Morgenrock

Wenn sie verliebt war, krachte es im Gebälk

Die Fürsprecher der Statik, räsonierte sie, wären in sagenhafter Weise brüskiert. Kein Stein blieb. Es stürzte gut. Zigarren rauchte sie, da sie eine Lady war, die gern mit ihm teilte. Die nie vergaß. Von Polyethylen war der Morgenmantel, den vormittags (ein trüber Tag mit wenig Wind und Wolken, eisgrau, wie das von Telefonapparaten) im Kaufhaus zwischen Unter- und Tischwäsche eine Angestellte auswarf, ihr über. Second Hand. Aus Erzählungen wusste sie, er hatte ein Geheimnis. Rauchte Cigar, und weinrot, also bordeaux, leuchtete bei seinem Gehalt sicher auch die Seide, aus der sein Morgenrock gefertigt war. Sein schöner Morgenrock. Nur eine Windung in ihrem Gehirn. Passé simple, Futur libre. Polyethylen runzelt sich und schmilzt unter Ofenhitze, Seide riecht nach Horn, wenn sie verbrennt.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 24. September 2011 um 21:29 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

3 Kommentare »

  1. Man sollte zuerst den Statiker kommen lassen. Bevor man sich an den inneren Umbau, an das innere Wände rausreißen aus Liebe wagt. Ein Morgenmantel hilft da wenig, denn der schützt nur von außen und maximal gegen die Kälte. Nicht gegen das nach Innen Einstürzen. Aus Liebe. Aber möglicherweise ist es ein Gefühl Second Hand. Auswurf deiner blin den Fantasie. Aus dem Dunkel von da drinnen. Da, wo du immer an Wände stößt. Du rauchst Cigar und diskutierst mit deiner oder Deinem Liebsten über einstürzende Wände. An einem Nachmittag. Eisgrau. Kaufhaus, Tischwäsche, Cigar und Morgenrock!

    Comment by Lady — 19. Juli 2012 @ 23:10

  2. Lorenz! Hör auf zu pupsen. Du weißt, dass ich das nicht leiden kann. Sorry. Ich meinte natürlich, das ich dass nicht leiden kann.

    Comment by Lorenz — 19. Juli 2016 @ 22:46

  3. Etwas Linzertorte und Kaffee, bitte.

    Comment by blaue Rauchwolke, Hypnoseversuch — 20. Juli 2017 @ 07:12

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar