Monatsarchiv für Juni 2016

Menschenscheu

Mittwoch, den 29. Juni 2016

Jetzt saß niemand als eine einzelne etwa dreißigjährige Dame darin, die in einem Buche las, aber dabei vor sich hin summte und mit dem Mittelfinger der linken Hand immerfort leicht auf auf das Tischtuch klopfte. Als die jungen Leute sich niedergelassen hatten, wechselte sie den Platz, um ihnen den Rücken zuzuwenden. Sie sei menschenscheu, erklärte […]

Schattenplätze

Sonntag, den 26. Juni 2016

Unter der S-Bahn-Brücke sammeln sich die längst Vergessenen, die Aussortierten, kämpfen im Sommer um einen Platz im Schatten. Trotzig hocken sie auf dem Straßenpflaster, bieten das Bild untröstlichster Verzweiflung und Wiesenblumen an. Manchmal lächelt eine, so beweisend, dass es ihr gut geht, und so taugt sie zur Dokumentation eines realen Beispiels selbstverschuldeten Elends.

Einladung

Dienstag, den 21. Juni 2016

Nachtgedanken

Dienstag, den 14. Juni 2016

Wenn alle Sätze schon gesagt sein sollten, die je die Dichter kunstvoll aufgeschrieben, und wenn das dumpfe Schweigen nur geblieben, schlägt bald der Ungeist seine frechen Volten. Nie wurde braves Ducken dir entgolten, der Widerspruch hat dich recht oft getrieben, er ist die böse, rabenschwarze Sieben. Und wärest doch so gerne unbescholten. Dir fremd und […]

Auf den Dächern

Samstag, den 11. Juni 2016

sitzen Spatzen, lösen sich Ziegel aus Erinnerung. Ich sehe Mutter am Bügelbrett, wie sie den Tag glättet. Draußen bist du Schneekönigin mitten im Frühling, hängt sie Wäsche und alte Regeln an die Leine, die mit den Worten der Nachbarn flattern. Zwischen Unkraut lauern Nacktschnecken und andere Feinde, baust du Schlösser und braust Mittel für tote […]

Stäbchen und Zäpfchen. Fragmente

Samstag, den 11. Juni 2016

(2. Fassung) stäbchen und zäpfchen trafen sich im wald stäbchen war ein hampel mann, zäpfchen wurde laut *** zäpfchen und stäbchen trafen sich im zimmer stäbchen, eine pampel muse, zäpfchen mousse au chocolat *** stäbchen und zäpfchen treffen sich im raum stäbchen ein computer bildschirm – zäpfchens sonnenuntergang

soonenuntergang, reeloaded:

Mittwoch, den 8. Juni 2016

sonne setzen rosé eine drehung der vergangenheit Color in certain places nahm die zukunft aus making the outlines and herrschend structural planes unbeeindruckt seem more energetic versenkte den hoch fahrenden titel Antoni Gaudí ging hinaus und lehrte poesie trennte auf und quirlte ihm rumpel pumpel staub planeten rollen über.

Entfernungen

Dienstag, den 7. Juni 2016

Wieder der Sterbemonat November. Heute beschreibe ich mein Leben ohne dich, Ungereimtes in zwölf Zeilen. Immer die Flucht hinter die Vorhänge der Zeit. Und dieser Ozean verkannter Sätze zwischen uns. Ohne Anlass fällst du mir ein, wie einem Bettelarmen der teure, der unentbehrliche verlorene Groschen.

ankündigung einer reise (ansichtskarte)

Samstag, den 4. Juni 2016

du lebst nicht mehr in dieser stadt neigen dichter zu abschiedsgedichten hast du wort gehalten und bist gegangen zurück bleiben ablagerungen von feinstaub aufgewirbelt und verweht vom fahrtwind vorbeiziehender autos alles sehr theatralisch ein gebinde aus silben stelle ich ins fenster acht silberlinge zahlst du dem zwerg für jeden zauberspruch

Tischgespräche IV

Freitag, den 3. Juni 2016

Mancher wäre gerne seinen Tisch los doch ihm fehlen vier Beine. Er saß lange auf die Platte. Dachte. Buchenholz, exotischer. Das fast zehnjährige Protokoll eines Scheiterns auf der Suche nach dem Feuer war der gefeaturete Affront, der zusammenformte. Danach haengt im alten Klischee der Zopf wie ein Zaunpfahl den Turm herunter. In der Vorhalle vom […]

Swanns weibliche Welt

Donnerstag, den 2. Juni 2016

In Combray eine Treppe & die erste x  Stufe – verbrannte Erde. Nicht Hinterhof, nicht Kreuzberg % xx  wo Milch & Honig fließen. Ich bin Baal oder ein xy  schwarzes Loch. Schwarzer Körper? Meine Ausstrahlung yy  lässt sich nur gequantelt begreifen. Was heißt: weder Quantenchaos noch xxy  Chromosomengeometrie The * has gone but he’s not […]

So hätte es sein können: Ein erfülltes Liebesleben

Mittwoch, den 1. Juni 2016

its only raining because of you. Bis mein Liebesleben sie hinwegfegte. Die Wand des Hauses war weit entfernt, aber ich erkannte die Gestalt, die mir mit einem Arm zuzuwinken schien. Dann verschwand der Arm wieder. Die Fassade zeigte ihre Arabesken und ich ließ mich willig auf das Spiel ein. Ein Mann stand dort. Was tat […]