Archiv der Kategorie ‘Gemütstiefe‘

Da fliegen die Motten jetzt hin

Samstag, den 16. Dezember 2017

Was aber bringt die Motten, nachdem sie hingeflogen sind, wieder zurück? Eine große Frage, die hochkant im Raum steht – ganz wie der Kran vor Ihrem Fenster. Sicher sind Sie schon eine Weile unruhig in Ihrem Schlafzimmer hin- und hergepantert (im Gegensatz zu Max Goldt prokrastinieren Sie aber nicht), schon die dritte Nacht lässt Sie […]

tang

Sonntag, den 3. Dezember 2017

dann schicke ich dir das meer vorbei damit du es auch siehst es fühlt sich an wie watte oder ein schmerz den ich aus der zeit reche deine blicke fahren die furchen einer muschelschale entlang grün leuchten die fische aus der tiefe

Unauffällige, ganz und gar unscheinbare Frage, so nebenbei

Freitag, den 24. November 2017

Hallo Leute, für ein unglaublich großartiges literarisches Projekt sammle ich noch Material. Ich habe dazu eine Frage: Was ist eigentlich Eure größte Angst? Bitte zahlreich in den Kommentaren posten. Das bleibt unter uns. Vertraut mir. Danke.

#Me2 (Flucht und Wiederkehr XIX)

Freitag, den 17. November 2017

I have been failing all of you, no ambiguity of what about and who. Boo! Me too. ‘Cause I was stoked I poked, to quickly stick the dick, to calm the palm too tall, I fapped and grabbed you all – eh, uh, me too! Yes, everlasting shame: it’s finally fair game and in the […]

Fasten in der Vorweihnachtszeit

Samstag, den 4. November 2017

Mc Geiz war die Avantgarde der Saison. Zwischen Bügelstärke, Kochwäsche, Scheibengardinchen, Plastikrosen, Chefhasser-Kaffeetassen, Persipan mit extra viel Süßstoff, Barbiepuppen und Frauenarzt Dr. Mühsal entdeckte ich eine Paperbackausgabe mit der Photographie echter, malvefarbener Tulpen auf einem grünem Umschlag. Der darin enthaltene Text, so verhieß die Titelaufschrift, war das Meisterwerk der literarischen Décadence, Joris Karl Huysmans Roman […]

Desconort

Mittwoch, den 18. Oktober 2017

1. Du hast gar keine Eyer. 2. Alle Stöcke verdorrt. 3. Die Brüste ausgetrocknet. 4. Die Lippen zwei Wülste. 5. Monotones Pulsieren, was noch? 6. Ringe über Ringe. 7. Manche perlenbesetzt. 8. Muskeln über Muskeln, darunter auch. 9. Die Sehnen nur Angelschnüre. 10. Eine wuchtige Masse, ein Kleeblatt. 11. Nach unten der Stängel, nach vorn? […]

Hinter jedem Steind hockt ein Nazi

Dienstag, den 17. Oktober 2017

Nazis “hocken” also. Ich kann mir das Bild gut vorstellen: Quaderartige, in Blöcken geteilte Landschaft. Das Wetter ist gut. Die Sonne beleuchtet wie auf einer Bühne für Giganten. Tableaus aus Sandstein. Riesig, aus einem anderen Erdzeitalter. Die Sonne scheint rein und an bizarre Steinkultur. Ach nein, das ist ja Natur. Das geht nicht so richtig. […]

Munden

Montag, den 16. Oktober 2017

Augen Blicke munden wie nichts sonst sodass sogleich geschlagen Du zerschlagen für Augen für Blicke lang dein Wüten & richten´s wieder auf sodann dass her-, & eingerichtet dir dein Grundton noch barbarischer noch schöner Weilen & Weilen lang klingen & dir munden will

gesang sieben

Mittwoch, den 4. Oktober 2017

legten sich landschaften über die schönheit wie stimmen über das gras und staunende nebelbänke in den wald floh eine kuckuckslichtnelke deinen namen auf den lippen kuckucksknabenkraut trugen gebirge schwere auf deinen mund legte sich ein murmelndes und trauriges meer sprachst du mit den scheuen füchsen und botest gesänge zum tausch gegen schatten ein mammut überlebte […]

Wladimir Wyssotski : Lied über die erste Reihe : 1971

Dienstag, den 3. Oktober 2017

Da war ein Zar, der preschte stets voran, Und alles nur aus mangelndem Verständnis – Doch dieses Jahr setzt‘ er sich hintenan, Dort vorn ist’s wie im Rücken ein Gespann Aus schweren Läufen und des Kutschers fauligem Atem. Vielleicht ist es hier hinten nicht so prachtvoll, Doch dem Auge ringsumher bleibt mehr Platz – Langer […]

Plong!

Dienstag, den 26. September 2017

Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! Holy! ______________________________________________________ Allan 1955 Sie unterhielten sich, sie kopulierten. Sein Gang war ihr eine Erinnerung an bessere Zeiten, ihre Brüste ihm ein Sahnebaiser. Sie traten gemeinsam auf an der Place de la Concorde. Sie feilschten und sie schlugen sich. Sie ondulierten, […]

Über die Schizophrenie des Schreibens (Flucht und Wiederkehr XVI)

Donnerstag, den 21. September 2017

Sie singt, er sucht, sie schleicht, er schreckt, sie schwebt, sie sieht: Er fängt sie auf – sie sinkt. Schreiben kann vieles sein, wie beispielsweise das Bewundern von Schönheit einer noch ungeborenen, nur geahnten Syntax; Formgebung, Schöpfungsakt, Tempelbau aus Silben. Bei anderen, profaneren Anlässen verführt das Schreiben zu einem trügerischen Gefühl der Kurzweile, spielt mit  […]

O.T. (fast f.A.)

Dienstag, den 12. September 2017

Was für ein Tag! Die guten Menschen nehmen ihre Maske ab, und sichtbar werden Terror, Angst und Allmachtsphanthasie. Was für ein Tag! Die schlechten Menschen sind wie stets aufs Ihre nur bedacht, was jedermann sofort erkennt als: Blasphemie. Nun kommt die Nacht. Schlaf still, und träume süß

Fuga atque reversio (Flucht und Wiederkehr XV)

Samstag, den 19. August 2017

Dessen bedacht, was nur zu ahnen, nicht jedoch zu wissen uns die Jugend gewährt, jagte ich, unerschrocken, ja geblendet wie viele, dem Ruhme nach. Nicht Lukrez, nicht Catull webten, leise Verse flüsternd, ein Sprache hegendes Netz; die Zeit, daselbst sie regend Anteil nimmt an irdischen Belangen, sie träumte mir vor – ich verfing mich darin. […]

Bitte rufen Sie hier nicht mehr an

Dienstag, den 15. August 2017

Er musste lange auf den Doc Check warten. Obwohl er bestellt war. Nun ist es beinahe schon dunkel. Der Arzt hat es ihm gesagt: Er hat Alterszucker. Der Garten liegt in den ununterscheidbaren Farben des Abends vor ihm, die alten Garagen außer Sichtweite. Jetzt kommt Wind auf! Gewitter. Sturm. Die viel zu kleinen, ungenießbaren Äpfel schlägt […]