Monatsarchiv für Juni 2012

Sommerfest, früher

Samstag, den 30. Juni 2012

Ach Kind, wat ham wia früha imma jefeiert! , sagt Omma: Die Buttakrem Tage vorher jeschlagen, Fenster jeputzt, Lockenwickler in die Haare, Röcke jekürzt. Und jewartet aufm Liebsten! Und wenn der nich kam, der Liebste, dann war dat Jeplärre groß. Aba Mutta sachte: “Wer nich zur Sonnenwend kommt, der iset nich wert, meine Tochter zu kriechen! […]

Aus der Rubrik: Was immer schon mal gesagt werden musste

Freitag, den 29. Juni 2012

1. Geh mir vom Sack Freitag morgen in der Bäckerei. Kurz nach sieben steht einem der Sinn nach Kaffee. Mit Zucker. Mehr nicht. Ein Brot vielleicht? Nein. Danke. Das ist aber ganz frisch. Und gesund. Wir nennen es die Eiweißspritze. Nein danke, die hatte ich gestern abend. Verständnisloses Lächeln. Sie ist drall, straff und gut […]

alte laufmasche …

Dienstag, den 26. Juni 2012

Vorhin hast du gesagt, dass ich dich wecken soll, wenn ich mich neben dich lege. Hast du dich da schon erwischt, sei ehrlich, als du mir nicht zugedacht/zugelacht warst. Es war alles für sich. Aber du brauchst mich nur ins Paradies führn. Mit deiner alten Laufmasche. Die macht mich am glücklichsten. Wie trunken. Zwitschert mir […]

Pisse eines verwesten Gotts.

Dienstag, den 26. Juni 2012

Schnaubst du noch ein wenig mit mir am Eisfeld herum. Da war noch gar nicht richtig da, fast verwest wie ich im letzten Jahr, als sich uns für den Moment nichts verzeihen wollte. Warum sollte ich mir was einreden, was von der Haut abrutscht, du nicht mehr ablutschst … deine gelbe Hölle ist die Pisse […]

After eight.

Dienstag, den 26. Juni 2012

Manchmal entsteht ein Begattungshass. Und es entsteht ein Armenhaus der Gefühle. Wir sind dann nur noch nett zueinander. Danach strafverwaldet. Kaum enthäutet. 

Zucker!

Dienstag, den 26. Juni 2012

Ab einem gewissen Alter, wenn Geburtstage eher gemischte Gefühle als Freude hervorrufen, trägt frau im Gesicht Ledertasche. Männlicher Logik zufolge sollte sie sich darüber freuen, hat sie doch oft genug beim Einkauf Taschen aus echtem Rinds- Schweins- oder Ziegenleder bewundert – und getrauert, dass sie sich mangels guter Tätigkeit oder reicher Ehegatten diese nicht leisten […]

Neunzehnuhrneunundzwanzig:

Sonntag, den 24. Juni 2012

Ich bin kaputt. Dabei habe ich eigentlich nur bis fünf Uhr effektiv gearbeitet – aber immerhin viereinhalb Seiten geschrieben. Hab jetzt sechzehn Seiten im zweiten Kapitel und schon vier Seiten für den Schluss, aber die müssen nochmal überarbeitet werden. Mein Kopf tut mal wieder weh… ich hoffe nur, dass das irgendwie alles wenigstens einigermaßen gut […]

Rosen ein Tänzeln.

Sonntag, den 24. Juni 2012

   Pass auf, Klumpen, geh mir auf den vorübergehenden Sack oder entdeck dich. Aus dem Betrüben sticht wie ein Säuferfisch ein grosses Maul. Spricht eine hohle Blase, die ich dir überlasse. Mir sind da zu selten authentische Votzen über den Weg gelaufen. Weil ich selbst so war. Unwahr war. Aus meinen Ohren kriechen wollte bei […]

Anvermöst.

Sonntag, den 24. Juni 2012

Danach anvermösender Treibsand im Auge. Wie beginnt das Herz herumzutollen. Wenn es keine spitze Göttin hat, die vor Abgrund am Rothenstein nagt. Danach war der Traum geträumt – und ich brauchte mich nicht mehr zu wundern. Ich hätte mich nur noch schlicht verleumdet. Da kam mir Gedanke, nur noch Gefühl sein zu wollen. Wie Schmacht.  

Zum Sommerfest

Mittwoch, den 20. Juni 2012

“Warum so traurig?” “Ich bin einsam.” “Warum suchen Sie sie dann, die Einsamkeit?” “Ich suche sie nicht. Ich fliehe nur die Vielsamkeit, diese falsche Betschwester des Gegenglücks. Nennen Sie es ruhig geistlos, zufrieden in seinem Unglück.”

der schaum der minuten

Dienstag, den 19. Juni 2012

(gaga ganzmenschs feierabendferse) die amphoren des gewöhnlichen schütteln sich im staub der familien dachböden und schäumen über im sommerbeben der fensterschwestern aus dem dritten stock segelt ein tuch händler und lächelt schweigend wunder gibt es immer nur an feiertagen oder in den ferien kolonien der delospermae

Ach, danke…

Montag, den 18. Juni 2012

… sagt er, wenn man ihn fragt, wie es ihm denn gehe. Nicht “ach danke, gut” oder “ach danke, schlecht”. Soviel der Bescheidenheit. Schlicht: “ach, danke”. Ich bin beeindruckt und danke. Ab. Denn mehr als dreimal hintereinander Beiträger sein, das verkrafte ich nicht. Ich könnte jetzt weiter gagametaphorisch philosophieren, beispielsweise über den Spermabaum, der im […]

Pferdemist

Sonntag, den 17. Juni 2012

Und wieder einmal bringen wir den Kreiselkompass in Position und blicken gelassen der Wiederkehr des Immergleichen ins Gesicht. Gestern Abend sind wir mit dem Fahrrad in dünner Straßenbeleuchtung ums Karree gefahren, erinnerten uns dabei an den Dresdner Autor Jens Wonneberger und sein Buch aus den Nullerjahren, mit dem es ihm gelang, aus seiner Schreibkrise eine Milieuskizze […]

“Das kann er doch im Garten anziehen!”

Freitag, den 15. Juni 2012

“Wir waren ganz normale Nazis” – Teil 2 Sein Geburtstag. Nicht viele Gäste, nur ein paar Verwandte. Freunde aus alten Zeiten, Erinnerungen an Bombentrichter und Totengräber, Büchsenfleisch. Selbstgedrehte Zigaretten aus zusammengekratzen Tabakkrümeln. Die Schwägerin bringt einen süßen Rotwein und zählt an ihrer Hand die letzten Todesfälle ab. Erzählt die Geschichten dazu. Die Bestattungsformen, die Reaktionen […]

junizorn

Donnerstag, den 14. Juni 2012

(protonymer gebetsentwurf) der morgendliche wunsch nach einem beben alles ist gut doch etwas namenloses fehlt die delospermae spreizen sich im licht und gliese 581 c ist noch nicht bereit ich möchte was ganz anderes erleben das gras ist immer grüner anderswo es ist doch ziemlich freundlich dieses fließen woher die sehnsucht nach dem großen beben