Monatsarchiv für Mai 2012

Berlin, noch immer August.

Freitag, den 18. Mai 2012

Spiel du doch mal mit deinem Einufern, Abgraben, leisen Tönen, hab dich noch nie so geliebt, weil dieses weisse Wesen dazwischen sich feinsilbig hör nur mal wie sie spricht das Strömen das Rinnen das Auswaschen deiner Träume: wolltest du mit mir stehenbleibn berühr mich nicht wenn ich in der Gegend liegen bleibe, spuck auf mich […]

Bootsfahrt

Donnerstag, den 17. Mai 2012

Aus der Tiefe blickt jemand herauf zu mir –     an die Oberfläche, auf der ich schaukel.   Ich setze mich zurück, erschrocken,   und ruder beflissen ans bergende Ufer.

Himmelfahrt

Donnerstag, den 17. Mai 2012

Der lange Weg ist der lange Weg. Mit Respekt vor dem Dasein gelingt es mir nicht, mich einzukugeln ins Nest der Verrannten. Denn lang zum Himmel ist der Weg. Der Weg ist lang.

ujjayi

Mittwoch, den 16. Mai 2012

wie unterm eis das schneetreiben von gestern meine lust von gestern vertreibt und mich in vorgedrungner nacht baumkronen erschlagen liegt der ursprung der tränen in einem atemzug das ganze grün der welt ausserhalb der worte die nägel schiessen von den kuppen das ist der schönheit letzter flug all deine zungen strudeln mich in figurale farben […]

ach herr krüger … herr sloterdijk …

Dienstag, den 15. Mai 2012

ach herr krüger. meine e-mail wird Sie wahrscheinlich nicht erreichen, weil irgendwelche lakaien sie abfangen. ich hab Sie beobachten dürfen beim letzten sloterdijk-sonnett mit dem walser-gockel … um gleich auf den punkt zu kommen: warum liessen Sie sich den schneid abkaufen … sloterdijk wollte diesen hanswurst und durchschnittsarschkriecher von walser doch gar nicht … in […]

zur schönen maienzeit

Dienstag, den 15. Mai 2012

Ein kleiner Wahn im Vorfrühjahr ist heilsam, für den König sogar, Doch Gnade Gott dem Narren – er will auf dies gewaltge Spiel das Wagnis Grün im großen Stil als Eigentum beharren! *** (Ein kleiner Irrsinn kommt im Mai, geht auch am König nicht vorbei, Doch Gott sei mit dem Harlekin – der dieses riesige […]

Zerfriss dich.

Sonntag, den 13. Mai 2012

* Die alten Äste riebst du mir aus den Augen mit deinem selbstverspielten Wehklagen wir sind genauso gelogen zerfriss die Ränder deiner Blätter die dich fast erstickt haben so früh wird es nun schon hell unterm Lid es singt das Licht und denkt sich in dich rein und dreht sich auf deine Haut Liebelein vergiss […]

Sätze: aus.

Sonntag, den 13. Mai 2012

Mal anhänglich ins Gras beissen. Auf dem Bildschirm der Krankenhausmaschine den Tod laufen lassen: sehn. Tief einatmen. Ausatmen. Schambessen. Doch noch Sonnenscheinnarben. Übernächtigte Fragmente. Gehorchende Bachmösen.    

Zur Erinnerung an unsere humanistische Bildung: Das Figurenlexikon

Sonntag, den 13. Mai 2012

Zum Beispiel: Thomas Mann, Der Zauberberg, 1924 Heute: Dr. Leo Blumenkohl aus Odessa. – junger Mann mit dünnem Schnurrbart -  der Kränkste am ganzen Tisch – still, ernst und menschenscheu – er “frühstückte vollständig schweigend” – lehnt es “rundweg ab”, sich mit Hans Castorp bekannt zu machen – mit einem Gesichtsausdruck, als habe er ” […]

7 auf einen Streich

Freitag, den 11. Mai 2012

Leidenschaft ist ihm nicht abzusprechen, dem Autor des sogenannten „Frontalangriffs auf die deutsche Lyrikszene“. Dieser Rundumschlag erschien am 6.Mai 2012 auf www.freitag.de unter der Überschrift : „Neue Lyrik – Neue Impotenz“. So richtig überzeugend ist er aber nicht. Als Liebhaber. Der Dichtung und der Philosophie. Er kennt sich aus der Schreiber. In Publikationen und einschlägigen […]

Am nerven rhythmen.

Freitag, den 11. Mai 2012

Denn irgendwann, inmitten eines Gesprächs vielleicht, weisst du es nicht mehr, oder in einem glücklichen Zustand, ging dir auf, dass du die immer gleichen Wörter und Vermeintlichkeiten als doppelte Halbwahrheit von dir gegeben hast, und das schon seit geraumer Zeit, ob du des nächtens nicht mehr alleingelassen werden oder die Stadt mit ihren Lichtern überfluten […]

Lyrikpolemik

Montag, den 7. Mai 2012

Patricia erhielt Verstärkung von einem Lyriker, der die neue Lyrik für abscheulich hielt. Sein Name war Klaus Kobold, eine Veröffentlichung konnte er noch nicht sein eigen nennen, trotz erfolgreich hinter sich gebrachten Germanistikstudiums. All die publizierenden und preisverwöhnten Lyriker, die sich in der Aufmerksamkeit der Jurys und Lektorate sonnten, riefen seinen Neid hervor. Reim und […]

ich schreibe so dahin (die zerbrochene glocke zeit)

Montag, den 7. Mai 2012

winzige weiße häuser wachsen aus den spalten und ruinen dieser ungemütlichen welt eine vorstadt der sehnsucht   in den häusern wollte ich zuhause sein, wären sie bewohnbar und nicht ein von weißen spinnen gewebtes schloss   hellgrüne fingerkuppen und blaue meisen kreuzen meine lichte, stürmische unruhe   die von meinen gezeiten bewegten wasser werden an […]

jalousie

Sonntag, den 6. Mai 2012

das in die asche starren hinter mir lassend und die nach unten geretteten fusssohlen schrei ich dir zärte zu flüster dir schläge ins gemach hochhackig mit schokostrümpfen oder hast du heute lebend noch was vor so gegen neun

Mein Davonlaufn.

Sonntag, den 6. Mai 2012

Bring mir eine Handvoll rutschiges Moos mit, mit dem ich mich einschmieren kann, kannst du das verstehn, oder solln wir uns endlich an den Wolken vorbeihangeln, ich bin so weit, auch ohne Maske, jetzt geht’s mir wieder besser, wir leisen uns ab, begraben mein Misstrauen zwischen deine Pobacken, am liebsten beim Abdunkeln, dein Schnaufen unterm […]