch, den 26. April 2017

in welche Richtung > Proust erzählt über sich und wie er sich von Bergson nicht überzeugen ließ >> Proust erzählt, erzählt nicht über sich und wie man einen Roman schreibt, der der Roman der Romane ist >>> Der Roman der Romane vor zweihundert Jahren existiert : wer russisch versteht, lerne lesen. Nabokov hilf t >>>> […]