Leben spüren

Leben immer nur Traum,
hin zu den Meeren, den Bergen
im Schnee, zum stillen See
in verschwiegener Landschaft,
in die Ebenen weit.

Hier das Häusergrau,
die Hektik des Straßenverkehrs,
das Pseudodasein im Großraumbüro,
die ehernen Marktgesetze,
seltsam fremd fühlst du dich.

Du trittst neben dich,
begreifst das Irrationale des Heute,
dein ungelebtes Leben, bohrend
der Verdacht, dass die Welt
dir etwas vorenthält.

Du vergräbst dich in die Suche,
ahnst etwas von der Größe und der
Kleinheit des Lebens, grübelst
und kommst zu keinem
Ergebnis.

Erst der Schatten
eines herbstlichen Ahornwalds
belehrt dich, und schmerzhaft
erinnerst du dich der Abendsonne, rot
wie deine Sehnsucht ins Freie.

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 11. Januar 2017 um 09:55 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

5 Kommentare »

  1. Antigone, der Text gefällt mir. Das erkenne ich daran, dass mein Essen bei mir bleiben will. Zeigen Sie es, öfter. Bis zum 31. März fällt noch viel Schnee, nicht nur die Pleiße runter, und wenn Sie noch einiges machen so wie dies hier, so kann ich hoffen, paar fehlende Kilos anzusetzen und eventuell doch noch ein Kind zu bekommen. Texte sind eine sehr körperliche Erfahrung…

    Comment by crysantheme — 11. Januar 2017 @ 22:17

  2. … nur das pseudodasein hinkt ein wenig, also rein rhythmisch, da habe ich mnich dran verschluckt.

    Comment by crysantheme — 11. Januar 2017 @ 22:27

  3. … und zu keinem ergebnis kam ich schon bei den matheklausuren. das geht doch poetischer!

    Comment by crysantheme — 11. Januar 2017 @ 22:28

  4. Hallo Chrysantheme! Was ist denn mit Ihnen passiert? Sie wollen Fett ansetzen? Ein Tipp: McDonalds! Da haben Sie wohl die Funktion von Gedichten nicht ganz verstanden?

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 18:31

  5. Antigone, wollen Sie wirklich behaupten, Gedichte hätten etwas mit ihrer Funktion zu tun?

    Comment by Leser — 14. Januar 2017 @ 10:32

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