Vom toten Kind

Tote Kinder hat man nicht nur lieb.
Verletzt, verkrümmt durch’s Fehlen
Trübt sich das Bild und darf’s nicht sein.

Ist Lücke mit offenen Rändern,
Schlund und Geschwür,
Ein Wiedergänger; darf’s nicht sein.

Klagemauer, steinern stumm,
So blindlinks einfach fort-
Gegangen – darf’s nicht sein.

Tortur beständig beim Erinnern,
Lächelnd wie ein Messer -
Schmerzhaft-schädlich – darf’s nicht sein.

Und hört nicht auf, macht weiter,
Kommt zurück in Schüben -
Ist ein Duft, ein Hauch und darf’s nicht sein.

Dieser Beitrag wurde von Matthias Rürup am 22. Februar 2017 um 10:57 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

2 Kommentare »

  1. So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist für immer. Für immer und ein Leben…
    So still, dass jeder von uns ahnte, hierfür gibt’s kein Wort, das jemals das Gefühl beschreiben kann. So still, das alle Uhren schwiegen. Die Zeit kam zum Erliegen, so still und so verloren gings du fort.

    So laut, die Stunden nach dem Ausschlag, als es galt, das alles zu erfassen und verstehn.
    So laut, dass alles, was wir dachten, nichts als Leere zu uns brachte.
    So laut und so verloren war es hier, als Stille bei uns wohnte, anstatt dir.

    So still.
    Obwohl ich dich mit jeden Tag vermiss, wo auch immer du gerade bist, du zeigst mir, dass Stille jetzt dein Freund geworden ist.

    (Jupiter Jones)

    Comment by Angetriggert — 22. Februar 2017 @ 20:37

  2. Sie dachte in diesem Moment nicht an einen Rückruf des altmodisch klingenden Mannes. Sie dachte an die Goebbels Kinder. Die Mutter hatte ihnen Blausäurekapseln zwischen die Zähne gelegt und diese zerdrückt. Es waren am Ende schöne und malerische Kinderleichen.

    Comment by crysantheme — 28. Februar 2017 @ 21:03

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