Alles muss Bio sein, alles muss Öko sein: Ziegenkompost

Es ist nachts um drei und mir fällt zu diesem Thema absolut nichts ein. Erschöpft von Kälte und Arbeit, verfluche ich sie beide: die Natur und den Biorhythmus. Der beschert mir schon wieder schwache Texte mit ebenso schwachen Ideen. Mit verheißungsvollen, biokulturigen Über-Schriften, leicht geschlagen, weiß gesahnt und cremig gerührt, mit viel fetter Milch aus dem nahe gelegenen Ziegen-Euter, von der Ziege, die im Sommer die Balkonpflanzen unter ihren Hufen zerreibt und das Blau von den Schlüssenblumen knabbert. Ihr Gemecker ist im ganzen Haus zu hören. Und, warum schreibe ich schon wieder Mist. Ziegenmist, diesmal. Oben fährt jemand den Ziegenkompost und die Ziegengülle rein, damit alles in Zukunft noch besser gedeiht. Es wird immer später, und die Zeilen reden immer mehr davon. Gemecker, ein Geräusch ohne Inhalt. Ich scheuche den Bock aus dem Schlafzimmer und lege mich ins Bett. Damit ihr endlich Ruhe vor mir habt.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 11. Februar 2013 um 01:17 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

7 Kommentare »

  1. die psychatrische praxis fragt: leiden sie unter dem zwang, hier etwas einstellen zu müssen? langeweile kann durchaus kreativ werden. man sollte sie zulassen und nicht “mit schwache Texte mit ebenso schwachen Ideen (sic)” schwächen. langeweile ist blau…

    Comment by rapunzel — 11. Februar 2013 @ 10:18

  2. Ich glaube, das gesamte Universum mitsamt dieses Planeten und seiner lebenden Kreaturen wurde von einigen brillanten Köpfen mit unendlich viel Langeweile geschaffen. Nur so lässt sich das Ergebnis erklären. Die langweiligste Letztbegründung, sozusagen. Die Haare stehen schon zu Berge. Zeit für Frühling und neue Hüte.

    Comment by sozialverträglich — 11. Februar 2013 @ 15:44

  3. nur e i n brillianter kopf, nicht mehrere, schuf in seiner allmächtigen langeweile (auch güte genannt)das universum. amen.

    Comment by rapunzel — 11. Februar 2013 @ 15:56

  4. ach, ein KOPF war’s also?? (keine hand? kein fuß …? – - aber doch hoffentlich nicht der “nischel” vom markt in karl-chemnitz-stadt???)

    Comment by eisenhans — 11. Februar 2013 @ 17:15

  5. “… hör mal, wer da hämmert.” Zirkel und Schere, Hammer und Säge, Sichel und Säbel… ich schneide mir meine 2-dimensionale Welt selber aus.

    Comment by frau kleist — 11. Februar 2013 @ 18:22

  6. gottseidank: der “nischel” hat sie nicht gemacht! hat sich nur eingereiht in den aufmarsch der köpfe, die sie interpretierten und heute noch ihren senf dazu geben wollen (vgl. der schöne precht). lass sie man machen, langeweile ist eben blau…

    Comment by rapunzel — 11. Februar 2013 @ 18:24

  7. blau – da hat der hammer wohl mal kräftig daneben gehauen…

    Comment by frau kleist — 11. Februar 2013 @ 18:25

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar