Emotion heißt Bewegung

Nein. Jetzt haue ich drauf: Es gibt Aschenbecher, die klimpern, halbvolle Gläser, die klirren, Wecker, die wecken, Zigaretten, die brennend vom Tisch hüpfen. Dieser lernt gerade das Zittern. Es ist kurz vor Mist! Ich schreie dir ins Gesicht, ja, du, Professor Doktor in spe, ich weiß, was dich bewegt, aber deine Sache hat mit dem vegetativen Nervensystem zu tun, jedes Tier sondert Gülle ab, und nichts wird das bringen, denn, wie mein alter Chemielehrer, ja, der mit dem bespritzten Kittel, sagte, von Nichts kommt Nichts, weil dir die Synapsen fehlen. Emotion, sage ich, deutlicher und ohne Resonanz, Emotion kommt von lateinisch emovere und das heißt sich bewegen, beweg’ dein Gesäß, steuere meinetwegen mit dem Schwanz gegen, Emotion ist gleich Masse mal Beschleunigung, und weil dir dafür die Synapsen fehlen, kommen wir kein Zentimeterchen voran. Du bist nicht dick, du bist nicht schwer, und ich habe keine Angst vor Nähe. Jede Tier sondert Gülle ab und hat die dafür nötigen Synapsen. Doch bei dir ist jede Absonderung vergebliche Liebesmüh. Du kriegst auf die Glocke und merkst nichts davon. Der Tisch steht still. Im Park ist es ruhig. Die Zigarette glimmt.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 19. Februar 2013 um 13:54 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

1 Kommentar »

  1. Dein Gesicht, der Mund stand offen, die Augen ein ratlos sich rundendes Erstaunen. Salat kam in den Mund herein, wurde von dir dort hineingestopft. Man war halt verliebt, sagtest du, als du ausgekaut hattest. Die Frage war einfach gewesen. Warum all der Zinnober mit den Annoncen.

    Comment by frau kleist — 28. Februar 2013 @ 14:36

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