Monatsarchiv für Juli 2015

Vier nach Schnaps und Bier

Donnerstag, den 30. Juli 2015

Im Großen Garten gehen die Geliebten Mit dem Telefon am Ohr ziehn sie Ihre Runden einerlei man spricht Man lacht und geht im Kreis Die verbrannten Kohlenhydrate Zählt das Handy mit wieviel PS das sagen sich die Männer Ingenieure von der nahen Uni Die Frauen fragen sich wie frei Sie sein dürfen ohne gewisse Bisse […]

[schaumgeboren]

Samstag, den 25. Juli 2015

gestern machte vater das tafelsilber bei an- und verkauf zu geld und verschwand mit großvaters alter schreibmaschine mutter weint seitdem ohne unterlass schriftsteller wolle er werden verriet er mir in der tür bis zur straßenecke schaute ich ihm nach wo eine frau in grünem mantel auf ihn wartete und mit küssen empfing ab und zu […]

verfallen

Freitag, den 24. Juli 2015

neulich tauschte ich mein langweiliges leben gegen eine packung kekse im sonderangebot mehr sei es nicht wert sagte die dame an der kasse die mit dem violetten Lippenstift

Bio.Not.

Freitag, den 24. Juli 2015

. x . y : _ , … . ;;;;; W.b.u.b.I.f.I.T. gez. A.Pou.k.e

narziss

Dienstag, den 21. Juli 2015

                                     „crede mihi, verum gaudium est res severa“ (Seneca)   ununterbrochen leidet narziss : kreidet auf der stelle dir ’ne bagatelle an flehst du : hör auf : brüllt er du vieh : das ist die nachtrittgarantie   […]

Heliozentrischer Feuilletonismus

Donnerstag, den 16. Juli 2015

“Was soll aus Europa bloß werden?” fragen dieser Tage viele etablierte Vertreter einer, gemessen an der Anzahl ihrer Wirkungsträger doch sehr rar gesäten, publizistisch aktiven Öffentlichkeit ihre (noch) Millionen an Rezipenten. Das ist oft natürlich rhetorisch gemeint, denn die Frage impliziert zugleich eine, zumeist tendenziöse Bestandsaufnahme: “Was ist eigentlich aus Europa geworden?” und in der […]

Ein Sommer

Donnerstag, den 16. Juli 2015

wie Orthogonaltransformation in den Räumen wohl- verwahrter Kassenschränke

“Foucault” – xy

Montag, den 13. Juli 2015

Mein Hegel ist ein Clochard geworden. Mein Kant bleibt Aufklärer. Mein Nietzsche ist nun das Schwein, das er immer werden wollte. Sei Geist der immer Schwein hat, vor allem Geist. Sei was du bist, ohne Bedauern. Sei was dich zu bedauern beansprucht. Ich war kein Husserl, ich verstehe ihn nicht mal. Ich war kein Deutscher, […]

Versuch einer Geschichte, Geschichte eines Versuches

Sonntag, den 12. Juli 2015

Vorwort: Dieser Geschichte fehlt nicht nur Struktur, sondern auch ein rechtes Ende, denn ihr Anfang hat zugleich ihr Ende zum Thema – und wo ein echter Anfang fehlt, ist ein befriedigendes Ende leider wenig wahrscheinlich. Es ist einer dieser indifferenten Tage Fürgegenlands. Sommer? Nicht-Sommer. Doktor? Nicht-Doktor. Göbeln? Oberlausitz. Der Mediziner vom Berge? Der Alte. Almdudler, […]

Die Philosophie, der Fluss, der aufrecht stehende Körper

Samstag, den 11. Juli 2015

Die Richtung ändert sich mit den Jahren. Möglichkeiten haben sich vereinigt, der Fluss aber behält seinen Namen. An den Ufern bleibt nichts wie es ist, aufrecht stehender Körper – du hast keine Chance gegen das Wasser. Die Richtung wird mit jedem Gedanken neu bestimmt. Aus dem Geflecht der Verbindungen von Wörtern zu Sätzen, von Sätzen […]

windjammer vorbei

Samstag, den 11. Juli 2015

volle ladung : ungeschützt zur rechten zeit : angefeuert mit einer handvoll handfester lügen : halb glaubwürdig um meine nerven zu schonen ich kappe die ankerschnur nicht : hänge an ihr : halte verbindung : sende nicht mal SOS : sondern massiere sie stundenlang : täglich : hat sie keine lust : schüchtern sei sie […]

Sommerzeittraumatmosphäre

Freitag, den 10. Juli 2015

Wolkenzungen schieben sich rasch über einen schmalen Julimond – frische, kühle Nachtluft lässt Bäume geheimsnisvoll raunen; das Spiel eines ersten, ins Wirbeln verliebten Blattes flüstert, verzerrt gespiegelt in den aufgerauht- ächzenden Wassern des Kanals, Herbst zu, surrt Wandel den Himmeln entgegen, und Wind tanzt dunkel-hoch – ums Blatt wird Licht am Horizont.

bächlein des philosophen

Montag, den 6. Juli 2015

manche philosophen haben die erotik einer staumauer von hinten : erhabenes eintöniges grau: durch das nichts dringt außer ein rinnsal : vernünftig reguliert ob trockenheit : ob hochwasser der pegel bleibt gleich : tippt ihn das junge mädchen an : stürzt das monument : ergießt sich die flut

Gedichte

Donnerstag, den 2. Juli 2015

sind verglaste Gebete, Präparate auf dem Objektträger * * * Seltsame Begegnung Dreizehn Jahre und drei Kritiken älter begegnete ich in der Badewanne erneut Mandelstam, Osip Emiljevic. Eigenartig, sagte er, diese Geräusche auf dem Fluss im Frühjahr zweiunddreißig – es blubbert wie Wassermusik wenn Schubert und Mozart sich durch fünf Wasserleitungen hindurch unterhalten. Seltsam, dass […]