Alternazis Praxis

Wir waren ganz normale Nazis – Teil 3

“Hose hoch! Hinten anstellen!” Ich höre zu, hinter der Wand. Gestern habe ich Geburtstag gefeiert. Das Eis war aufgetaut, die Suppe voller Fliegendreck. Als Lisa sich mit Thomas Dankmann unterhielt. Haben sie über mich gelacht. Ich habe es gehört. Ihre Mutter sagte, das sei Mumpitz, meine Einladung. Was sie bei diesem Idioten solle. Dabei weiß ich, dass sie gern nach B. kommt. Gohlke hat tief gesungen. Er brachte dann Bohnensuppe mit Speck. Die war aus der Dose. In der Wohnheimküche haben wir sie aufgewärmt. Bifi mit der Brille hat Lisa auch angebaggert. Die Gretel mit den Zöpfen blieb dagegen wie immer standhaft. Ihr Vater führt zu Hause Volkstänze auf. Er beobachtet Gretel. Wenn sie die Zöpfe vor den Männern öffnet, kriegt sie eine geklatscht. Dabei studiert sie längst und macht alles mit eins. Mein Schrank wurde heute morgen so schwer, dass er mitsamt der ganzen Tigel und Töpfe einfach umgefallen ist. Auf mein frisch bezogenes Bett. So stramm hatte ich das Laken gezogen. Dass Lisa wenigstens bei mir hätte übernachten können. Doch sie ließ sich mit dem Auto nachhause fahren. Das musste ich. Sonst hätte sie mich für eine Bestie gehalten. Bestie mit Brille und Deichmannschuhen.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 27. November 2012 um 20:17 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

2 Kommentare »

  1. Hitlers Botschaften sind simpel und immer die gleichen:

    Comment by H-bot — 16. Dezember 2016 @ 22:29

  2. Bilanz: 27 Punkte, 6 Kommas, 2 Rufzeichen.

    Comment by Einfache Sätze — 9. Juli 2019 @ 22:12

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