Ophelia, bleiche Nebel

I
Schwer dröhnt die Milchstraße
Im Schwarz himmlischer Asphalte.
Hoch recken sich die Stengel-
Säulen irdischer Basalte.
Tief unten gurgelt einer seine
Liebe in die Aggregate.
Leichtfüßig läuft die Winterkatze
Von rechts nach links über die Straße.

Die Jagdgesellschaft ist verschwunden
Hinter dem Sternbild Kleiner Hund.
Die Zukunftsorgeln drehen sich
Ohne jeden Grund.
Die Chaosgrillen zirpen nicht,
Wo man sie singen heißt.
Ohnmächtig träumt der Bäckersfrau
Ein Nebel sternenweiß.

Leicht geht ein Wintersturm
Von Ost nach West über den Planeten.
Tief unter allen Felsenkrusten
Schwärt die Liebe der Osseten.
Hoch über zähen Lavaströmen
Gedeihet Frühbeets Kopfsalat.
Schwer hängt eine gequälte Seele
In ihres Herzens Apparat.

II
Ohnmächtig klimmen wir, blinde
Zeiger gen Mitternacht, Mitternacht.
Die ungeborenen Enkel, Enkel
Haben noch nichts falsch gemacht.

III
O Fallada, Ophelia!

Dieser Beitrag wurde von Zhenja am 24. Dezember 2009 um 19:02 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

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