Von Zeiten und Uhren oder Lateinstunde

An die Blog-Gemeinde:

Nehmt mich auf, auch wenn ich euch bei weitem noch nicht das Wasser reichen kann. Heute im sinnlosen Latein-Unterricht (FREITAGS!!!) fand ich zuerst diese Zeilen und dann euch (war ein Tipp, ich gebs zu). Bin aber nicht an diesen Kommentaren interessiert, die ich erst entschlüsseln muss. Das reicht mir in den leidigen Lateinübersetzungen zu.  (also so was von kleist oder zhenja - das durchsteige ich noch nicht). So, künftig werde ich den Kommentar in das richtige Feld stellen. Ach so, ist das jetzt Satire oder Prosa? Wer kann mir dabei helfen? Nun aber komme ich also zu Potte, wie Frau Dr. Wilken (Latein…) sagt: 

Ich habe ein Problem mit meiner Zeit. Hierbei unterscheide ich zwischen Echtzeit, Traumzeit, vertaner Zeit, genutzte Zeit, schöner Zeit, Unzeit, Schlafenszeit, Kaffeezeit, Lesezeit etc. Ich bewege mich durch die Zeit, laviere, buckle, trete, schiebe, dränge, gleite, tanze, schwebe, haste, eile und sitze. Meine Seele ist frei, habe ich immer behauptet. Das ist eine Lüge, ich scheue mich, der Zeit etwas entgegenzusetzen. Acht Minuten sind verflossen. Ich werde sie totschlagen müssen, die zähe Masse klebt an den Fingern. Ich bestaune auf der Uhr meinen Triumph: Acht Minuten hatte ich zwischenzeitlich ein Problem mit der Zeit. Sie ist gelöscht. In einiger Zeit werde ich ihr nachtrauern, betteln um weitere acht Minuten. Diese Minuten. Sie wird mich fragen was ich denn von ihr wolle: Totschlagen werde ich nicht sagen. Sie wird mir vorwerfen, dass ich sie getreten habe. Noch bevor diese elendigen Worte aus ihrem Mund fließten, werde ich diese zurückdrängen: Jedes einzelne C und a und  r und p und e…. Ich dresch es ihr in ihre graue Fratze: Friss deinen Tag! Sie wird mich umarmen, streicheln, wärmen, umschlingen, einnehmen, hochwerfen und tief fallen lassen auf schneeweißen Daunen. Siehst du, wird sie flüstern, zehn weitere Minuten habe ich dir geschenkt, erkennst du jetzt, was ich für dich bin…

Dieser Beitrag wurde von soundroom am 26. August 2011 um 14:44 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

2 Kommentare »

  1. Liebe/r soundroom, danke für diesen beitrag. ich verbringe stunden mit einem uhrensammler, sei es im prellbock oder in der elsterbar – er, der zum lachen meist in den keller geht, freut sich an diesen namen und wittert ein schwüles stündchen am kanal – als obulus zahlt er gern ein verschwitztes oberhemd, denn die gedanken sind frei.

    Comment by stündchen am kanal — 28. August 2011 @ 18:17

  2. Zur Frage nach den Kommentaren: da haben sich die Gepflogenheiten in den vergangenen Jahren mehrmals geändert, das letzte Mal gestern / heute. Prinzipiell ist jeder Blogger selbst dafür verantwortlich. Erste Erfahrungen sammelt man am besten, wenn nach dem Einloggen “Kommentare” angeklickt wird.

    You’re welcome

    Comment by J.R. — 30. August 2011 @ 14:26

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