Offene Zimmer

Tritt näher,

lass mich mein Haus mit dir teilen.
Und sind auch Zweifel und Angst deine Begleiter,
du darfst sie mit hereinbringen,
- sie sind hier nicht fremd.

Ich muss mich entschuldigen,
es ist alles etwas
durchgesessen, die Ideale,
die Zeit, die süßen Versprechen.

Ich kann dir nicht mehr bieten
als den Schrecken und die Lust
dieser offenen Zimmer.

Wenn du magst, tanzen wir hier
Pirouetten um unser Leben,
ein sinnliches Verhängnis
wie Motte und Licht.

Doch zum Abschied

schenke meinen Spiegeln dein Lächeln
und ehe du gehst,
erleichtere mich
um ein paar Einsamkeiten.

Dieser Beitrag wurde von Flo am 15. September 2010 um 16:22 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

3 Kommentare »

  1. Ich schäme mich der herausgerissenen Matrazen, ich schäme mich der Sägespäne, die wie geraspelte kleine Maden durch das Sonnenlicht im Raum tanzen.

    Comment by raspel — 16. September 2010 @ 23:02

  2. Vor dem Haus: Seltsamer Wein, & Mutter hatte immer Angst, dass ich die Viecher mitesse.

    Comment by im seltsamen Wein — 4. Oktober 2017 @ 14:38

  3. Unter dem Wein: das Abdeckgitter zum Kellerfenster. Und Mutter klebte blaue Folie darüber, damit die Viecher nicht reinkommen.

    Comment by tztag: Variante — 4. Oktober 2017 @ 14:40

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