Zettel für Golem

Es klingt gut. Was Golem da geschrieben hat. Und nimmt mich länger ein als lieb. Das apokalyptische Gemurmel, der kryptische Vers, die krude Vision vom MenschComputer. Selbstläufer. Funktionierendes System. Mystisches Gebräu aus Lehm und sciencefiction.

Golems sind der Sprache nicht mächtig. Wer hat dir das Plättchen unter die Zunge gelegt ?

Doch sein wir vorsichtig. Und gründlich. Im Denken und im Reden. Schließlich befinden wir uns hier abseits vom mainstream.

“Bauartbedingt” weist der Mensch Schwächen auf, wenn man seine kognitive Leistungsfähigkeit mit Computern vergleicht. Gottseidank ! -  ist man verleitet zu rufen, und promt sitzt man in der nächsten Wortfalle, der Dichter als Dauermieter ohnehin. Wer andern eine Grube gräbt.

Wer sich aber ernsthaft mit Kognition als biologischem Phänomen auseinandersetzen will, kann dies ja tun, Maturana und der Baum der Erkenntnis stehen zur Verfügung, u.a.m. Und wer dann noch in der glücklichen Lage ist, den Trost annehmen zu können, der einem entgegenwächst, wenn man die Identität zwischen Erkennen und Handeln nicht mehr leugnet, der scheint doch nahezu erlöst. Zumindest von der Agonie.

Dieser Beitrag wurde von Beke am 25. Juli 2008 um 15:35 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

3 Kommentare »

  1. - Was fehlt uns denn?
    - Eine Frage, keine Frage.
    - Junger Mann, bitte setzen Sie sich doch.
    - Danke.
    (Fragender Blick)
    - Also, ich…
    - Ja ja, verstehe.
    - Aber…
    - Nein. Bitte warten Sie.
    - Aber ich … ich …
    (Pause)
    - … wollte ja nur …
    - Aber ich bitte Sie!
    - Nein, nicht so, ich meine …
    (Fragender Blick)
    - Sie können mir nicht helfen!
    - Ach, Sie meinen…?
    - Ja.
    - Nun, dann kommen Sie doch nächste Woche wieder.

    Comment by Dr. P. Rosa — 29. Juli 2008 @ 13:33

  2. gottseidank – das hätten wir uns schenken können: ich dir, du mir.

    Comment by Erik — 6. August 2008 @ 07:40

  3. EINEM, DER VOR DER TÜR STAND, eines
    Abends:
    ihm
    tat ich mein Wort auf -: zum
    Kielkropf sah ich ihn trotten, zum
    halb-
    schürigen, dem
    im kotigen Stiefel des Kriegknechts
    geborenen Bruder, dem
    mit dem blutigen
    Gottes-
    gemächt, dem
    schilpenden Menschlein.

    Rabbi, knirschte ich, Rabbi
    Löw:

    Diesem
    beschneide das Wort,
    diesem
    schreib das lebendige
    Nichts ins Gemüt,
    diesem
    spreize die zwei
    Krüppelfinger zum heil-
    bringenden Spruch.
    Diesem.

    ……………………………..

    Wirf auch die Abendtür zu, Rabbi.

    ……………………………..

    Reiß die Morgentür auf, Ra- -

    “Abschließend möchte ich einige Beobachtungen mitteilen zu dem Gedicht >Einem, der vor der Tür standetwas Formloses, formlose Masse, EmbryoKnäuel>Meine formlose Masse sahen sie, deine Augen, und in dein Buch wurden sie alle geschrieben, die Tage, (die) geformt würden und (da noch) nicht einer von ihnen (war).

    Comment by Erik Paulson — 9. August 2008 @ 20:44

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar