Robinson Crusoe (3)

Schifffahrt nach Plan und Regeln

Wir reden hier nicht über Geld,
Alle segeln in die gleiche Ferne.
Jeder lebt in seiner Welt,
Manche Dinge tu ich gerne, gerne:
Im Ausguck hab ich den weitesten Blick.
Der Kapitän ist ein Meister des Schweigens.
Vor seinem Blick gibt es kein zurück.
Nachts mach ich mir seine Instrumente zu eigen.

Dieser Beitrag wurde von chlebnikov am 29. Januar 2010 um 23:20 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

3 Kommentare »

  1. Wunderschön – man möchte innehalten und für eine Weile nichts mehr schreiben. Was soll nach einem solchen Vers noch gesagt werden? Nur Meister des Schweigens hätte ich lieber als Meister im Schweigen, dem Reim zuliebe …

    Comment by Rainer — 31. Januar 2010 @ 13:22

  2. Das ist meine Nummer zwei. Schwankte lange zwischen eins und zwei hin und her. Die Zeit, in welcher zwei auf Platz eins lag, war insgesamt länger als die Restzeit. Auch die scheinbar dumme Genitivkonstruktion verdient auf den ersten Blick verändert zu werden. Aber ich weiß nicht … meine Erfahrung sagt mir, dass die Verbesserung immer nur dann angebracht ist, wenn ihr Ausgangspunkt wirklich schlecht ist. Anderenfalls ist sie wie eine Operation am offenen Hirn. Und natürlich würde Gottfried B. sich jetzt über das wie mokieren. Es stimmt aber. Letztlich geht der Text dahin, die Reimstruktur zu deformieren. Zerstört wird sie hier ohnehin nicht. Aber die mit im eingekaufte Außen-innen-Metaphorik ist nun erst recht ätzend an einer Stelle wie dieser. Salute, mon ami! Dank für den schönen Kommentar …

    Comment by An Rainer — 31. Januar 2010 @ 23:35

  3. Das Gedicht ist perfekt für Schüler mit RLS! Heute fleizig geübt – mit Erfolg!In welchem derart kurzen und mitsprechbaren Text kommt schon mal die “Schifffahrt” vor? Danke.

    Comment by schulbrot — 2. Februar 2010 @ 23:15

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar