Geschrieben von Albert Cahier, am 29. Juni 2008 um 18:08
Hechelndes Klappern der Tastatur : das heißt Schreiben
die Ohren geschützt vorm Geplapper am Nachbartisch
durch schwarze Stöpsel : aus denen Musik quillt
wie Mineralwasser : klar & medium
gerade gereckt : der Rücken : fällt
in sich zusammen : Haltung bewahren
darauf kommts an : wir schreiben alle
irgendetwas : meistens Berichte
die drei Tage später schon wieder vergessen sind : wenn
überhaupt […]
Geschrieben von Gesche Blume, am 23. Juni 2008 um 17:28
It’s calculated parody.
Kalkulierte Parodie, als
eine Gleichung: Poesie,
A no-equation-poetry.
verwundbar, biegsam,
spaltet, zersplittert sie nicht
Splitting, splattering.
endlich, – auf Stein und Porzellan,
Porcelain.
auf
schimmernd – Der Preis für die Liebe – weiße –
Kacheln.
Schalen, innen Purpur, Farbe,
Italian glazed tiles.
Splatterboxes, Pagenfrisur, va blonde,
alles fällt In A-
-Symmetrie,
All lines must fall by your leave.
untilgbar, gestundet, umrundet,
auf Dein Geheiß im 25. Jahr.
Bloß so, zum Scherz,
gefangen, an […]
Geschrieben von crysantheme, am 20. Juni 2008 um 13:47
Stärkt mich mit Äpfeln, mit Rosinenkuchen, denn Liebessehnsucht hat mich krank gemacht. (Das Hohelied Salomos)
Pünktlich an Thunderballs 25. Geburtstag hatte Rosalie sich mit Grippe infiziert. Bereits am Mittag nach der Schule lag sie bei der Oma auf dem Sofa (pofa-sofa-profano-so-ein Reimmm…) und konnte sich vor Fieber nicht mehr bewegen. War das sein Geburtstagswunsch, dass ein […]
Geschrieben von Zhenja, am 18. Juni 2008 um 21:44
Vom Bahnhof aus liefen wir mehrere Stunden in den Wald hinein. Die Zweige der knisternden Tannenbäume entfalteten sich vor den Augen zu einem grünen Teppich, auf dem der Blick ruhen konnte wie auf einer Couch. Kalte Luft drang in die Nase, ihr würziger Duft war ein seltsames Gemisch aus Sonne und Schnee. Je weiter der […]
Geschrieben von Zhenja, am 12. Juni 2008 um 21:43
Was mochte unter deinen Lidern vor sich gehen? Du lehntest in der Ecke des Abteils, der rote Lederbezug der Sitze war ein ziemlich schäbiger Himmel, und die Gestalt, die mir da gegenübersaß, war durchaus kein Engel, es war ein menschliches Wesen, Fleisch und Blut mit engelsgleichem Antlitz. Die roten Ledersitze waren abwaschbar, und nachdem auch […]
Geschrieben von Albert Cahier, am 9. Juni 2008 um 22:15
Gedichte hören heißt den Wind hören : das Rauschen
grau : des Verkehrs : das Verstummen
der Stimmen : Gedichte sind hörbares Schweigen
urbar gemacht : Rohstoff
der Ohren : Gedichte nisten in Pausen
massieren das Trommelfell : finden
den Weg durchs Labyrinth der Gehör-
gänge : rufen Schwindel hervor : das ist
die Wahrheit : Gedichte dröhnen nicht
sie gehen der Musik voraus […]
Geschrieben von Albert Cahier, am 8. Juni 2008 um 20:49
Gedichte lesen heißt Gedichte schreiben : wer liest
der schreibt sie neu in seinem Kopf : der Klang
entsteht im eignen Ohr : des einen
Schönheit ist des andren Haß & Wahrheit
ist eine flüchtige Muße : erfunden
im Auge des Dichters fällt sie
in den Blick des Richters : Dichter
sind Richter : vergiß
Reim & metrische Bindung
Geschrieben von Immortelle, am 7. Juni 2008 um 14:01
Und meine sieben wunden punkte
auf denen die großen ochsenfliegen
ihre eier ablegen neben die du dich
hinsetzt als wäre es normal verdammter
streichst mit der linken über mein stoppelfeld
das waren mal wünsche sind jetzt abgemäht
ziehst mich fest zu dir dass ich rauch fisch
und fäule rieche und zeigst mit dem finger
schau da drüben die hübsche kleine dichterin
wie sie in […]
Geschrieben von Zhenja, am 6. Juni 2008 um 17:47
Wir werden einen Schneesturm fordern,
damit er treibe
durch Abgründe der Vitrinen.
Gennadij Ajgi, Frau von rechts
Ich war einverstanden gewesen. Wir trafen uns am Bahnhof und nahmen den Zug in Richtung Süden. Hinter dem Fensterglas lagen die verschneiten Wiesen und Felder in der Sonne, sie zogen am reglosen Blick vorbei wie Bilder einer besseren Welt, im überheizten Abteil […]
Geschrieben von Logik des Traums, am 2. Juni 2008 um 10:17
“Wir leben nicht im frühen 19. Jahrhundert.”
Plagiat der dt. Romantik, schon die Familie Mann
Erkannte diesen Stilfehlgriff
rechtzeitg und
hat sich aufgeschwungen
Tradition und Moderne
in ein harmonisches Gleichgewicht -
zu pre— halt!
In Müsli-Harmonie
un-gepost-modern, gekleidet
Pastell, nicht neon,
nicht gelb, nur grün -
dann schon lieber Vokuhila.
“Zurück zur Natur!”
und ins Orkustürmchen
elitärer Dichtkunst.
Liebe Jungen und Mädchen, wollt ihr
mit Johann Wolfgang verkehren?
Bedenkt, er war vielleicht ‘ne […]