Hut vorm Gesicht

Specktinte auf Karton. Der Hut vorm Gesicht. War mal ein Apfel. Blau-Brokat von C&A weht durch die Turnhalle. Lauwarme Herva rinnt die Speiseröhre hinab. Weich drücken sie sich auf die pinken Spitzenschuhe, die Gummisohlen von dreiundachtzig. Wie ein Schwamm. Wie ein dicklicher, hellgelber Schwamm. Vollgesogen mit Badewasser auf dem seit Wochen filmtrüben Wannenrand. Sie lutscht Vivil ohne Zucker. Ihre Haare hat sie puppenhaft wuschelig auftoupiert. Seine Finger quetschen die Pastille aus dem Staniolpapier in ihre Handfläche. Dazu kleine Flasche Herva aus der Brutbatterie. Ihre Haut ist wie Radiergummi. Schokolade möchte ich essen, Schokolade. In der Stadt gehen sie jetzt zu ihrem Abendtreff. Die Hosenbeine flattern. Kalorienreduziert.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 27. April 2012 um 14:48 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

6 Kommentare »

  1. so, los jetzt kleist – ich brauch mal klartext: wer oder was ist HERVA? warte auf antwort, während ich genüslich mein schokoladeneis aus der familienpackung löffle. von wegen kalorienreduziert – lass krachen babe!

    Comment by rapunzel — 27. April 2012 @ 18:58

  2. liebes rapunzel, so ich mich erinnere, waren sie ja bei harald.

    http://www.tagesspiegel.de/zeitung/herva-mit-mosel/71866.html

    Comment by frau kleist — 27. April 2012 @ 23:26

  3. damit trennt sich mal wieder westjugend von ostjugend. eure “herva” war unsere “vipa”. billig, süß und voll die dröhnung!

    Comment by rapunzel — 28. April 2012 @ 12:04

  4. wie, bitte? rapunzel, sie – ausgerechnet sie sind aus dem osten? ich dachte, ihr haar hängt im hessenwald? bin bestürzt. und möchte mich vielmals für die “dünnen haare” in meiner kritik vom 16. april entschuldigen. manchmal spritzt es eben beim sahne-schlagen.

    Comment by frau kleist — 28. April 2012 @ 12:14

  5. haare, madame kleist, haare sind wie goldstaub. hauch’ es an und es legt sich irgendwo darnieder. und falls sie mit ihrer kritik sagen wollten, dünne haare kämen nur in westlichen wäldern vor, nun, dann schweige ich höflich und denke leise “die schönsten mädchen wachsen -…. in sachsen.”

    Comment by rapunzel — 28. April 2012 @ 15:26

  6. mesdames et messieurs, solch neckisch systemübergreifende haarspaltereien können nur dem frühling geschuldet sein…tirili…

    Comment by fryxell — 28. April 2012 @ 22:51

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