Spaß muss sein

Die nette, gute, stets besorgte Dame Kleist,
die höchstwahrscheinlich Müller oder Lehmann heißt,
ist sehr erbost, wenn wer ihr dumpfes Nest bescheißt,
ihr fehlt nicht nur, was man geläufig nennt den Geist.

Statt Denkerstirn hat sie am Kopfe bloß Frisur,
nichtsdestotrotz ist sie von staatlicher Statur,
die schleppt sie hoffnungsfroh mit Eifer und Bravour,
das liegt so drin in ihrer ganzen Kleist-Natur.

Sie hasst, sie geifert, leidet schwer an Atemnot,
verneigt nach oben sich servil und sehr devot.
Was sie am meisten hasst, das ist die Farbe Rot.
Gehört sich doch, weiß man, als strammer Patriot.

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 18. Dezember 2016 um 06:45 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

4 Kommentare »

  1. Woher wissen Sie das?

    Mir fehlen:
    1. Anstand
    2. Ein Kerl (bzw. ordentlich was zwischen die Beine)
    3. Geld
    4. Warme Füße
    5. Das Testament meiner Eltern
    6. Ich vermute: Außer einer Geburtsurkunde habe ich nichts. Aber immerhin: Mutter UND Vater

    Mit Grüßen: Fr. Müller-Lehmann zu Kleist.

    Comment by frau kleist — 6. Januar 2017 @ 19:04

  2. Ich glaube, wenn ich hier noch mehr solcher Texte lesen muss, fange ich an, rückwärts zu essen.

    Comment by crysantheme — 11. Januar 2017 @ 22:01

  3. nicht nur, sondern auch?

    Comment by Ein anderer Avatar — 29. Oktober 2017 @ 00:22

  4. Das Verblüffende ist, dass all diese kleinen und irgendwie auch alltäglichen Situationen von unserer Amygdala als Lebensbedrohung erkannt werden können. Können, nicht müssen, das ist schon klar, aber wenn sie als solche angesehen werden, ist jede ähnliche zukünftige Situation in den Amygdala-Kreislauf integriert. In der neuen Situation wird diese dann präventiv aktiv und löst den Angriff-oder-Flucht-Mechanismus aus. Aber seien wir einmal ehrlich: Ein Angriff gegen den Chef sollte gut überlegt sein und wird deshalb selten gestartet. Ein Weglaufen vor einer schwierigen Aufgabe kann sich in einem krankheitsbedingten Ausfall äußern: Plötzliche Bauchschmerzen oder eine Übelkeit können hier als Indikator dienen. Vielen bleibt nur die letzte Variante: Man stellt sich tot, lässt die Situation über sich ergehen. Wenn die Situation vorüber ist, kann man zwar aufatmen, weil man sie „überlebt“ hat. Es bleibt aber die Scham über das Nicht-Meistern der Aufgabe.

    Comment by Nicht-Meistern — 1. Dezember 2018 @ 11:17

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