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	<title>Inskriptionen</title>
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	<description>Neue Literatur abseits vom Mainstream</description>
	<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 05:47:49 +0000</pubDate>
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		<title>Gezierte Erfahrung : Experiment mit Affekten : Drückings Vision</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 08:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chlebnikov</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde, das Wetter ist bezaubernd,
Und erbitte den reizenden Federfinger
Elegant die Betonung zu wechseln,
Damit so es sei :  das Wetter in B. - Sau[Bernd!
xxx Tod auf Rädern 3o9 kommt in die Jahre, dort
yyy hinten weiß auf dem Weg erhob sich und steht
zzz ein Seher[Sau,Recke/mit Augenklappe!! zyx
Der Abend? Ein Baum? Eine meiner Launen?
Ach, gestattet diesen Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, das Wetter ist bezaubernd,</p>
<p>Und erbitte den reizenden Federfinger</p>
<p>Elegant die Betonung zu wechseln,</p>
<p>Damit so es sei :  das Wetter in B. - Sau[Bernd!<br />
xxx Tod auf Rädern 3o9 kommt in die Jahre, dort<br />
yyy hinten weiß auf dem Weg erhob sich und steht<br />
zzz ein Seher[Sau,Recke/mit Augenklappe!! zyx</p>
<p>Der Abend? Ein Baum? Eine meiner Launen?</p>
<p>Ach, gestattet diesen Text mir mit Augenklappern!<br />
xyz Eher Sau,Recke 3o9 als Tod im Körbchen zyx</p>
<p>An Ihn trete ich heran elegant / gemessenen Schrittes.</p>
<p>Und, mich verbeugend, ruf ich : falls Sie nicht die<br />
xxxxxxxxxxxxxxxx Bedeutung von / der Liebe Sauberey<br />
yyyyyyyyyyyyyyyy negieren / ablehnen,</p>
<p>So ruf ich Sie zum Abendfeuer / zur Abendfeier.</p>
<p>Da werden Frauen- und Männer (träume) sein,</p>
<p>Und zwischen Fingern im Glas (werden / Schäume) sein.</p>
<p>Mit den Fingern ein Wölkchen erhaschend,</p>
<p>Empfängt der Wind den Schlag von Ihr &amp; nicht von Ihr.</p>
<p>Und die mit/von / in den Augen geborgten / entzündeten Glühwürmchen/Leuchtkäfer / Fackeln</p>
<p>Sagen mir, dass B.s/ziehungen in die jenseitige Welt (nicht lange fackeln)</p>
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		<title>Mannigfaltigkeit (1)</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 20:28:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zhenja</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosastücke]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur gleichen Zeit, als sich in einem Haus mit Garten südlich der Hauptstadt die Runde versammelt, der es bestimmt sein sollte, in Raum und Zeit zum Tisch zu werden, der weitere Wunder ankündigen würde (Esel mit Wasserzeichen zwischen den Augen? Knüppel in Knüppelsäcken?) - es muss aber zu der Zeit gewesen sein, da die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur gleichen Zeit, als sich in einem Haus mit Garten südlich der Hauptstadt die Runde versammelt, der es bestimmt sein sollte, in Raum und Zeit zum Tisch zu werden, der weitere Wunder ankündigen würde (Esel mit Wasserzeichen zwischen den Augen? Knüppel in Knüppelsäcken?) - es muss aber zu der Zeit gewesen sein, da die Sonne sich mit ihrem Gelb bereits als Ahnung in den entferntesten Zweigen der grünen Bäume eingenistet hatte - liegt Johnny träge unterm Himmel, dessen strahlendes Licht in den Schneeresten neben seinem Rucksack ein schmutziges Gleißen hinterlässt. Keine Ahnung, keine Frage. In der Ferne rotierten die Galaxien in ihren Haufen und hinterließen in den Kopfhörern der Observatorien ein leises Rauschen. Hinterlassenschaft, Schlummern. In den Schlummer hinein mischt sich ein Gesicht - schwer zu bestimmen, woher. Johnny schlummert ein Weilchen. Hitze und Wind, die Haut dampft wie ein Haufen frischer Erde. Nach der Rast setzen sich Johnny und Mickey schweigend in Bewegung. Es ist schon spät. Bis zum Zeltplatz sind es noch einige Kilometer. Am Haus fährt ein Auto vorbei. Der Garten taucht allmählich in abendliches Licht. Sie beschließen, den Text noch einmal zu überarbeiten und in der nächsten Woche endgültig darüber abzustimmen. Es ging um viel. Konsens minus Null. Es ging um alles.</p>
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		<title>Sinnile Profile</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 23:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fryxell</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Essay]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Gemeinde. Oder wie sagt man unter Dichtern und Denkern : Liebe Köpfe. Oder sollte ich besser sagen : Liebe Schreiberlinge. Und Linginnen. Linglong, Hauptsache lieb. Jedenfalls geht hier etwas Liebenswertes den Bach hinunter, was doch den Berg erklimmen wollte. Russisches Geschwätz und englisches Palaver füllen die Spalten der Kommentare. Wofür wirbt hier er, oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Gemeinde. Oder wie sagt man unter Dichtern und Denkern : Liebe Köpfe. Oder sollte ich besser sagen : Liebe Schreiberlinge. Und Linginnen. Linglong, Hauptsache lieb. Jedenfalls geht hier etwas Liebenswertes den Bach hinunter, was doch den Berg erklimmen wollte. Russisches Geschwätz und englisches Palaver füllen die Spalten der Kommentare. Wofür wirbt hier er, oder darbt da wer ? Tribut ans Medium ? Überblickt das noch jemand ? Und die Beiträge ? Bedeutungsschwangerer Kurzsinn. Wenns doch ein Leichtsinn wäre. Auch Trübsinn wär Gewinn. Wahnsinn war schon. Scharfsinn scheitert. Sinnlos, sinnfrei, sinnlich, hoppla, das war wohl ein Irrtum. Vielleicht greifen wir ja nächstens zur Sinnkarte, blue velvet, um unsere völlig zeitlosen und geschmacksneutralen Botschaften zu übermitteln. Sinnkrise. Sinn-Leffers war ja auch schon mal pleite und hat es überlebt. Aber das ist ein Textilfilialist und kein Sprachverwalter. Also was. Konkurs anmelden ?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum Zeichen für die Erfüllung von Susanne Ulrike Maria Albrecht</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=782</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 18:47:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ENGEL0311</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?
Es wurde für uns beide gebaut.
Die Engel haben sich ganz besonders viel
Mühe damit gegeben.
Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?
Es wurde für uns beide gebaut.
Die Engel haben sich ganz besonders viel
Mühe damit gegeben.
Hier und jetzt werden wir beide mehr als reich belohnt.
Hast du das Schloss in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?</p>
<p>Es wurde für uns beide gebaut.</p>
<p>Die Engel haben sich ganz besonders viel</p>
<p>Mühe damit gegeben.</p>
<p>Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?</p>
<p>Es wurde für uns beide gebaut.</p>
<p>Die Engel haben sich ganz besonders viel</p>
<p>Mühe damit gegeben.</p>
<p>Hier und jetzt werden wir beide mehr als reich belohnt.</p>
<p>Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?</p>
<p>Es wurde für uns beide gebaut.</p>
<p>Die Engel haben sich ganz besonders viel</p>
<p>Mühe damit gegeben.</p>
<p>Alles ist vollkommen. Einfach, leicht. So wunderbar.</p>
<p>Wir sind beflügelt.</p>
<p>Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?</p>
<p>Es wurde für uns beide gebaut.</p>
<p>Die Engel haben sich ganz besonders viel</p>
<p>Mühe damit gegeben.</p>
<p>Zum Zeichen für die Erfüllung. Die himmlischen</p>
<p>Wächter freuen sich.</p>
<p>Es ist getan - Wir sind vereint im Glück.</p>
<p>Hast du das Schloss in den Wolken gesehen?</p>
<p>Copyright Susanne Ulrike Maria Albrecht</p>
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		<title>Wueste : Seidenstrasze</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=781</link>
		<comments>http://www.inskriptionen.de/?p=781#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 04:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theodor Holz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[graue : gelbliche : braeunliche flaeche
gewoelbt : abgestumpft : endlos &#38; heisz
an den raendern von staubhaufen gesaeumt
in der mitte von einer glatten : schnellen
strasze durchschnitten
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>graue : gelbliche : braeunliche flaeche</p>
<p>gewoelbt : abgestumpft : endlos &amp; heisz</p>
<p>an den raendern von staubhaufen gesaeumt</p>
<p>in der mitte von einer glatten : schnellen</p>
<p>strasze durchschnitten</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title></title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=780</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 20:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chlebnikov</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nacht in Erdöl versunken:
Auf dem Meeresgrund
Die Sonne in
Tiefer Meditation; so
Tot kein Herz kein Ohr
Dessen Trommelfell -
Hitzige Paarung
Dreier Augen &#38; After -
Nicht schon auf dem
Asphalt, Asphalt
Der Milchstraße gekocht hätte
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nacht in Erdöl versunken:</p>
<p>Auf dem Meeresgrund</p>
<p>Die Sonne in</p>
<p>Tiefer Meditation; so</p>
<p>Tot kein Herz kein Ohr</p>
<p>Dessen Trommelfell -</p>
<p>Hitzige Paarung</p>
<p>Dreier Augen &amp; After -</p>
<p>Nicht schon auf dem</p>
<p>Asphalt, Asphalt</p>
<p>Der Milchstraße gekocht hätte</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anoushehs Traum</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=779</link>
		<comments>http://www.inskriptionen.de/?p=779#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 18:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zhenja</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines Nachts öffnete sich der Himmel
Über der Stadt die Engel
Hatten einen Schrotthaufen
Von der Größe eines Kinder-
Zimmers nach außerhalb
Der bewohnten Zonen
Geschossen; meine Glieder
Begannen zu jucken - Griff
Des Auges nach den Sternen:
Farbe und Bewegung verschmolzen
Zu einem Film ohnegleichen (ich sehe
Die Schneehasen hoppeln durch eine
Schwerelos-Endlosschleife puls-
Ierender Kindheit, Ierender Kindheit
Von auf der Tonspur lichtlosen Denkens
Heraus geschnittenen Parabeln) nichts
Andres ergibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines Nachts öffnete sich der Himmel<br />
Über der Stadt die Engel<br />
Hatten einen Schrotthaufen<br />
Von der Größe eines Kinder-<br />
Zimmers nach außerhalb<br />
Der bewohnten Zonen<br />
Geschossen; meine Glieder<br />
Begannen zu jucken - Griff<br />
Des Auges nach den Sternen:<br />
Farbe und Bewegung verschmolzen<br />
Zu einem Film ohnegleichen (ich sehe<br />
Die Schneehasen hoppeln durch eine<br />
Schwerelos-Endlosschleife puls-<br />
Ierender Kindheit, Ierender Kindheit<br />
Von auf der Tonspur lichtlosen Denkens<br />
Heraus geschnittenen Parabeln) nichts<br />
Andres ergibt mehr ein Gleichgewicht<br />
- - - - - - Seitdem arbeite ich<br />
An den Stellen meines Lebens wo<br />
Es über die Oberfläche hinaus<br />
Schwappt Fisch wo die Dinge zwischen<br />
Fall und Befreiung schweben <em>wo<br />
wir die Sonnensegel hissten</em></p>
<p>(Frei : featuring : Kubrick : SPACE TOURISTS. 2009)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Behindertes Begehren</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=778</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 14:55:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Heimberger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein gutes Buch ist so selten wie ein guter Banker, ein guter Lehrer, ein guter Arzt, ein guter Journalist. Eines der besseren Bücher der guten Bücher ist „Ruf mich bei deinem Namen“ des Amerikaners André Aciman, der in Alexandria geboren wurde. Der Roman beginnt: „´Später!´. Das Wort, die Stimme, die Attitüde. Ich hatte noch nie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein gutes Buch ist so selten wie ein guter Banker, ein guter Lehrer, ein guter Arzt, ein guter Journalist. Eines der besseren Bücher der guten Bücher ist „Ruf mich bei deinem Namen“ des Amerikaners André Aciman, der in Alexandria geboren wurde. Der Roman beginnt: „´Später!´. Das Wort, die Stimme, die Attitüde. Ich hatte noch nie erlebt, dass sich jemand mit einem ´Später´ verabschiedete -&#8230;“. Auch ein Trivialroman könnte so beginnen und hätte dann einen ausgezeichneten Anfang. Acimans Roman ist alles andere als trivial, obwohl seine Story, oberflächlich betrachtet, nicht fern des Trivialen ist. Simpel gesagt: Was die Leser zu lesen bekommen ist eine Sommer-Sonne-Strand-Geschichte, die am häuslichen Pool, an italienischen Gestaden, in geräumiger Professorenvilla, im provinzialischen Städtchen unter südlichen Himmel stattfindet. In dieser Umgebung und Atmosphäre treffen zwei „Knaben“ aufeinander: der 17-jährige Professorenbengel Oliver und der aus den USA angereiste Student David. Trotz ihrer Jugendlichkeit sind die Beiden geprägte Persönlichkeiten, die ihrer natürlichen Unmittelbarkeit hinderlich ist. Diese Behinderung, auch im Begehren, weiß der Erzähler geschickt in feinsinnigen Szenen zu variieren. So ist für die dauernde Spannung des Romans gesorgt. Das Erwarten, das Unerfülltsein, das Wiedererwarten, das Wiederunerfülltsein garantieren das Auf und Ab, das die Neugier der Leser immer neu anstachelt, obwohl der Roman in den Handlungen eher handlungsarm ist. Die eigentliche Bewegung findet in den Gedanken der gleichermaßen musisch begabten und orientierten Hauptpersonen statt. Immer dominiert das Geistige, obwohl das körperliche Begehren, also die schwer zu bekennenden, dann doch mit ungeteilter Lust zu lebenden Gefühle, maßgeblich die Begegnung von David und Oliver bestimmen. Sie sind Empfindsame, überaus Empfindsame, die unentschieden sind in ihrer Entschiedenheit. Ihre Gefühle pendeln: Von Frau zu Mann, von Mann zu Frau. David und Oliver erleben sich in ihrem Unvermögen, angesichts aller möglichen Möglichkeiten. Sie erfahren miteinander, in ihrer Unvollkommenheit, Momente des Vollkommenseins. Sie sind Menschen voller Spaß an der gebildeten, bildenden Sprache, Menschen, die sich aussprechen wollen und immer wieder einander sprachlos machen.</p>
<p>Kurzum, sie sind nicht einfache schlichte Menschen. Sie sind zu schön, zu klug, zu selbstgewiß. Zumindest werden sie so vom Autor aus gutem Grunde geschildert. Er will Distanz zu den Figuren, will dass sich niemand verliebt in die Schönheit, die Klugheit, die Selbstgewißheit. Das wäre die Sache des Trivialromans. Das wäre die Sache eines schwülstigen Schwulenromans. Das wäre die Sache eines beliebigen Unterhaltungsromans.</p>
<p>„Ruf mich bei deinem Namen“ ist ein unterhaltender Roman eines starken, sprachkundigen Schriftstellers. Der Roman hat die Qualität, die einst eine Erzählung wie Stefan Zweigs „Verwirrung der Gefühle“ oder James Baldwins Roman „Giovannis Zimmer“ hatten. Das Sprachbewußtsein von André Aciman bestimmt die literarische Konstruktion seines Romans. Szenen und Dialoge sind derart konzentriert und komprimiert, dass sie ohne weiteres in ein anderes Medium zu übertragen sind. Der Leser des Buches sieht einen Film. In dem ist mehr zu sehen als nur eine Sommergeschichte. Die Leser nehmen teil an Lebens-, Menschengeschichten, die, in ihrer Besonderheit, so besonders dann doch nicht sind. Das ist das Gute, das André Aciman so gut geschildert hat, dass sein Roman mit Genuß gelesen werden kann. Mit Genuß? Kann man das heute noch sagen? Ja, warum denn nicht? Weil einem so viele Bücher gar keinen Genuß mehr bieten?!</p>
<p>André Aciman: Ruf mich bei deinem Namen. Aus dem Amerikanischen Renate Orth-Guttmann. Deutscher Taschenbuch Verlag: München 2010. dtv 13894. 286 Seiten</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Begierde begehrenswert ?</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=776</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 10:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Heimberger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat sich wohl allmählich so entwickelt! Das, was „erotischer“ Roman genannt wird, ist eine Domäne der Damen geworden. Eine Wahrnehmung, die nicht erst aufkommt, wenn einem die Anthologie „Heiße Begierde“ zwischen die Finger gerät. Elf Frauen und drei Männer wurden von einer Herausgeberin namens Marie van Helden eingeladen, etwas zum Mehr-Personen-Sex zum besten zu geben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat sich wohl allmählich so entwickelt! Das, was „erotischer“ Roman genannt wird, ist eine Domäne der Damen geworden. Eine Wahrnehmung, die nicht erst aufkommt, wenn einem die Anthologie „Heiße Begierde“ zwischen die Finger gerät. Elf Frauen und drei Männer wurden von einer Herausgeberin namens Marie van Helden eingeladen, etwas zum Mehr-Personen-Sex zum besten zu geben. Schlicht gesagt, die Schreiber unterhalten mehr oder weniger flott mit Storys von mehr oder weniger flotten Dreiern. Wer will, kann auch Orgie dazu sagen. Wer Orgie sagt und erwartet, kann auch von Geschichten sprechen, die den Vorzug haben, voller orgiastischer Vollendung zu sein. Wenn das keine traumhaften Phantasien sind! Phantastische Phantasien sind´s, die in der Mehrzahl auch als pure Pornographie abgetan werden können, sofern zwischen Erotik und Porno zu unterscheiden ist.<br />
Leichter und bestimmter ist festzustellen und festzulegen, wie eine Geschichte geschrieben wurde. Die meisten wurden von Leuten verfaßt, die mit Maske Courage zeigen das heißt, sich hinterm Keuschheitstuch des Pseudonyms verbergen. Desto maskenhafter, desto konstruierter, schlüpfriger, schematischer, also schlechter die Geschichte. „Locker machen“ wird den Begierig-Begehrenden eins ums andere Mal zugerufen! Das Lockermachen hätte die Sache der Geschichtenschreiber sein sollen. Dann wäre sicher mehr Spaß in den körperlichen Umschlingungen und Verschlingungen gewesen, weil Sex, wie bekannt, zuerst im Kopf anfängt. In den Storys stürzen sich Gehirnlose gern zu schnell aufs und ins Geschlechtliche. Das ist dann der Höhepunkt – der Phantasielosigkeit der erotischen Phantasie.<br />
Eine erotische Geschichte muß keine Trivialgeschichte äußerer Effekte und so der Effekthascherei sein. Sinnlichkeit und Sinnigkeit des Sex ist in den Texten so arrivierter Autorinnen wie Anne West und Nina George. Ihre Beiträge machen die Anthologie zu einem Musterbuch heißbegehrter Erotika. Jener Erotik, die Geist, Witz, Charme hat, weil sie geistreich, witzig, ernsthaft-ironisch geschrieben ist. So wird die Lust am Lesen lustvoller Geschichten geweckt und gesteigert. So wird die Last des Lesens lustloser Lustgeschichten eliminiert. „Heiße Begierde“ muß man nicht begehren. „Heiße Begierde“ gelesen, ist gut zu unterscheiden, was im Begehren weniger begehrenswert ist.<br />
Heiße Begierde. Erotische Phantasien. Hg. Marie van Helden. KnaurTaschenbuch Verlag: München 2010. Bd. 50532, 294 Seiten, 7,95 Euro</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>demo kra tie</title>
		<link>http://www.inskriptionen.de/?p=775</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 14:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karolin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[
sei unser
Höchstes
Gut
sagen die Einen
Mangel haftet: am
Umgang: leere Verpackungen
fegen über den Asphalt
Spuren
vergangener Feste
gefeiert
Demokratisches
bleibt liegen

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p>sei unser</p>
<p>Höchstes</p>
<p>Gut</p>
<p>sagen die Einen</p>
<p>Mangel haftet: am</p>
<p>Umgang: leere Verpackungen</p>
<p>fegen über den Asphalt</p>
<p>Spuren</p>
<p>vergangener Feste</p>
<p>gefeiert</p>
<p>Demokratisches</p>
<p>bleibt liegen</p>
<p><!--EndFragment--></p>
]]></content:encoded>
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