Gedicht über Bäume

Der Blitz kam vom Himmel herab.
Ein Körper flammte auf: Viel später
Wird man diesen Vorgang
Mit dem Widerstand des Einzelnen
Gegen das universale Fließen
In den vorgezeichneten Bahnen seiner Bewegung
Erklären. Nichts ist erklärt. Nichts.

Der Wald stand in Flammen.
Was Beine hatte nahm sie in die
Hand: Heute ist die Bekleidungs-
Industrie ein gutes Stück weiter -
Der Mann im Asbestanzug
Lenkt seine Schritte einfach
In das Feuer, in das Feuer mitten hinein.

Bäume wurden zu Rauch, Rauch wurde zu Nichts.
Nichts füllt den Raum zwischen Sonne und Erde.
Der Staub tanzt im Nichts, wo die Kälte
Froh sein sollte über jeden Pimpf
Makroskopischer Bewegung. Aber die Kälte
Ist nur die Kälte und hat keine Ahnung
Vom ewigen Prinzip, ewigen Prinzip.

Leben ist ewige Bewegung. Ewig die Worte
Beim Sprechen. Ewig auch das Verstummen.
Die Blitze zucken durch ferne Gewitter,
Die Luft strömt unaufhaltsam
In den vorgezeichneten Bahnen des Druckausgleichs,
Zwischen Himmel und Erde nur ewige Bewegung.
Und die Bäume? Die Bäume? Die?

Die Welt der Asbestanzüge gerät nicht mehr
Ohne Weiteres in Brand: Das Zeitalter der
Abgezogenen Felle gehört der Vergangenheit an.
Auch die Zukunft gehört der Vergangenheit an,
Wo alle Winde ruhen. Die 3-K-Hintergrundstrahlung
Beweist, dass das All eine Seele hat; der Mensch
Hat sich aus diesem Gedicht bewusst herausgehalten.

Dieser Beitrag wurde von Zhenja am 11. Februar 2010 um 10:29 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

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