Geschrieben von crysantheme, am 25. Februar 2010 um 17:59
Eins
Vielleicht kann ich heute froh darüber sein, mich bei bestimmten Dingen zurückgehalten zu haben. Der Abstand zu dem, was wir gemeinhin die Realität nennen, hat in mir eine Art des Wirklichkeitssinnes geschärft, die in der heutigen Zeit rar geworden ist. So bin ich nicht den Sinnestäuschungen der Technik erlegen, halte ein Lederfauteuil bis heute für […]
Geschrieben von Zhenja, am 25. Februar 2010 um 08:57
Gehen wir unmerklich nun davon nach
Jenem Lande, wo die Ruhe als Erfüllung ist.
Möglich, dass auch ich in Bälde
Meine Siebensachen packen muss.
Meine lieben Birkenstämme! Dickicht -
Du bist Erde! Ihr - der weiten Ebenen Schlaf!
Angesichts des in die Ferne Schreitens dieser
Menge fehlt die Trauer zu verbergen mir die Kraft.
* * *
Geschrieben von Go Tan, am 23. Februar 2010 um 08:46
Was soll ich dort, wo ich hin will!
Ich fahre trotzdem weiter.
Das Gras erzitterte…
Ob es einmal gut wird, dort?
Zunächst Übungen,
Was will ich dort, wo ich hin soll?
Ich fahre erstmal weiter.
Trotz alledem!
***
Als Mühlrad dann wie Müller sein,
Shakespeare-Kleksographie
Kafkaschen Ausmaßes
Gesungen unterm
Rauschen des Wassers
In den Cobble Stone Gardens
Ewiger Kindheit trotz alledem!
Dort unten…
Geschrieben von chlebnikov, am 22. Februar 2010 um 23:22
Die Sprache der Tiere, die Zeichen im Wald
Mit dem Himmel erwachten die Stimmen zum Leben.
Ihre Körper durchstöhnten die Phantasie.
Ihre Leiber versuchten Antwort zu geben
Auf die Fragen des Suchenden wer, wo und wie?
Erst waren die Körper nur in Gedanken zu sehen.
Die Gestalt offenbarte sich gleich oder nie.
Später dann begannen sie Wege zu gehen,
Und was sprechend im […]
Geschrieben von karolin, am 22. Februar 2010 um 12:04
entgegen der enge
liegt liebe auf dem umweg.
ins direkte augenlicht
flackert neben angst
auch verzicht auf kampf
enge
Geschrieben von Zhenja, am 21. Februar 2010 um 01:00
für Andreas
An jenem Tag wurde selbst der Käptn geduzt
Und der Schiffsjunge galt ihm gleich an Talenten,
Mit gestrecktem Rückgrat und zerfetztem Verband
Hingen die Matrosen in den Wanten.
Die Türen unseres Verstandes
Aus den Angeln gerissen
Zu den Ufern voller Wunder,
Wie eingetaucht in ein Bett
In die ewig gewünschten und verheißenen Länder -
Die magellanischen und kolumbianischen.
* * *
Winde trinken mein Blut
Und […]
Geschrieben von Tan Go, am 19. Februar 2010 um 19:34
* * *
Vier Bretter sah ich fallen,
Mir ward’s ums Herze schwer,
Ein Wörtlein wollt’ ich lallen,
Da ging das Rad nicht mehr.
Geschrieben von chlebnikov, am 12. Februar 2010 um 23:27
Allein im Paradies
Das Meer hebt seine Wellen an den Strand.
Ihr Rauschen schiebt sich in die Worte.
Im Denken schäumt noch Untergang.
Das Träumen findet keine Orte.
Der Hunger zeigt sich als Bewegung.
Zähne ertasten süße Früchte.
Wasser bricht auf, wenn alles schwindet.
Ein Himmel steht und spricht zu mir.
Geschrieben von Zhenja, am 12. Februar 2010 um 20:40
Von China her weht
Warmer Wind gen Westen: Die
Temperaturen um den Gefrierpunkt
Lassen ein Mutterherz sieden.
Erste rasselnde Stimmen in
Der Tanne hinterm Haus
Zwitschern ihr Sarajevo.
Das Vollkommene aber
Hat keinen Anfang:
Edel, hilfreich und gut
Wird es selbst Jahrzehnte später
Noch einen Tornister ganz ausfüllen -
Mit den Leiden des Herzens,
Mit den Füßen im Schnee -
Was kaum einer mehr
Erinnert: Im Walde von
Combiegne saß unsichtbar
Ein […]
Geschrieben von Zhenja, am 11. Februar 2010 um 10:29
Der Blitz kam vom Himmel herab.
Ein Körper flammte auf: Viel später
Wird man diesen Vorgang
Mit dem Widerstand des Einzelnen
Gegen das universale Fließen
In den vorgezeichneten Bahnen seiner Bewegung
Erklären. Nichts ist erklärt. Nichts.
Der Wald stand in Flammen.
Was Beine hatte nahm sie in die
Hand: Heute ist die Bekleidungs-
Industrie ein gutes Stück weiter -
Der Mann im Asbestanzug
Lenkt seine Schritte einfach
In […]