hilfloses nichtverstehen ODER können gedichte töten?

(hausmannsantwort)

natürlich nicht es
sei denn der laser
ist extrem empfänglich
für künstlerische inhaltstoffe
dann wäre die wunde ein kompliment
beiderseits (evtl. lyrikmedaillon?)

merke man sieht nur mit den augen gut
das herz ist im wesentlichen zum blut
pumpen da

haltet eure gedichtgedanken sachlich
haltet eure buchstabengefühle geziert
haltet eure ausdrucksahnung extrem hinterm
verständnishorizontzügel
der hyazinthen

(die freilich keine gedichte läsen)

Dieser Beitrag wurde von eisenhans am 25. Januar 2012 um 23:28 Uhr geschrieben.

Genre: Gemütstiefe, Realitätsschatten, Wortmysterien

3 Kommentare »

  1. Beginnender Alterszucker

    Am Tag, als er erfuhr, dass er Alterszucker hatte, wollte seine Tochter Dia-Abend. Der Projektor wurde aufgefahren, die Leinwand hochgestellt. Seine Frau nahm ihm die fettigen Erdnüsse weg und auch den süßen Likör stellte sie in die Schrankwand zurück, vor sich hinschimpfend. Die Tochter sagte, lass ihm doch diese letzten Freuden, Mutter. “Na, dann werden es wohl auch die letzten gewesen sein.” Ach da, das alte Sofa und diese blöde Glühweinpampe von Tante Käthe, die sieht jetzt genauso klaterig aus wie Oma, so richtig plödderig.” Im Badezimmer ist es zu warm. Meinem Hansi wird ganz schlecht. Das Gehirn.

    Comment by frau kleist — 26. Januar 2012 @ 00:16

  2. Biohorn.

    Ich möchte dich

    auf einem kleinen

    Felsplaneten deine

    Zehennägel schneiden

    sehen, du schneidest

    sie, die Hornkorallen, welche

    auf Felsplaneten so

    üppig gedeihen

    mit dem Gedanken,

    diesen Felsplaneten ein

    wenig ästhetischer

    zu machen – äh – gestalten.

    Comment by frau kleist — 26. Januar 2012 @ 00:33

  3. Michelangelo’s letzte Pieta

    mit achtzig setzte der Meister
    zum zweiten Mal Hammer & Meißel
    an eine Pieta : für den Florentiner
    Dom : die Peterskirche hatte er
    als Jüngling bestückt : er wurde
    nicht fertig : überwältigt von der eigenen
    unvollendeten Arbeit : zerschlug er sie
    damit sie fragmentarisch wurde

    Comment by Federico Palatino — 26. Januar 2012 @ 09:32

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