Geschrieben von Zhenja, am 29. August 2008 um 11:06
Ich versuchte fieberhaft, einen Reißverschluss zu öffnen, der sich verklemmt hatte. Je mehr ich mich anstrengte, diese eine Naht aufzutrennen, mit der sich zwei offenbar gut zueinander passende Hälften aneinander gefügt hatten, umso schwieriger wurde es, überhaupt einen Fortschritt im eigenen Tun zu erkennen. Irgendwo in meinem Leben - gewaltige Gefahr - drückte es mit […]
Geschrieben von Viktor, am 28. August 2008 um 00:10
Die aristokratische Prüfung
Bereits in der bürgerlichen Gesellschaft gehörten Herr Klopsig und Frau Edelsüß einer Minderheit an: dem ehemaligen Adel. Doch während Herr Klopsig - mütterlicherseits - dem verarmten Landadel zugerechnet wurde (die Herkunft väterlicherseits war eine andere Geschichte), wurde Frau Edelsüß in ein Geschlecht hineingeboren, dem die europäische Hochkultur einige ihrer schönsten Blüten verdankte. Nach […]
Geschrieben von Beke, am 26. August 2008 um 18:43
Heimgekehrt und aufgeklappt, Herz auf der Zunge und nicht Staub, doch siehe da, noch immer : Was für eine Trockensavanne. Da möchte man doch Steißvogel sein, auf dem Ast einer immergrünen Araukarie sitzen und krähen : Donnerfurz und Weltenei, Arsches Wunder ist vonnöten !
Geschrieben von J. W. Rosch, am 26. August 2008 um 09:27
Stand ein Mann am Straßenrand und wartete
auf das nächstbeste Auto, Fahr
Zeug das die Flöhe im Sack
An seiner Seite (Steine, welche?
Endgültig zum Tanzen: ___
Rieb sie sich zählend die, Papa warum
- Ach weißt du, Diamanten sind …
Ich erwachte und sah, dass sie nun schlief.
Geschrieben von Viktor, am 25. August 2008 um 00:02
Geschwisterliebe
Frau Edelsüß war eine blonde Frau und etwas dunkelhäutig. Mitunter ärgerte sie sich über ihr natürliches Blond und färbte sich die Haare dunkel. Dann wirkte sie arabisch oder kaukasisch. Sie war jünger als Herr Klopsig und mit pubertärer Lust ausgestattet. Die beiden flogen mit bloßen Armen durch die Lüfte, indem sie sich am Ellbogen einhakelten und mit […]
Geschrieben von Gesche Blume, am 23. August 2008 um 23:27
… erzeugt in mir den Wunsch nach mehr Theatralik. Kann Theatralik ein Irrtum sein? Kann man mit Absicht daneben greifen ohne sich zu täuschen? Aus noblen Täuschungen, avant la lettre, ich korrigiere, avec la lettre, bauen wir unsere Weltanschauungen. Angesichts der sich ausweidenden, ausschweifenden Beziehungskatastrophen und der in Sätzen aufweichenden klassischen Irrtümer appeliere ich heute an die […]
Geschrieben von crysantheme, am 23. August 2008 um 16:55
Mokantes Lachen ist der Name
schillernd-schwarzer SilikonFlächen
LexiconStimmen
Geflüster grünes Leuchtenof
trifft sich um Körper
Lovedie Kopie eines
unberührten Halbtones
gedrehte Halbmonde
gegen
Ende
Geschrieben von Tan Go, am 23. August 2008 um 12:35
Zwei Gitarren : ein Schlagzeug mit Stimme
Break : Klavier und Trompete im Hühner-
Stall : puut-putt-putt, worksong, mitwirk
Dir dein Abendkleid bunt : companero -
& sing wie am Tor von Sing-Sing, wenn
Die Richtung stimmt, Richtung
Stimmt : _____
Geschrieben von J. W. Rosch, am 23. August 2008 um 00:42
Im Hexenwäldchen sprangen die Jauchzer meterhoch in den schwelenden Himmel hinan. Der See kochte friedlich in seiner Schale, die menschlichen Krebse am Ufer rösteten in der Sonne. Plötzlich flog ein Sandklumpen. Irgendwann wechselte er die Richtung und flog zurück. Ein zweiter Sandklumpen entfloh den Händen seines Schöpfers, um bald schon in der Wildnis zu zerschellen. […]
Geschrieben von Albert Cahier, am 22. August 2008 um 22:00
Eine Nacht in Czernowitz : die archaische Hoffnung
auf Geistesübertragung : Jena ist nicht genug
die östliche Fruchtbarkeit : sie blüht in den Kneipen
in Spielautomaten betäuben mit Muskeln bepackte Arme
ihre Wut auf den Systemwechsel : der wievielte
ist es überhaupt : wer wünscht
die großväterliche k.u.k-Zeit zurück
als alles so märchenhaft geordnet war & die Züge
eine tägliche Verbindung nach Westen […]