Ursache

Unvorsichtig

stieß ich

gegen eine Konstante

und das All

schrumpfte.

Dieser Beitrag wurde von Wassili Busskläff am 15. August 2009 um 12:39 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

15 Kommentare »

  1. Langsam öffne ich die zimtfarbene Schachtel. Süßes, Schweres taucht daraus empor, Gesang im Falsett in lungernde Luft. Süßes, Schweres in meiner Nasenschleimhaut. Drumsticks, kollabierende Saiten. Ich kann ihn hören, ein anderer, der eine Taste schlägt, fern vom soliden Mozart unter Kerzenschein. Nicnic schießt mit seiner Stimme in den Saal und auf mich. Nicnic, mein Nicolas Verve. Süßes, Schweres in meinen Muskelsträngen, hinab in das fleischige Platin-Gehrock-Giro-Konto – das Ersparte, Aufgesparte in den Flügeln, links und rechts, von Tür zu Tür, hinabgeschraubt in das Gewinde meiner weiblichen Leibstruktur. Rotglühende Augen pulsieren, versinken, niemals aufgetaut. Aufgestaut hinter meiner Eisschranktür. Virgina, Bela, Rose is Rose… und ich, die Stalkerin.

    Comment by schulbrot — 16. August 2009 @ 16:11

  2. Ich räuspere mich. Leise nur, denn ich weiß, ich habe nur das Kinderzimmer zur Verfügung, und meine Lautäußerungen müssen sich mit zwölf Quadratmetern zufrieden geben. Da braucht es noch etwas Platz und ich halte mir die Hand vor den Mund. Schule, nein danke, habe ich gerade in mein Aufgabenheft geschrieben. Doch wenn ich meine Hand hebe und die Finger daran abzähle, fühle ich an dem Druck nach hinten gebogener Glieder, wieviele Schuljahre mir noch bevor stehen.

    Comment by shakespeare's sister — 26. August 2009 @ 16:25

  3. Lehrer Brödel hatte meiner Mutter Drohbriefe geschrieben. “Ich heiße nicht Lämpel, merken Sie sich dass, und Ihre Tochter ist eine kleine…” Das Wort das hierauf folgte hätte auch Tony Buddenbrook auf milde weise beschämt, und dass Brödel die Rechtschreibung nur teilweise beherrschte, änderte nichts an der Hierarchie dier – äh – der Dinge.

    Comment by Weltverächter — 26. August 2009 @ 16:29

  4. Irgendwie habe ich Probleme mit der Schule. Da schmiere ich Brote und schicke sie ab, auf dass das Geschmiere nicht die Schulbänke treffe, da sende ich Botschaften umher wie Tinte, die von Schulfingern spritzt. Danklos, und Gedenkenfern. Blaue Kleckse, vom Zufall der Rotation irgendwo aufgeprallt.

    Comment by save before closing — 26. August 2009 @ 16:32

  5. salve, magister.

    Comment by latin's lessons — 26. August 2009 @ 16:55

  6. Ja, aber bitte cum tempore.

    Comment by neunuhrfünfzehn — 26. August 2009 @ 16:58

  7. “My goodness, NicNic. He is NicNic. It’s him, really him.” Louise plapperte ein Englisch, an dem sich niemand stieß, denn ihr Gesicht war fröhlich, immer fröhlich, runde Backen, eckige Lachkanten. Und dennoch schien es mir, als hätten wir immer noch 1983, und sie wäre noch immer 15einhalb Jahre alt. Und ich hätte in meinem Kinderzimmer heimlich ein Leben mit NicNic gebucht, gleich einer Pauschalreise in ein Land, das schön war und postkartengleich, aber eng, und gleichzeitg so unecht in der Farbe, dass ich dunkle Sonnengläser tragen musste. NicNic ist hier, immer noch hier, sobald ich die Augen schließe, ein altes Kinderspiel starte, einen leiernden Reim, ein Mantra. Ich sehe NicNic, ich streite nicht mehr mit Louise um NicNic, denn NicNic ist fern. Ich nehme einen Lappen in die Hand, ein altes Tuch, das mal ein Mädchenslip war, und auf den ich jetzt Fensterreiniger sprühe.

    Comment by louise denkporno — 28. August 2009 @ 12:35

  8. Beim 8. Kommentar musste ich bereits an eine spam-Aktion denken. Hatte jemand

    Comment by achter kommentar — 28. August 2009 @ 13:25

  9. An (***)

    Den Ecken des x
    Riss ich mir
    Das Hirn auf

    Seitdem
    Beobachte ich
    Die Wirkungen

    Comment by Namber Nein — 8. September 2009 @ 06:33

  10. 1983

    Comment by 1983 — 9. September 2009 @ 12:15

  11. Herbst im Vorhof des Winters, ich hatte beschlossen nichts mehr zu essen. Der Grund ist schnell gesagt, aber leider – auch so ein Wort – sagen die Worte nichts beim Versuch, sich darüber zu entleeren. Es lag nicht weit zurück. Sommer, in jenem Jahr zwei Berge mit einem Riesen-Riesen: Tal dazwischen. Im Nachhinein sehen wir alle aus wie Zwerge. Sieben Jahre später, ___ , war es dann soweit, zwei Tode wurden abgewiesen, einer brach sich seine Bahn, Lauf der Dinge auf Erden. Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich den Himmel als weiße Schüssel vor mir, Grenze mit einer Öffnung, Keramik, das die Wasser teilt, Feste zwischen den Welten.

    Comment by 11 — 10. September 2009 @ 06:24

  12. warum hat es fas 12 jahre gebraucht, bis Wassili Busskläff wieder in erscheinung trat?

    Comment by Klitschko-Revival — 3. August 2017 @ 19:44

  13. Na, den Blog gibt es erst seit 2007. Das ehrt mich, dass ihnen die Zeit so viel länger vorkommt.

    Aber zur Sache: Wie möchten Sie die Antwort? In welcher poetischen Form meine ich? Und soll sie ehrlich sein oder schön?

    Comment by Wassili Busskläff — 3. August 2017 @ 20:53

  14. 1. Ich kann nicht rechnen. die 12 habe ich gewählt, da sie ein Schwan ist. ein Schwan mit ner Ente vorne dran. Na, klingelt’s?
    2. Meine Dyskalkulie ist nicht poetisch, nicht schön, aber indem ich sie zugebe, handle ich ehrlich.
    3. Zur Faltenbildung ist sie aber sehr brauchbar: Descartes hätte seine Freude daran gehabt. “Ursache” auf Inskriptionen: Geboren aus dem Sub-Thalamus.
    4. Die 4-Faltigkeit ist mir heilig. Deshalb warte ich jetzt erst einmal ab.

    Comment by Klitschko-Revival — 3. August 2017 @ 21:03

  15. Kapiert. Das war eine rhetorische Frage. Hätte ich von einem Sub-Thalamatiker wie Ihnen nicht erwartet. Aber glauben Sie bloß nicht, dass ich mich auf einen fist bump mit Ihnen einlasse.

    Comment by Wassili Busskläff — 3. August 2017 @ 21:38

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