Geschrieben von Viktor, am 28. Februar 2008 um 16:37
Ein neues Zeitalter hat begonnen. Niemand hat es gedacht, doch nun ist es da. Wie konnte es geschehen? Zuerst wurde das Rauchen verboten. Unter dem Vorwand der Gesundheitsprävention. Die Leute nahmen es hin und saßen fortan ohne ihren Glimmstengel in den Kneipen, glaubten, das wäre alles. Die Regierung fühlte sich ermutigt. Als nächstes war das […]
Geschrieben von Patrick Beck, am 27. Februar 2008 um 08:46
Seit vielen Jahren kreuzt die Nautilus in den Meeren. Sie ist gewunden wie eine Spirale, früher ähnelte sie einer spitzen Zigarre. Kein Hafen steht unter ihrem Namen, ihr Heimathafen sind die Ozeane. Wenn sie einen Hafen anläuft und wir auf Große Liege gehen, so lasse ich die Luken für Neugierige öffnen. Ich zeige ihnen das […]
Geschrieben von J. W. Rosch, am 26. Februar 2008 um 15:38
für Elisa
Weder Caspar David Friedrich noch Alexander Sergejewitsch Puschkin waren je auf
Island. Deshalb können sie auch nicht Valahnúkur gesehen haben, Felsklippe
mit grünem Schopf, Nordpunk im Atlantik: Das Geheimnis dieses Ortes
schwankt zwischen Golfstrombewegung und Grönlandpassage, ausgleichendem
Fluss durch die Weltmeere und Gegenstromprinzip auf Willensbasis, das
von der Schneeschmelze bis zum Hochofen tausend Sekunden mit dem Klappern zweier
Kochtopfdeckel zu […]
Geschrieben von Viktor, am 24. Februar 2008 um 20:56
Der Atem einer Ärztin : dicht
am Ohr : ein tiefes Schniefen
Keuchen : Flüstern : das sagt
nichts : vor allem : bilde
dir nichts ein : auf ihre kalte
Nase : hinterm Ohr
holt sie sich Wärme
nicht bei dir : das war’s
das war es nicht : sie tanzt
& zieht dich auf’s Parkett
die keusche : einst
tanzte sie Ballett : wildledern
ihre […]
Geschrieben von Viktor, am 17. Februar 2008 um 23:59
Verloren ist der Tag an einen kahlen
Zweig : kontrastreich stachelt er ins Abendrot
auf meinem Teller tummeln sich die Zahlen
die Schornsteine am Horizont : sie fallen aus dem Lot
Die Nacht ist kurz mit Liebe & Verbrechen
du hast es nicht gehalten : dein tödliches Versprechen
abgewirtschafteten Spelunken fliehst du in die Arme
& rettest deinen kalten Arsch ins Warme
Aus allen […]
Geschrieben von Kraba vel Jop, am 17. Februar 2008 um 23:00
Kein Erwachen, nur das Aufschlagen der Augen.
Kein Augenöffnen, nur die Feststellung des Daseienden.
Keine Feststellungen, nur Beschreibung des Augenblicks mit Tautropfen im Nebel.
Keine Beschreibung, nur Benennung von etwas, das als Ganzes nicht zu sehen ist.
Ja noch nicht einmal Benennung: als ob Worten ein gemeinsamer Nenner eigen wäre, so ein Tropfengesicht unter der nicht sichtbaren Sonne im […]
Geschrieben von Flo, am 16. Februar 2008 um 11:47
Das Leben drückte mir
einen süßen Judaskuss auf die Lippen –
mir Unwürdigem,
der schon im Schatten des Kreuzes
fröstelte.
So tauschte ich
Jünger gegen Jünglinge
und verschacherte das große Buch
gegen ein Lustspiel.
Das Leben schloss mich
schon vor der Erkenntnis
aus dem Paradiese aus;
nicht mal ein kurzer Blick
war mir vergönnt.
Aber ich, verkommener Engel
entsage dieser trüben Hoffnung.
Das Leben ist verdammt
teuer, wenn man überlegt,
womit Eva einen […]
Geschrieben von J. W. Rosch, am 9. Februar 2008 um 14:24
Odysseus an Penelope
O Schmerzvermählte, in Ewigkeit
Wartende, als Mutter eines Traums
Wie ein wolkiger Himmel über der
Wüste, deren Durst die reine Idee
Des Durstes weit noch überstiege:
Wasserfrau an der Seite des Meers,
Ich kann deine Träume jauchzen
hören im bauchigen Weltall des
Donnernden Berges, dessen Stimme
den Erdklang trägt inmitten
Aller Stimmung, dessen Grollen
den Himmelsgeist befällt wie
Die Umlaufkraft einen planetarischen
Pilger, meine Nichtgekannte - […]
Geschrieben von Zhenja, am 8. Februar 2008 um 12:42
“Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt, oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise, suchen und bloß vermuten; ich sehe sie vor […]
Geschrieben von Juri Tynjanow, am 8. Februar 2008 um 01:52
[Versuch einer Bestimmung der Grenze(n), welche die bekannte und unbekannte Welt durchzieht bzw. formen / erster Versuch]
http://www.jens-rosch.de/plan214.htm
Die Frage nach der literarischen Verwandtschaft von Film und Dichtung bzw. Roman und Sujet - was ist das Allgemeine der Geschichte, was das Besondere am bindungsfähigen Bild-Wort? - führt auf das Problem zu bestimmen, welche als Spur erinnerbare weil […]