Monatsarchiv für Dezember 2008

sagenhaft

Montag, den 29. Dezember 2008

die vielen kartoffeln sie purzeln wie die worte über den rand der lippen die förderbänder stehn nicht still zu boden zu boden große haufen türmen sich vor dir und mir und anderen an jedem ort aufhören wo ist das mädchen mit dem e i n e n wort hilfe das ist ja die reine gehbehinderung […]

Schon kleben die ersten Kommentare dran

Donnerstag, den 25. Dezember 2008

Neulich wollte ich mal ausprobieren, wie es denn wäre, wenn mein Herr Hornberg mir plötzlich auf dem Bahnhof begegnen würde. Nun, von vielem verstehe ich ja nichts. Von meinem Hornberg eigentlich auch nicht viel. Ich habe ihn erfunden, das muss genügen, gehen muss er allein – oder vielmehr: rennen. Hornberg rennt durchs Leben. Heute ist […]

Wellen & Bäche

Dienstag, den 23. Dezember 2008

Ich lasse die Hügel hinter mir : vor mir liegst du mit deinen Wellen & Bächen : im Regen des Worts verstummst du : ächzend ein Berg : auf dem der Wein reift laß uns trinken : du schüttelst die Schafherde ab : alle Felle fallen zu Boden : wir stürzen die Falle schnappt zu […]

160°C

Samstag, den 20. Dezember 2008

3. April, 13.30 Der Tag beginnt gut. Ich gehe in die Küche und heize den Backofen auf 250°C vor. Da meine Füße heute nicht ganz so klamm sind, lassen sich die Hausschuhe leicht abstreifen. Ich bin zufrieden. Ich öffne die Ofenklappe und lege einen Hausschuh hinein. Die Hitze verteilt sich gleichmäßig, das Thermostat zeigt bereits […]

das licht und der wind

Samstag, den 20. Dezember 2008

von bienen zusammengetragen einmal durch den schlauch geschickt angezündet raum geworden erinnerung in nur zwei dimensionen

Advent

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

Er kommt, mit Garantie und all dem Gerassel wie jedes Jahr. Die Schneeflocken bleiben aus. Aber er kommt. Unerbittlich reißt er die Schubladen auf. Vom ersten bis zum letzten Tag. 24 mal öffnen. Was für eine grandiose Idee. Jeden Tag ö f f n e n. Die Fenster und Türen, Augen, Nase, Mund und Ohren, […]

Narzissen

Donnerstag, den 11. Dezember 2008

ein garten voll narzissen berauscht vom süßen duft die alabasterne reicht trüffel im morgengrau mit tau benetzt ersaufen wir

Grauzonen

Mittwoch, den 10. Dezember 2008

Grauzonen Ich bin ein rastloser Nomade, verliebt in die Abgründe zwischen den Grauzonen des Herzens. Ich bin ein Wanderer auf den Irrpfaden fremder Hoffnung und zwischen den Splittern gebrochenen Rückgrats. Dort, – wo keine Wahrheiten mehr gedeihen, nur diese wunderschönen Laster, die ein Leben tief aus dem Innern sprießen, befingere ich meinen Seelenspiegel, taste nach […]

Schweinegeometrie [4, 2, 1]

Dienstag, den 9. Dezember 2008

Am Anfang war der Kot, jene Eigentümlichkeit der körperlichen Verfassung eines revierbildenden Gattungswesens, die dieses in die Lage versetzte, aus der Gesamtwahrnehmung eines Hier und Jetzt die ungemein gefährdenden Momente herauszulösen, den Umstand nämlich, dass in jenem Teil der Welt bereits ein Lebewesen, dessen körperliche Ausstattung der eigenen um keine Klaue und keinen Zahn nachstand, […]

paranoia, pink

Montag, den 8. Dezember 2008

Der Wühltrog läuft über, ich tauche meine Finger ein. Nasowas. Bücher. Schwarze Molche hinter Glas, Guppys im Aquarium. Die Meerschweinchen huschen von einer Sägemehlecke in die andere. Gegenüber erhebt sich ein Tütenberg. Tulpenzwiebeln. Magenta. Grünkittel tragen Töpfe. Von links nach rechts und gradeaus. Blattpflanzen. Ich halte mich an den bunten Blättern fest. Blättere und blättere […]

Narrenliteratur (1)

Montag, den 8. Dezember 2008

Geburtstag Wünsch mir Gesundheit Glück und Geld – ich will ein Tor sein in der Welt – Denn so ein Tor kommt selten vor – der Torheit liebt und davon gibt – das bisschen Törichtsein noch teilt – wo alles nach der Weisheit eilt – Lasst mich probieren obs noch geht – ich dreh an […]

Im Vektorraum [4, 1, 1]

Sonntag, den 7. Dezember 2008

Vers la fin d’une nuit, au moment idéal Où s’élargit sans bruit le bleu du ciel central Je traverserai seul, comme à l’insu de tous, La familiarité inépuisable et douce Des aurores boréales. Houellebecq, Die kontrahierenden Operatoren Es begann mit einer einfachen Bewegung. War es jenes Hin- und Her einer pinselhaarigen Bürste, gefärbtes Schweinehaar in […]

Besuch in einem alten Zimmer [2, 9]

Samstag, den 6. Dezember 2008

Ich zeigte dir voller Stolz mein Domizil: die Bücher, gesammelten Schriften und Kinderzeichnungen, zwischen denen einzelne Fotos wie graugestrickte Bildideen zur Illustration einer Tageszeitung steckten. Wir erforschten den Rauminhalt der Schränke, maßen mit Blicken die möglichen Verwandlungen der darin aufgestapelten Schichten, und wenn das Auge an einem außergewöhnlichen Detail hängenblieb, gab es keinen anderen Weg, […]