Monatsarchiv für Oktober 2012

gegenwartsdichter

Mittwoch, den 31. Oktober 2012

sie misstrauen der sprache sie spalten silben (wie atome) sie brechen (regeln und formen) und erfinden neue perspektiven sie misstrauen der sprache aber lieben die sprachen sie spalten silben wie atome aber hassen den müll sie wollen nichts erklären sie wollen nichts beweisen sie wollen verunsichern und bewundert werden sie verknüpfen widersprüche sie verflechten unzusammenhängendes […]

DIE WAND

Dienstag, den 30. Oktober 2012

deja-vu. alles mal gedacht, alles mal gefühlt. aber nie so brilliant in worte gefasst. das empfehlenswerte wagnis der konsequenz. und hier auch noch grandios in bilder umgesetzt: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wand_%28Film%29#cite_note-2 (man kann sich natürlich auch langweilen dabei. das hängt ganz davon ab).

Für eine Weile

Sonntag, den 28. Oktober 2012

Das Tempo ist gedrosselt. Zwischendrin ein Halt auf Freier Strecke. Die Müdigkeit baut sich langsam auf. Die Rentner sind ermattet. Das abgegriffene Shírt, jede Pore der Haut schafft eine Verbindung zwischen ihr und den Aphorismen der Außenwelt, die nun langsamer strömen. Jenna nickt ein in dem Nest aus Qualm, Wurstgeruch, Bananenduft und menschlichen Ausdünstungen. Hängt fest darin […]

Nur geträumt

Sonntag, den 28. Oktober 2012

Das Haus war leer. Abends nach acht, wenn die Mutter den Auflauf für Ausfahrdienste heiß machte, der Vater auf Sitzungen Lehrgänge vorbereitete, ging Jenna spazieren. Es war nach der Schulzeit. Das halbe Jahr vor dem Studium, das sie nutzlos verbrachte, lange schlief und abends allein durch die Straßen wanderte. Sie träumte von der Zeit danach. […]

Vanillemilch

Samstag, den 27. Oktober 2012

Auszüge aus einem geplanten Romanprojekt mit dem Arbeitstitel “Jenna liebt Gin” Kurze Inhaltsangabe: Jenna, eine zu Beginn des Romans 19-jährige junge Frau, verlässt ihr zu Hause mit dem Ziel, das, was sie nachts träumt, in die Wirklichkeit zu übersetzen. Der Text besteht aus bisher 21 Szenen, in denen sich die Träume sukzessive in Wirklichkeit umwandeln, […]

Freitag, den 26. Oktober 2012

verschreibe mich

klarer gang.

Freitag, den 26. Oktober 2012

unsere begegnungen sind letztlich liebeserklärungen … nachher stand ich da + beobachtete dich noch eine weile … als ich deinen namen in die weite rief (der wind war auf meiner seite), drehtest du dich um + hobst gleich winkend die hand … wie wenn die nacht verschwindet …

Fragmente/ Das Reh am Abgrund

Mittwoch, den 24. Oktober 2012

I will have spent my life trying to understand the function of remembering, which is not the opposite of forgetting, but rather ist lining. We do not remember. We rewrite memory, much as history is rewritten.  Chris Marker, Sans Soleil FRAGMENTE Unter einem Wunderbaum, Platane genannt, sitze ich in der letzten goldenen Herbstsonne. Sanft zieht […]

tier

Mittwoch, den 24. Oktober 2012

hier drinnen bilden die spinnenfäden ein netz unter dem boden das licht strömt an den dielen vorbei vorbei geht jeder klang auf kalkigen füßen dabei höre ich felltatzen tänzeln   ich sehe dich, mein tier!

alles nah und farbenfroh

Dienstag, den 23. Oktober 2012

blau und gelb gibt grün. nochmal ins boot. denn lila leere, die gibts auch. weiße elster rote laus. allesamt flussabwärts. und erst die grauen, die mit dem beutel in der hand, die mit dem gnadenbrot. doch auch die rosigen, die frisch vermehrten, die mit den süßen senkern. alle sind sie dabei. alle üben sie die […]

irrwisch

Sonntag, den 21. Oktober 2012

pailletten in flammen zurückgeworfen ach komm die glitzerteufel singen grad so asymmetrisch la melodie d’amour hatte dieser tag nicht eine wunderkappe aus hitze lass mich deine röchelnde furie sein dein ew’ges mädchen überschweig mich doch

Herzstück

Samstag, den 20. Oktober 2012

Für A. Ich werde Sie nicht stören. Trinken Sie einen lauwarmen Kaffee mit halbwegs aufgeschäumter Milch, nehmen Sie auch ein Glas Leitungswasser dazu. Ich weiß, dass sich unsere Gewohnheit, dieses auf dem Abstieg befindliche Lokal aufzusuchen, jetzt abschleifen wird, aber dies ist notwendig, um mit Ihnen neue Gefilde zu begehen. In Ihrer Kammer werden alle […]

amsel

Freitag, den 19. Oktober 2012

Auf einem Balkon etwas unterhalb, im Haus gegenüber, lehnt eine schmale Gestalt und raucht. Der safrangelbe Morgenmantel, die kurzen schwarzen Haare und ungewöhnlich weiße Arme, die über das Geländer ragen, lassen sie aus der Entfernung unwirklich aussehen. Eine rauchende Japanerin vielleicht. Falls es hier Japanerinnen gäbe. Die Gestalt blickt in eine andere Richtung. Die Amsel […]

betrunken …

Freitag, den 19. Oktober 2012

Wie wär’s mit ihr selbst? Haut. Deiner mitunter. Es giebt Lebensschwachstellen, denen du ausgeliefert bist. Wie Liebe. Und dem danach. Hodensack du berührst die Möse ganz sanft, wie eine betrunkene Dasisseskeit. 

wie umarmen …

Dienstag, den 16. Oktober 2012

als schiene die sonne extra in meine obdachleere … als (be)trüge sie mich nie mehr … als (be)stürzte sie sich : auf mich … als fing(erte) sie mich an jedem einzelnen haar auf …