gesang dreizehn

die mohntage waren mir die liebsten
wenn der schlaf die wunden bedeckte
und deine lider taumelten durch die nacht
zwei drei kriege lang ging das schon so
oder auch mehr
deine finger ertasteten die durchlässige zeit
und wenn ein hund sie leckte
schmeckten sie nach verrat und tod

sirenen sangen um zu vernichten
die umhertreibenden und getriebenen
schiffbrüchige in geist und seele
ließ sich der held an den mast binden
um zu hören die weisheit von der vergänglichkeit
trieb es ihn heim zu frau sohn und vater
den mächtigen gott des meeres hatte er zum feind
und nur eine steinkäuzin zum schutz

du aber wähltest die gesänge von faltern
ihre flügel streiften haar schultern hals
den du einzogst hinter dem sternum
sahst du der herbst machte kein geschrei
ob des gemetzels
als der held sich den freiern der gattin zu erkennen gab
schwiegen die sirenen wie die götter
trankst du vom mohn
und sangst um die wette mit faltern

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 13. November 2018 um 13:26 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel

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