Mannigfaltigkeit [3, 3]

Zur gleichen Zeit, als sich in einem Haus mit Garten südlich der Hauptstadt die Runde versammelt, der es bestimmt sein sollte, in Raum und Zeit zum Tisch zu werden, der weitere Wunder ankündigen würde (Esel mit Wasserzeichen zwischen den Augen? Knüppel in Knüppelsäcken?) – es muss aber zu der Zeit gewesen sein, da die Sonne sich mit ihrem Gelb bereits als Ahnung in den entferntesten Zweigen der grünen Bäume eingenistet hatte – liegt Johnny träge unterm Himmel, dessen strahlendes Licht in den Schneeresten neben seinem Rucksack ein schmutziges Gleißen hinterlässt. Keine Ahnung, keine Frage. In der Ferne rotierten die Galaxien in ihren Haufen und hinterließen in den Kopfhörern der Observatorien ein leises Rauschen. Hinterlassenschaft, Schlummern. In den Schlummer hinein mischt sich ein Gesicht – schwer zu bestimmen, woher. Johnny schlummert ein Weilchen. Hitze und Wind, die Haut dampft wie ein Haufen frischer Erde. Nach der Rast setzen sich Johnny und Mickey schweigend in Bewegung. Es ist schon spät. Bis zum Zeltplatz sind es noch einige Kilometer. Am Haus fährt ein Auto vorbei. Der Garten taucht allmählich in abendliches Licht. Sie beschließen, den Text noch einmal zu überarbeiten und in der nächsten Woche endgültig darüber abzustimmen. Es ging um viel. Konsens minus Null. Es ging um alles.

Dieser Beitrag wurde von Zhenja am 4. September 2010 um 21:28 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

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