Monatsarchiv für Februar 2008

Nur Traum

Donnerstag, den 28. Februar 2008

Ein neues Zeitalter hat begonnen. Niemand hat es gedacht, doch nun ist es da. Wie konnte es geschehen? Zuerst wurde das Rauchen verboten. Unter dem Vorwand der Gesundheitsprävention. Die Leute nahmen es hin und saßen fortan ohne ihren Glimmstengel in den Kneipen, glaubten, das wäre alles. Die Regierung fühlte sich ermutigt. Als nächstes war das […]

Nautilus

Mittwoch, den 27. Februar 2008

Seit vielen Jahren kreuzt die Nautilus in den Meeren. Sie ist gewunden wie eine Spirale, früher ähnelte sie einer spitzen Zigarre. Kein Hafen steht unter ihrem Namen, ihr Heimathafen sind die Ozeane. Wenn sie einen Hafen anläuft und wir auf Große Liege gehen, so lasse ich die Luken für Neugierige öffnen. Ich zeige ihnen das […]

Romantisches Sujet

Dienstag, den 26. Februar 2008

für Elisa Weder Caspar David Friedrich noch Alexander Sergejewitsch Puschkin waren je auf Island. Deshalb können sie auch nicht Valahnúkur gesehen haben, Felsklippe mit grünem Schopf, Nordpunk im Atlantik: Das Geheimnis dieses Ortes schwankt zwischen Golfstrombewegung und Grönlandpassage, ausgleichendem Fluss durch die Weltmeere und Gegenstromprinzip auf Willensbasis, das von der Schneeschmelze bis zum Hochofen tausend […]

Der Atem einer Ärztin : dicht

Sonntag, den 24. Februar 2008

Der Atem einer Ärztin : dicht am Ohr : ein tiefes Schniefen Keuchen : Flüstern : das sagt nichts : vor allem : bilde dir nichts ein : auf ihre kalte Nase : hinterm Ohr holt sie sich Wärme nicht bei dir : das war’s das war es nicht : sie tanzt & zieht dich […]

Bär : l : in : Aale

Sonntag, den 17. Februar 2008

Verloren ist der Tag an einen kahlen Zweig : kontrastreich stachelt er ins Abendrot auf meinem Teller tummeln sich die Zahlen die Schornsteine am Horizont : sie fallen aus dem Lot Die Nacht ist kurz mit Liebe & Verbrechen du hast es nicht gehalten : dein tödliches Versprechen abgewirtschafteten Spelunken fliehst du in die Arme & […]

Langsames Erwachen

Sonntag, den 17. Februar 2008

Kein Erwachen, nur das Aufschlagen der Augen. Kein Augenöffnen, nur die Feststellung des Daseienden. Keine Feststellungen, nur Beschreibung des Augenblicks mit Tautropfen im Nebel. Keine Beschreibung, nur Benennung von etwas, das als Ganzes nicht zu sehen ist. Ja noch nicht einmal Benennung: als ob Worten ein gemeinsamer Nenner eigen wäre, so ein Tropfengesicht unter der […]

Ma Bohème

Samstag, den 16. Februar 2008

Das Leben drückte mir einen süßen Judaskuss auf die Lippen – mir Unwürdigem, der schon im Schatten des Kreuzes fröstelte. So tauschte ich Jünger gegen Jünglinge und verschacherte das große Buch gegen ein Lustspiel. Das Leben schloss mich schon vor der Erkenntnis aus dem Paradiese aus; nicht mal ein kurzer Blick war mir vergönnt. Aber […]

Als der Mond von Osten auf die Erde herabschien

Samstag, den 9. Februar 2008

Odysseus an Penelope O Schmerzvermählte, in Ewigkeit Wartende, als Mutter eines Traums Wie ein wolkiger Himmel über der Wüste, deren Durst die reine Idee Des Durstes weit noch überstiege: Wasserfrau an der Seite des Meers, Ich kann deine Träume jauchzen hören im bauchigen Weltall des Donnernden Berges, dessen Stimme den Erdklang trägt inmitten Aller Stimmung, […]

… mit besten Grüßen, Thomas B. Fragment

Freitag, den 8. Februar 2008

“Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt, oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise, suchen und bloß vermuten; ich sehe sie vor […]

Kannst du es rauschen hör’n im Weiß der Dinge, soo Zungenspitze aus dem Rückenmark?

Freitag, den 8. Februar 2008

[Versuch einer Bestimmung der Grenze(n), welche die bekannte und unbekannte Welt durchzieht bzw. formen / erster Versuch] http://www.jens-rosch.de/plan214.htm Die Frage nach der literarischen Verwandtschaft von Film und Dichtung bzw. Roman und Sujet – was ist das Allgemeine der Geschichte, was das Besondere am bindungsfähigen Bild-Wort? – führt auf das Problem zu bestimmen, welche als Spur […]

Jewgeni Jessenin: Visuelle Anapäste

Montag, den 4. Februar 2008

Ah, ein goldenes Blätterkreiseln + Auf den rosigen Wassern des Teichs, ++ Gerade so wie ein Schmetterlingsschwarm + Seine Lebensziele erreicht. Hemmungslos heut verliebt in den Abend, + Nah beim Herzen verfällt gelber Grund. ++ Schlanker Wind – ewig Himmelsflüchter, – + Fährt der Birke mit Macht in den Mund. – Und die Seele so […]

John Coltrane, N.Y. 1959-05-05

Freitag, den 1. Februar 2008

http://www.michalevy.com/giantsteps_download “Nicht Bach, Meer sollte er(s) heißen”

Aber die Erde ist doch negativ aufgeladen

Freitag, den 1. Februar 2008

Frei flottierende Subjekte, keine Subjekte, nein, ein einziges Prädikat: negativ aufgeladen. Früh mit dem Licht unter der Regenrinne in ewigdauerndem Hinabfallen, begriffen als Sequenz Idylle? Beruhigung, Horror? Aber versehen, kaum versehen Mit neuen Attributen: Hans, Max, Paul & Paula – alle im Haus. Hier draußen zuckt es manchmal Am Himmel, Gedanken auf der Flucht, welches […]