Nacht in Czernowitz

Eine Nacht in Czernowitz : die archaische Hoffnung

auf Geistesübertragung : Jena ist nicht genug

die östliche Fruchtbarkeit : sie blüht in den Kneipen

in Spielautomaten betäuben mit Muskeln bepackte Arme

ihre Wut auf den Systemwechsel : der wievielte

ist es überhaupt : wer wünscht

die großväterliche k.u.k-Zeit zurück

als alles so märchenhaft geordnet war & die Züge

eine tägliche Verbindung nach Westen herstellten : während die Flüsse

nach Süden entlang der Grenzen liefen : wer

entgrenzt mich in dieser Nacht : in Czernowitz

das von allen guten Geistern verlassen ist : vertrieben

verfolgt : ich höre das Schweigen des Regens

er fällt unterschiedslos : zeitlos

& ohne Erbarmen für die Geschicke der Menschen : ich rutsche

aus auf dem basaltschwarzen Pflaster : ich rutsche nur aus

Dieser Beitrag wurde von Alberto Cahier am 22. August 2008 um 22:00 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

5 Kommentare »

  1. Im Traum sind alle Katzen gleich.

    Comment by Cunrad Lorencer — 23. August 2008 @ 11:46

  2. Czerwontzi – Czerwontzi !!

    Comment by Käptn Huuk — 23. August 2008 @ 13:47

  3. “Dies gilt für jegliche geschichtliche Prozesse, seien es Abläufe in der kollektiven oder in der Lebens-Geschichte, es gilt auch für die Entfaltung der Geschichte des Wissens. Historiker haben mit Recht immer betont, daß sich die Vergangenheit nur aus der Problem-Perspektivität einer Gegenwart thematisieren läßt. (…) Was hier über das Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit ausgeführt worden ist, gilt entsprechend für das Verhältnis von Gegenwart und Zukunft, denn die Zukunft ist nicht etwa, wie es ein lineares Schema des Hintereinander suggeriert, der Gegenwart näher als der Vergangenheit.” (Ulrich Oevermann)

    Comment by Genetischer Strukturalismus und das sozialwissenschaftliche Problem der Erklärung der Entstehung des Neuen — 24. August 2008 @ 00:23

  4. Nachschlag: “Pour écrire en prose, il faut avoir quelque chose à dire; pour écrire en vers, ce n’est pas indispensable.” (Louise Ackermann)

    Comment by femme dandy — 24. August 2008 @ 11:25

  5. “The topological world of myth is not discrete. As we shall attempt to show, when discreteness arises it is the result of an inadequate tranlation into the discrete metalanguages of a non-mythological type.” (Yuri M. Lotman)

    Comment by Logik des Traums — 24. August 2008 @ 18:11

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