In the Woods

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Baron Morast, seine Frau und Pageboy gingen im Wald spazieren. Hinter einer Biegung, direkt neben der hohen Fichte und dem plätschernden Bächlein war gerade der rechte Platz für ein ausgedehntes – wofür? Für ein ausgedehntes… verflixt und zugenäht, schimpfte der Baron, der über eine Wurzel gestolpert war und feuchten Dreck auf seinen Lackschuhen entdeckte. Im Stechschritt waren er, seine Frau und Pageboy den Waldweg entlang marschiert, ausgestattet mit dem Begehren, die schöne Natur, in der es von Bäumen nur so dunkelte, zu genießen. Waren sie überhaupt vorangekommen oder schien es nur so, ratterte da unter ihnen womöglich ein Laufband und der Wald war nur die aufgeklebte Tapete in einem Fitnessstudio? Die Scheinheiligkeit des Realen lähmte ihre vormals so sicheren Schritte. Die Art, wie Frau von Morast marschierte, hatte etwas Puppenhaftes. Heini hatte sie möglicherweise vor fünf Minuten aufgezogen. Und mit Pageboy schien noch Ärgeres vor sich gegangen zu sein. Er vibrierte lediglich, ähnlich der Clownsfigur in Heinis Kinderbuch, wenn man es aufklappte und die Figur zum Vorschein kam.

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 11. Juli 2009 um 14:14 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

3 Kommentare »

  1. schlaffe zotte

    worte gibt es : lieber hätte ich sie nie gesagt
    gesagt ist gesagt : aufrüttelnde worte
    nach dreifachem schlaf : dem neues leben
    entspringen könnte : wäre nicht
    die angst : meine angst
    die keine angst vorm leben ist : sondern
    mich zu verlieren : hab mich längst
    verloren : aber das ist nicht wichtig
    dich verliere ich & dich : die reine
    katastrophe : beziehungen gibt es
    affären gibt es : episoden gibt es
    endgültiges gibt es & es gibt
    kein zurück mehr : so scheint
    es heute : morgen ist ein anderer
    tag : ich erkenne dich & ich
    erkenne mich nicht wieder

    Comment by nurio — 11. Juli 2009 @ 15:12

  2. Heimatfilm und Schweißfüße – 2 die zusammengehören.

    Comment by Malente Kurpatienten — 16. Oktober 2016 @ 19:00

  3. In den 50er Jahren haben sich Männer nicht täglich die Füße gewaschen oder die Socken gewechselt. Erst als sie eine Frau fanden, da hat das aufgehört.

    Comment by Malente Kurpatienten — 16. Oktober 2016 @ 19:02

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