Self-help First

Der alte Mann liegt mitten auf dem Weg.
Wie’s aussieht, gut rasiert und situiert.
Was ist dem armen Kerl denn bloß passiert?
Und hat der denn dafür ein Privileg?

Wie peinlich, geht es dir durchs Hinterhirn.
Das tut man einfach nicht. Was denkt der sich?
O Gott, das ist ja fast schon unmenschlich!
Liegt hier herum in seinem feinen Zwirn.

Wenn man schon mal die Erste Hilfe braucht!
Vom Rettungswagen weithin nichts zu sehn.
Wär wohl das Beste jetzt, man würde gehn,
man fühlt sich von dem Anblick bloß geschlaucht.

Blickst noch mal hin und überlegst dann kurz:
Kein Blut. Ein Unfall kommt nicht in Betracht.
Der liegt in tiefem Schlaf! Bis der erwacht!
Entscheidest dich: Tangiert dich keinen Furz.

Ein kurzes Weilchen stehst du noch herum
und tust dann das, was hier noch jeder macht.
Was soll’s, wen kümmert denn die Niedertracht:
Steigst drüberweg und siehst dich nicht mal um.

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 12. Januar 2017 um 06:16 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

13 Kommentare »

  1. Darf ich mal:
    1. First Aid
    2. Self Help at first

    Comment by Tutor — 12. Januar 2017 @ 07:03

  2. Hallo Tutor! Nicht aufgepasst in Englisch? Natürlich kann man es auch so schreiben, aber ich habe mich für die kürzere Variante entschieden. Und dann: Als Titel bitte alles großgeschrieben. Mehr hast du aber nicht zu mosern? Hast du wenigstens begriffen, was ich dem Leser ins Stammbuch schreiben will? Immer hübsch herumlabern. Zu mehr reicht’s wohl nicht?

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 07:49

  3. Es reicht schon… nur die Höflichkeit gebietet es zu schweigen.

    Comment by Tutor — 12. Januar 2017 @ 08:54

  4. Hallo Tutor! Dann bleib mal weiter höflich. Würde mich freuen. Noch mehr aber würde mich freuen, wenn du etwas zum Gedicht geschrieben hättest – ich bin so frei.

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 10:18

  5. (Die)„Qualität/Würde“ des Sterbens (nimmt)ab, so werden die Personen immer jünger und kränklicher; die beiden alten Buddenbrooks sterben in hohem Alter an Altersschwäche, doch Thomas Buddenbrook ist gerade mal 49 Jahre alt und stirbt an einem Zahn. Darüber hinaus werden die Personen immer einsamer und sterben nicht mehr, wie die beiden alten Buddenbrooks, im Kreise der Familie, sondern alleine, ohne von der Familie umgeben zu sein (vgl. Thomas Buddenbrook). Hanno schließlich ist erst 16 Jahre alt und stirbt an Typhus, aufgrund eines Sturzes in einen See.

    (Quelle: Exbook.de)

    Comment by Aufheben! — 12. Januar 2017 @ 11:27

  6. Ja Mädel, wenn du es unbedingt willst und dir mein asiatisches Lächeln partout nicht reicht:
    Ich finde das Gedicht nicht gelungen. Es reiht sich ein in die schier endlose Kette der letzten Gedichte aus deiner Feder. Sie erinnern mich irgendwie an Leserbriefe von selbsternannten Stadtpoeten, die jeden und jede mit ihrer moralisierenden Alltagspoesie “beglücken” wollen. Das wabert alles im gleichen Senf ohne Esprit, ohne Leichtigkeit oder mal ein Geheimnis. Wie dicker Eintopf. Hausmannskost. Altbacken.
    Na, bin ich unhöflich in meiner Kritik geworden?
    Mein Tipp: Weiterlächeln und das Messer hinterm Rücken verstecken!

    Comment by Tutor — 12. Januar 2017 @ 12:45

  7. Tutor, was gleuben Sie, warum ich meinen KOmmentar hier ins Poesiealbum gestellt habe? Man muss der Antigone doch mal einschenken, dass auch sie außer “Rückwärtsessen” von Leninismus, keine neue Platte drauf hat! Der geht es doch 100 Jahre später nicht viel anders als es Th. Mann mit seiner Spätbürgerlichen Dekadenz ging. Man sollte eben schon mal gegessenes nicht noch mal aufwärmen und sich dem Horror vacui stellen. Vllt. kommen da neue Gedanken bei raus – wie Borkenkäfer aus der Rinde. Denn Schädlinge sind nicht für alle schädlich. Und Mann schrieb bekanntlich 25 Jahre später seine “Rede von der Republik” und bekannte sich zur Demokratie. Weiter machen!

    Comment by Aufheben! — 12. Januar 2017 @ 15:43

  8. Hallo Tutor! Na endlich. Und die Hausmannskost ist auch wieder dabei. Was empfindest du als Hausmannskost? Ist es das Thema? Ist es der Kreuzreim zu fünf Hebern? Ist es die Alltagssprache? Aber zum Gedicht hast du trotzdem nichts geschrieben, sondern nur überheblich rumgemäkelt. Kein einziger Hinweis auf eine Stilfigur, auf das sprachliche Moment, auf den Plot des Gedichts – nichts. Wie ernst darf ich dich denn als Lyriker nehmen? Warum zeigst du mir denn nicht mal, wie man Lyrik “zu schreiben hat”? Würde mich freuen, vielleicht kann ich von dir noch was lernen? Vermutlich, wie man Gedicht nicht schreiben sollte.

    Nein, damit kann ich nun leider auch nichts anfangen. Beschimpfen kann ich mich allein.

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 15:57

  9. Leserbriefe? Antigone ist doch keine Papier-Tigerin! Die hat echte Säbelzähne. Los jetzt! Fenster auf! Hurtig Hurtig – Erst 73 Gedichte machen eine Revolution – dann explodiert der Blog, und diese faule Rumeier-Gesellschaft mit ihrem Phlegma und ihrer Gier fliegt in die Luft. In der Leipziger Brockhausstrasse.

    Comment by schwaene werden nicht gegessen — 12. Januar 2017 @ 15:59

  10. Hallo Aufheben! Jetzt haben die Spinner das Wort. Du redest von Thomas Mann und hast bei allem Brimborium vermutlich von Lyrik so viel Ahnung wie der Storch vom Kindermachen. Alles nur Behauptungen, keine Beweise, aber am Himmel der großen Literatur auch mal lecken dürfen, wir sind ja “gebildet”. Ich habe, zu deiner Kenntnis, überhaupt nicht die Absicht, wie Thomas Mann zu schreiben, der Prosaist war. Dass das hier nicht die “große Literatur” ist, weiß ich selbst. Ihr kriegt die Hausmannskost. Wäre aber mal interessant, wenn sich hier jemand mal mit dem Vorgang, den ich in diesem Gedicht erzähle, beschäftigen würde, dann würde sich vermutlich sehr schnell herausstellen, wes Geistes Kind hier so manch einer ist. Und dafür brauche ich nun keinerlei Beweise mehr, ich weiß es bereits.

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 16:09

  11. Vorgang: Heute morgen hat sich jemand noch rasiert, auf der Straße kippt er einfach um. Oder er legt sich freiwillig hin. Das kann man hier als Betrachter nicht beurteilen, weil man erst später dazu gekommen ist. Man neidet ihm das Privileg, sich hinlegen zu dürfen, während man selbst wahrscheinlich mühsam die Plastetüte von Aldi mit der Hausmannskost nach Hause schleppt. Mit diesen Habseligkeiten in der Tüte, hat man auch keine freie Hand, um den Krankenwagen anzurufen. Doch das ist Prosa und geht mich nix an. Ich bin fürs Rezitieren. Das Ding gehört auf die Bühne.

    Comment by frau kleist — 12. Januar 2017 @ 16:19

  12. Liebe Antigone,
    Ich habe schlichtweg keine Lust, Ihre Texte fachlich zu kommentieren. Warum auch? Der Inhalt, nicht die Form macht die Musik. Und der reizt mich bei Ihren Versen nun gar nicht. Handwerk gut. Mmh. Kunst und Handwerk. Verstehen Sie, was ich Ihnen damit sagen will? Es fehlt Ihren Texten an Inspiration. Der Alltag allein ist es nicht. Das hatten wir alles schon mal. Machen Sie doch mal was Neues, jenseits von Mainstream. Deshalb sind Sie doch hier. Und kommen Sie nicht damit um die Ecke, dass man hier Hausmannskost wolle. Das ist Blödsinn. Erstens sind Sie keine Person, die andere bedienen möchte. Zweitens ist die etwas andere Literatur, der Blick auf das Ungewöhnliche mit ungewöhnlichen Mitteln, auf bald jeder Blogseite ersichtlich.

    Und: Ich weise es von mir, Sie beschimpft zu haben. Da sollten Sie doch mal sprachlich korrekt sein. Das liegt Ihnen doch. Das Korrekte. Des Weiteren werde ich Sie mit Schreiberein meinerseits unter diesem Pseudonym enttäuschen. Auf Aufforderung, so plump oder charmant sie sei, schon gar nicht. Oder sind wir hier am Fließband?

    Comment by Kreon — 12. Januar 2017 @ 16:29

  13. Verehrter Kreon, Sie haben uns doch Proben Ihres Könnens geliefert. Ich habe mir jede Kritik daran verkniffen, Ihre Texte waren unter dem Niveau, wo ich mit Kritik anfange. Nur eine Frage: Wo haben Sie eigentlich Literatur studiert?

    Comment by Antigone — 12. Januar 2017 @ 17:08

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