troja

über die gefalteten dächer
wirft der krieg girlanden
ayhan schläft seit tagen
ziehen schillerfalter ins gebirge
liegen tarnnetze über karawansereien
und in den ebenen flugabwehrraketen
ayhan geht im traum
nackt zwischen soldaten
schläft der halbmond
hören die schmetterlinge
flüsternde stimmen in den bergen

drängen truppen
von allen seiten gegen die stadt
auch vom meer
täuschen weiße segel frieden vor
ayhan rudert ihnen entgegen
in simulationen
fällt soldaten das töten leicht
im häuserkampf richten sich die gefalteten dächer
noch einmal auf
später werden die dichter des landes
die schönheit der berge besingen
doch die schillerfalter kehren nicht zurück

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 17. Juni 2014 um 20:42 Uhr geschrieben.

Genre: Wortmysterien

1 Kommentar »

  1. Hab das Gedicht jetzt ein paarmal gelesen und muß gestehen, dass mich die vielen inversiven, teilweise Zeilen ein- und übergreifenden Sinn-Übergänge begeistern.
    Das Ende ist wiederum sehr deutlich und der Kontrast zwischen Gedanken/Gefühlswelten und der Endgültigkeit, mit der sie konfrontiert werden wirkt dadurch sehr stark. Im besten Sinne kathartisch, gerade durch den aktuellen und zugleich archetypischen Bezug.

    Comment by Faron Bebt — 17. Juni 2014 @ 23:26

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar