Monatsarchiv für Dezember 2007

Zugfahrten

Montag, den 31. Dezember 2007

Ein Gedicht …

Kleine Freuden : zum Fest

Sonntag, den 30. Dezember 2007

Im Keller : die Kindheit : morgen kehrt Vater aus der Dämmerung zurück : vergebliche Hoffnung : keine Sauna heizt so ein : daß sein Hirn noch weiter wächst : stecken bleibt der Familien- friede im schwellenden : rot anlaufenden Hals : dieser Diktator hat nichts mehr zu sagen : die Kinder bekommen ihre eigenen Austicker […]

Syntagmatische Maschine (1)

Freitag, den 14. Dezember 2007

Egal ob es passiert – es passiert: Richtungen …  stumm liegen sie nebeneinander wie Tote in Gräbern. Wo bin ich hier? Der Ort, scheinbar friedlich, ist ein gußeisern begrenztes Vektorfeld, und ich, ich, ich.  *** Sie trat durch das gußeiserne Tor und erschauerte. Heute war alles ganz anders als sonst. Der Ort hatte etwas Unheimliches […]

Punkte und Geraden

Montag, den 10. Dezember 2007

Wenn sich Körper entlang einer Geraden bewegen, wird das Auge zum Degen: Alle seine Rundungen verlieren sich in der flachen Unendlichkeit des Raums. Das Gedächtnis ist ein Blumentopf, in dem immer wieder die gleichen Blüten erblühen. Farbe & Form, die Augen einer Mutter, ein- zig der Geruch des sich süßlich Erfüllenden Vermag dem empfindsamen Nasentier […]

WC-Ente (für Franziska Gerstenberg)

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Mit 22 Jahren erfuhr sie erstmalig, dass es möglich ist, das Innere einer Toilette auch ohne Mithilfe der eigenen Hand zu putzen. Sie war in die Herbstferien zu ihrer Tante gereist, die, am lieben Herrgott sich ergötzend, niemals auch nur eine Handfläche mit den Niederungen des wirklichen Lebens besprützt hätte. Deshalb standen die Zeichen günstig, […]

Mit Sprache arbeiten

Montag, den 3. Dezember 2007

Mit Sprache arbeiten heißt die Ohren abschneiden und diese um die Nase dessen hauen der die Augen nicht aufsperrt Die trefflichen Formulierungen tragen Stringtangas unter knapppassenden Arschhosen die sich ins Gesellschaftliche fressen wie berühmte Maden Im Kohl geht es auch den Fetten leiblich und gedeiht das Unkraut so kommt anderes zu einem Eimer welcher ein […]

Das bloße Leben II (nach Aldomovar)

Montag, den 3. Dezember 2007

Das bloße Leben ist dermaßen vital es ruft sie zurück. Die Früchte sind einzukochen. Eine Hand liest sie auf. Eine andere hebt die Kofferhaube, stellt die Gläser hinein. Die Nachbarn haben verstanden bevor ihre Tochter losschreit: Tut sie doch was sie kann! Ach, den Toten ist das so wenig.

Das bloße Leben I

Montag, den 3. Dezember 2007

Ich bin nicht da, sagt sie. Sie nimmt sich nicht aus. Was sie hat lässt sie arbeiten. Ihre Hände machen es. Ihrem Kopf nach, bis Samstag. Hinter den Pillen stößt sie ab, Landung und ich bin nicht da, sagt sie. Es geht in die Woche. Sie strahlt. Ihr Element ist der Montag. Das mache ihr […]

Sprechzimmer

Montag, den 3. Dezember 2007

Du willst aber du kannst nicht Vertrauen in dich selber finden. Der Therapeut erscheint dir als eine Gestalt. Du bist überzeugt von vornherein und erzählst ihm von deinem schwächsten Punkt. Du weinst wie beim Sex. Der Therapeut schenkt Sekt aus. Das macht er nicht immer. Du gehst in ein symbolischer werdendes Haus. Die Schatten junger […]

Selbstgespräch nach Kafka

Montag, den 3. Dezember 2007

These/Anklage/Verdacht: Der Strang, an dem die Handelnde sich aufhängen wird, ist gleichbedeutend mit ihrem Wunsch nach Sicherheit. Beweis/Führung/Spruch: Die Unabhängigkeit der Gerichte war ihr stets ein letzter Trost gewesen. Sie vertraute darauf, sich vor ihnen auf die Rechtmäßigkeit ihres Handelns berufen zu können. Aber wie war das möglich? War ihr Handeln denn rechtmäßig, wie sie […]