Im Glas

Depression gehört zum guten Ton. Ein geschwächter Lebenswille sitzt wie ne Designerbrille. Es glänzt brilliant solange es im Glas sprudelt und auf der dahinteren Wand ein Lichtkreis steht, dieses Kranksein, das wir feiern, dieses verbogene Stück Metall auf einer Frisur. Körperlich Unterwassertiere, Eiklar, Schneegläser, mit Immerwährendkleber befestigte Tränen, Träume aus weißen Flocken, die an die Glasdecke stoßen beim Herumdrehen. Wiegende Nichtigkeiten. Papamobil. Wer steht denn schon freiwilig am Straßenrand und wartet darauf, dass jemand ihm das Evangelium offenbare. Zeremonie, Genreis…

DSCF6217

 

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 15. September 2007 um 23:05 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

1 Kommentar »

  1. Scheinbar sind manche Dinge ewig: 1) Als Hölderlin für verrückt erklärt wurde, wurde er ziemlich sauer. Seitdem ist er eben verrückt. 2] Immerhin, Velimir Chlebnikov starb unter freiem Himmel. Obwohl er so auch nicht näher dran war; 3} im Augenblick des Abschieds.

    Comment by Lebenspraktiker — 16. September 2007 @ 16:15

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar