Also sprach Brecht (allein)

Ich liebe die Ergebenheit des Sichtens:
erleichtertes Schreiten zum Kommunismus,
geduldige, stille Einkehr in das Gute
des Menschen – an sich, für den Nächsten.
Ich hasse aber, wenn ein Zweifel daran
ausgelöscht wird mit Arbeit und Schweigen
und Tod. Wenn die große Säuberung anjährt,
ziehen sich meine Brauen berührt zusammen -
dass nurmehr Gewissheit im Bezug darauf
bestehen möge, was jene unbestreitbare Grenze,
die Solidarität zu mordenden Systemen ächte, sei.
Welch lauter Einspruch für die Rechte
aller Bürger, frei von Totalitarismus
und jeder vernichtenden Herrschaft,
ist doch heute, auch morgen noch,
fragen zu können, warum gestern so geriet,
gestelzt, bepelzt, verhetzt und ersetzt.
Ihr Verfolgten, ver-zweifelt euch nicht:
liebt, seht, denkt und wisst dem Einfachen
was schwer zu machen ist, nachzuschweben.

Dieser Beitrag wurde von Faron Bebt am 22. Mai 2014 um 06:18 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar