Ungeheuer Schweigen

Bewahren die Schönheit
des Menschen, der Städte, der Verse.
Wie finde ich mich in die Schuld
der Kriege, des zerstörten Lebens,
des belanglosen Gedichts, des Hauses,
in dem ich die traurigsten Nachmittage,
am Ende mich selbst vergesse.

Dieses Schweigen.
Dieses mundlose Ungeheuer, das unser
Entsetzen verleugnet, jedes verwandelt
in niemals Geschehenes und
selbst unsere Schreie umformt, umlügt
in taubensanftes Säuseln
kindischer Klagen.

Entehrt alle Schönheit,
Landschaften verkrüppelt, die Jahre
der Häuser übertüncht, als sollten sie
die Male verschweigen, die das Verdrängen
bis in die Sparren schlug, ohne Besinnen,
ohne Erbarmen mit uns
des Aufbegehrens Entwöhnten.

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 27. November 2015 um 17:00 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

1 Kommentar »

  1. “Entehrt alle Schönheit”. dieser vorwurf ist berechtigt. wenn ich mir meinen letzten beitrag ankucke: ich weiß, berühmt war der nicht. ästhetik der sprache – fehlanzeige. eher: notdurft des kopfentleerens. es weht halt jetzt ein anderer wind. aber im hauseingang ist es schön warm. der tierische anteil in uns weiß, was uns gut tut. dem ist es egal, ob jemand sich drüber ärgert. wie hieß es hier doch mal so treffend: “man muss nur mal einen tisch mit 4 beinen kneten – und schon hat man den prototyp eines hundes”.

    Comment by samtmilbe — 27. November 2015 @ 20:21

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