Geschrieben von J. W. Rosch, am 31. März 2008 um 21:51
Die Fahrt auf dem Fluss hatte einige Jahre gedauert: das Geriesel der
Quellen, gleichmäßiges Plätschern, so wie Gewohnheiten irgendwann Ge-
Danken sind & sich abwenden von dem Ort, da sie das Licht der Welt
Erblickten. Alles fließt. Die Erinnerung schult sich zunächst in der Beob-
Achtung der Ränder - vom Hier & Jetzt aus beginnt der Blick in die […]
Geschrieben von Andreas Hegewald, am 31. März 2008 um 19:58
Schreiben ist reden
mit einer Flüssigkeit
der man nicht
zu folgen
gewohnt ist
Trocken stehen
die Häuser
in bleichem Licht
verschont
von der Tinte
Geschrieben von Andreas Hegewald, am 31. März 2008 um 19:57
A und O
Engel schreiben nicht
mit der Feder
Sie sind an
alpha
beten
Vor dem Richtstuhl
mit dem goldenen Buch
in dem sie nicht
stehen
So überfliegen sie
die Seiten
mit ausgreifendem Flügel
Beschreiben
den Bogen
Zurück zum Anfang
von omega
Geschrieben von Juri Tynjanow, am 27. März 2008 um 23:28
Welimir Chlebnikow
Aus: Blitze-Schwestern
4. Segel
Seelenwanderung
51
Himmel, sei du nun fortan aus Stein!
In die Weite treibt’s mich hinein.
61
Ich bin das Buch der ausgetrockneten Meere.
62
Und ich werde ein Messerchen sein.
Zu Feldern zusammengefaltete Flügel …
[vgl. Ossip Mandelstam, Achtzeiler]
Geschrieben von Kraba vel Jop, am 27. März 2008 um 16:58
1
Vielleicht bin ich zu alt für diesen ganzen Zauber.
Ich trat vor die geheimnisvolle Wand und stieß mir den Kopf. Dabei wusste jeder um die selbstverständliche Mechanik dieses Ortes. Aber es war der falsche Ort. Oder sollte es gar ein falsches Geheimnis sein?
Ich hatte am Anfang von Bahnsteig neun gestanden und die Leute beobachtet, fast eine […]
Geschrieben von crysantheme, am 26. März 2008 um 12:51
Die Serviette war aus bleichweißem, gestärkten Leinen. Eberhard Spengler lüftete sie vom Teller, entfaltete sie als hätte er Geburtstag und somit Überraschungen zu erwarten - die Erwartung war das, was es auszukosten galt, - und wurde urplötzlich von dem Drang befallen, sie sich um den Hals zu legen und dann langsam immer fester zusammenzuziehen. Unter […]
Geschrieben von crysantheme, am 26. März 2008 um 12:38
In der Nacht vor Weihnachten schrieb sie einen Roman. Weil der Schnee nicht hatte kommen wollen. Das Thermometer war auf drei Grad Celsius stehen geblieben, es roch nicht nach Fichtennadeln, es roch nach Benzin und schmutzigem Regen. Schmutziger Regen hat einen eigenen Klang. Man weiß, dass volle Mülltonnen vor der Haustür stehen und vor den […]
Geschrieben von crysantheme, am 25. März 2008 um 00:17
Was nun? Ein paar Abende hatte ich im Haus verbracht, jetzt stand ich auf dem weißgekachelten Flur der Heilanstalt, ein Kind mit Zöpfchen, falschen Erwachsenenhandschuhen und rutschenden Söckchen. Adressen vergisst man nicht. Sogar Gedichte hatte ich in meine Tasche geschoben. Ein Handgepäck, innen verstärkt für fragiles Transportgut. „Komm in den totgesagten Park und schau…“ Gleich […]
Geschrieben von Zhenja, am 24. März 2008 um 23:58
Nachdem Johnny zehn Zeilen geschrieben hatte, hielt er inne. Die sommerliche Luft dehnte sich gespenstisch durch das offene Fenster. Hinter den Bäumen am Fluss sank der Abend hilflos auf sich verdunkelnde Wasser in Glas. Über ihnen blitzte ein erster Punkt auf. Die Nacht erhob ihr sternbekränztes Antlitz und schaute mit kühlem Windhauch hinein ins Zimmer, […]
Geschrieben von admin, am 24. März 2008 um 18:37
Die erste Runde der Inskriptionen nähert sich dem Ende. Bis zum 31. März können noch Texte für die Anthologie Nr. 1 eingeschrieben werden. Die Redaktion liest schon eifrig und wird im April die Auswahl zusammenstellen. Damit geht Inskriptionen ins zweite Jahr und, wenn frei nach Platon Papier so etwas ist, wie der kleine Tod des […]