Monatsarchiv für Januar 2013

dämonen (1)

Samstag, den 26. Januar 2013

Gegen Mittag erreichten wir, während ich auf dem Beifahrersitz im Halbschlaf von einer Horde grauer Lemuren träumte, die im Regen über die Straße tollte, die letzte Hügelanhöhe vor dem Städtchen. Es roch nach Staub und warmem Asphalt, bald würde eines dieser kurzen aber heftigen Augustgewitter über uns und unseren neuen Heimatort niedergehen. Asja saß angespannt […]

Nazi-Punk : reif für die Insel

Donnerstag, den 24. Januar 2013

“Ist David C. eigentlich jünger als Billy I.?” “Hm, schwer zu sagen. Jung sind’se beide nich mehr.” “Und was kam nochma danach?” “Demokratie?”  ”Hm.”

verzagen

Donnerstag, den 24. Januar 2013

das schweigen gebrochen am wasser trunken die schattenrisse der bäume zwischen himmel und erde liebesperlenmusik schweiss zerquetschter sommernächte bilder erdunkelt und fern wie donnergrollen glückselige meldodei ihrer finsterheit schwärmerei ein leuchten ein leuchten meertief und golden ich flieh in dich hinein wie kann ich leben weidwund dir erlegen eine sehnsucht senkt mir das herz in […]

aus. satz. olé!

Mittwoch, den 23. Januar 2013

wieviel gramm wiegt ein jahrzehnt ? heute noch in den fünfzigern. morgen einfach 60. sechzig und aus. das klingt doch schon wie aussechzig, ich meine das mit den pusteln, das, was jeder gerne meidet. aber wie sagt der rühmkorf so tröstlich : etwas marodes, gedacht für die nacht, noch diesseits des todes zum flimmern gebracht… […]

entertainer

Mittwoch, den 23. Januar 2013

      Ex factis, non ex dictis amici pensandi.        (Titus Livius) er lacht über das was du liebst nun überlegst du                            ob du mitlachst oder ihn tötest mitlachen wäre der übliche weg voltaire wollte mehr: dass wir lernen die freien worte zu ehren wenn alle alles sagen dürfen sollen sind alle worte ein […]

schmeiß und flieg

Sonntag, den 20. Januar 2013

…mal wieder die worte über borte werfen…( ja doch, das is spitze )

Wie über mich.

Freitag, den 18. Januar 2013

Cy.   Wie über mich drübergehn. Sabbern. Mich zwischen meine eigene Haut zu drängen. Als obs von innen fein regnet. Oder sich etwas regt. Wie ein von sich selbst Ablösen. Ich spiele nur mein Empfinden als mein einzigstes Instrument. Verstehe sonst nichts vom Leben. Längst hat mein Berühren eine eigene Sprache gefunden. Wie ich dich […]

ohne ei

Freitag, den 18. Januar 2013

schwant nur dahin auf kurzer zeile keine lange weile in weiß über quanten nicht zeit eine klange linie auf langer gewelle die nicht nach findet und geht weile und lacht und kann nach hause nicht an den wasser kreise klinge wellen in kanten wer in der zeit sich nicht ehrt ist der dukaten nicht friss […]

cleaning my gun

Freitag, den 18. Januar 2013

du bist mir nicht ins aug’ gefallen aber ich dir sogleich in den rücken gesprungen beim rückwärts einworten gott weiss dass du ein grübchen hast das schlapp macht ab und zu wir hatten funken gerissen nein nicht das alte lied mit den zitronenküssen uns’re schreie sind eng beim wasser im mund zusammenlaufen wir sind ganz […]

Hemmungslos nicht heucheln

Montag, den 14. Januar 2013

Ach, wie lang, lang ist´s her, seit Heiner Müller gegangen ist? Gestern war´s! Vor bald zwei Jahrzehnten. Müller war der erste aus der Riege des starken Jahrgangs (1929) der deutschen Literatur. Peter Rühmkorf ging 2008, Christa Wolf 2011. Was bleibt? Mit uns sind Kunert und Enzensberger. Müller, Kempowski, Wolf und Kunert haben keinen Platz in […]

im nein

Montag, den 14. Januar 2013

ein hin und her auf der stelle gepeinigtes herzunterlaufen im kummer des leibes liebeslos abgeworfen schlafunterlaufen im nein trag ich mein verfressenes herz kein huldigungskleid blickloses abendbrot woher genau nimmst du das herzzerreissende deiner stimme herbstprinzen schämen sich in ihren erigierten gesichtern hochschnellend zu tage

hauthunger.

Montag, den 14. Januar 2013

liebe als unscheinbare geste … bis sich nichts mehr berührt…

existenzielle kalkulation

Montag, den 14. Januar 2013

die jahre rauschten vorbei wie straßenbäume auf einer überlandfahrt schneller und schneller segelten die wolken wir hatten uns daran gewöhnt so hätte es ewig weitergehen können nicht neu aber angenehm und schön doch wir hatten lust auf ein abenteuer und aktivierten die nächste dimension und plötzlich dehnen sich wieder die sekunden ich erkenne baumrinde und […]

wilde wie worte

Sonntag, den 13. Januar 2013

worte waren immer da, wie haare auf dem kopf, doch wehe wehe wilde worte, mit kamm und bürste stillgelegt, zopf und kranz und krone, scheitel punkt und aus. heimelich im kirschenbaum, das haar gelöst, die mähne kurz geschüttelt, ins süße fleisch gebissen, kerne gespuckt, von ast zu ast, die sinnlichsten sätze gemacht.

Schreiben als prophetischer und pädagogischer Auftrag

Samstag, den 12. Januar 2013

So zumindest sah es der Dichter Stefan George. Er scharrte Jünger um sich und lebte mit ihnen in einem Haus. Seine Gedichte sah er als den Ausdruck einer neuen Lebensform, als Perfomance, wie wir heute sagen würden, und so war er sich auch nicht zu schade, sie in antiken Gewändern selbst zu rezitieren. Der Kreis […]