bogaz

wir standen am ufer des bosporus
und blickten hinüber
in das gespiegelte land
dort aßen sie honig und tranken galle
leoparden säumten das ufer
autos hupten und Sirin winkte
einem albatros nach
der schatten seines flügels
streifte ihr gesicht
das wasser sang
und in den wellen verhallten
schüsse aus einem fernen gebirge

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 26. Februar 2017 um 20:21 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel, Realitätsschatten, Trauersymmetrie

2 Kommentare »

  1. Das gespiegelte Land hat mich spontan inspiriert. Ob es eine literarische Antwort ist? Vielleicht nicht. Hier trotzdem:

    Das gespiegelte Land

    ist weicher
    und trägt keine Worte,
    denn das Wasser spült alles fort:
    die Schaukel neben dem Apfelbaum,
    den Garten,
    den Geruch nach Klee.

    Wir lauschen dem Flüstern
    der Wellen,
    dem Rauschen der Tage,
    die durchsichtig schimmern.

    Der Schatten schlägt aus,
    und wir greifen hindurch.

    Bis zum Abend
    schaufeln wir
    Farben
    in unsere Träume.

    Comment by Sigune — 27. Februar 2017 @ 17:31

  2. … und hier neu (Kommentare ändern, geht anscheinend nicht):

    Am Fluss

    Das gespiegelte Land
    ist weicher
    und trägt keine Worte,
    denn das Wasser spült alles fort:
    die Schaukel neben dem Apfelbaum,
    den Garten,
    den Geruch nach Klee.

    Wir lauschen dem Flüstern
    der Wellen,
    dem Rauschen der Tage,
    die durchsichtig schimmern.

    Der Schatten schlägt aus,
    und wir greifen hindurch.

    Bis zum Abend
    gießen wir
    Farben
    in unsere Träume.

    Comment by Sigune — 12. März 2017 @ 08:04

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