Monatsarchiv für Juni 2013

organische erkrankung

Sonntag, den 30. Juni 2013

sowas gibts, aber schade schon, dass die mit der ach so gelenkigen zunge so wenig die stirn, den fuß vor die tür zu setzen, um auge in auge, und zahn für zahn, verliert die gemeinde, an biss.

Für alle Sommerkinder.

Mittwoch, den 26. Juni 2013

Heute las ich in der Zeitung, dass eine Hofdame drei Kleider besitzen und die Kunst beherrschen sollte, sich mit Anstand zu langweilen. Na, das nenn ich mal eine Formulierung! Langweilen kann sich schließlich jeder und jede. Aber mit Anstand – das ist Kunst. Gepflegte Langeweile, affektierte Langeweile, borniert und kokettierend. Der moderne Erziehungsratgeber empfiehlt, Langeweile bei Kindern nicht nur […]

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Samstag, den 22. Juni 2013

Der Mensch ist ein Kuchen, Das Gedicht ist ein Kind. So viele Verse, und die Luft Zum Atmen Wird uns nun nach Jahrhunderten zugemessen 23. Mai Agenda 2010, vorbei. Danach Gedichte, nur noch den Atem, der aus Dem Herzen kommt. Mit dem Licht erwachen die Vögel, Wen vermag es da noch zu halten Im dunklen […]

das wars : also

Freitag, den 21. Juni 2013

eingeschlafen mit blick auf eine gelöcherte decke : grauweiß : kunststoff auch mein schlaf ist künstlich : fein dosiert der cocktail fließt durch den handrücken direkt ins blut : im rachen steckt eine röhre ich bekomme von all dem nichts mit die schwestern umschwärmen die betten wie stewardessen : wo bin ich : zur getakteten […]

!

Montag, den 17. Juni 2013

supermarkt, nachtmittag, schichtwechsel. renate zu karin: an die kasse, süße, ich muss aufs klo. karin zu renate: kannst gehen, aber mach keine überschwemmung. mein bonmot zum abend. kommt immer gut, sich auf kosten anderer zu amüsieren. doch: welch’ leichtigkeit geht von nati und karin aus – auch ein lebensentwurf. kaleidoskope von entwürfen. ein mandala.

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Montag, den 17. Juni 2013

“karin, wenn du sitzt, mach ich mal auf kleine mädchen!” “kannst abflußen, nati. aber mach nich wieder auf hochwasser, ha ha!”

Gegenlicht

Sonntag, den 16. Juni 2013

Wissen Sie, Frau Kleist, die Geschichte geht so: Mit der Kaffetasse in der Hand am Sekretär. Gegenlicht macht Falten. Alt sind wir geworden. Doch schonungslos ehrlich. Das ist jetzt angesagt. En vogue. Labbereien waren gestern. Heute ist Klartext. Und wie sieht Ihr Gegenentwurf aus? Dazu fällt mir eine Weisheit von Ihnen ein, Rapunzel: Es gibt […]

old : timer

Mittwoch, den 12. Juni 2013

so bin ich unter die alten autos gegangen das hintere rad krachte : achsenbruch mensch : dreiundvierzig : das ist doch kein alter für so ‘ne maschine : verschleiß- teile austauschen : weiter geht die fahrt : hinauf : hinab : schneller vollbremsung : wenns doch so einfach wäre : was kaputt ist zu ersetzen […]

Reine Romantik

Donnerstag, den 6. Juni 2013

Rot gelockte Haare hatte die Freundin. Ein Haut wie in Stein gemeißelt. Ging sie mit Hut und stand schweigend im Licht. Als er Jenna davon erzählte. Gin ging mit Jenna in eine Galerie, da hatten sie Bilder im kubistischen Stil und die Wände lagen im Schatten. Draußen war es warm, fast heiß. Gin sagte, sie […]

frühjahr : rochade

Mittwoch, den 5. Juni 2013

in diesem frühjahr bleibt der himmel trübe : die büsche wachsen nicht : der baum bleibt klein die wiese wandelt sich : in einen sumpf die fliegen kriechen lahm am fenster lang : der regen fällt : er fällt und fällt : wir schließen uns in flache hütten ein : die flut springt hoch die […]

Lost and found

Dienstag, den 4. Juni 2013

Zu Gedichten von Snežana Minic Dieses Buch gab mir Snežana in Hamburg in die Hand, nachdem ich im Festsaal des Kunstgewerbemuseums Ithaka-Verse von Miloš Crnjanski in deutscher Übersetzung vorgetragen hatte. Es war ein rührender Moment: die expressiven Texte, die Crnjanski zwischen den Gefechten in Galizischen Wäldern aufgekritzelt hatte, die mit ihm die Odyssee des Krieges […]

die : vögel

Montag, den 3. Juni 2013

kehren nach dem regen auf die bäume zurück : wo haben sie sich vor den tiefliegenden wolken versteckt : die tagelang schwarz über unseren köpfen kreisten : um ihre feuchte fracht abzuladen : die ihnen das mittelmeer aufbürdet : im sommer kennt das wasser keine grenzen : die flüsse verwandeln sich in seen : habe […]