Monatsarchiv für November 2010

Abbaye d’Jumièges

Sonntag, den 28. November 2010

Die Fenster nur Öffnungen; der Raum Nun ein Park: Auf der Wiese wie Puppenstuben Der Traum Von den eignen vier Wänden Nachts kann man hier wohl Den Mond flüstern hören Den Ort kümmert all das Nicht mehr; in der Dämmerung bündeln sich Die Geräusche Zu riesigen Bouquets Finsternis – Lichtreflexe Wie am Himmel, wenn es […]

nicht! – imperative

Samstag, den 27. November 2010

wirf mich nicht weg wie ein einmal getragenes hemd hänge mich nicht zurück in den schrank wie deinen hochzeitsanzug stelle mich nicht auf deine füße die mich tragen wenn wir tanzen stelle dich mir

im zwischen der nacht

Montag, den 22. November 2010

Die Wortkästen der Zeit zerbrechen am Bau der Veränderungen Ihre Wurzeln zerfallen wie die Knochen der Gefallenen Der Dienst ist getan stecken geblieben unbelohnt in den Worten, die schon lange nicht mehr fließen stocken im Nebel der Erinnerungen Aufrecht – wer den Worten eine neue Bindung leiht.

Erster Tag

Donnerstag, den 18. November 2010

Ankommen im Morgen : wenn die Radfahrer kindisch klingeln Omnibusse in ihrer Fülle zum Schlanksein verhelfen Hilfspolizisten hilflos pfeifen zartfühlende Mädchen das Haus verlassend auf die Straße spucken Arbeiter in blauen Jacken ihren Hintern heben über die Abortöffnung im Beton Fleischhändler mit roten Händen ihre schweren Messer schwingen Rikschas keine Rücksicht nehmen

miniatur in bewegung

Donnerstag, den 11. November 2010

übermorgen wird morgen morgen nicht sein: wir findet dort was ich träume, noch in sich un- endlich nennbar vorläufig substanz und schön, dass du hier bist

Schläft der unruhig

Donnerstag, den 11. November 2010

Nocturne Verblasen die frühen Klosterfelder ja so trink schläft der unruhig im Erdäpfelreich Larven, zum Aufstieg jetzt bereit Preussische Prokrustesbetten waren uns Heimstatt ja so trink diese Demut Demeters wir haben uns aneinander gewöhnt dem Weib der Mann, schmerzhaft inkliniert schwängern pro foufou Schimpansen schimpfen in Berlin über faule Kompromisse im Hinblick auf Importbananen liebloseste […]

Beijings Magistralen / nachts

Donnerstag, den 4. November 2010

Mondtrunken wandert das Auge vom Himmel auf die immergleiche Zeitwüste aus Stein / wo die Menschen sich im Zaubern versuchen / in Wolkenkratzern Höhe erklimmen / ihren Rausch in Quadern & Quadraten austoben Wüst liegt die Stadt / Öde weitet die Pupillen betonsperrig rahmt der Horizont die Welt unübersehbar zerfließend ins Grau der Moderne Wo […]