Jahrhundertradio

Da heult ein Zug auf in der Ferne

„Eh bien, mon prince, Genes et Lucques ne sont plus que des apanages, Domänen, de la famille Buonaparte…“

„Et vous, jeune homme?“ redete er ihn an. „Wie fühlen Sie sich jetzt, mon brave?“ / Obwohl Fürst A. noch vor fünf Minuten den Soldaten, die ihn trugen, einige Worte hatte sagen können, schwieg er jetzt und beschränkte sich darauf, N. starr anzusehen. Alles, was N. beschäftigte, erschien ihm in diesem Augenblick so unbedeutend, und sein Heros selber erschien ihm so nichtig mit seiner kleinlichen Eitelkeit und Siegesfreude im Vergleich mit diesem hohen, gerechten und guten Himmel, den er gesehen und verstanden hatte, daß er sich nicht imstande fühlte, seine Frage zu beantworten.

Mit anderen hoffnungslos Verwundeten wurde Fürst Andrej dann der Fürsorge der Einheimischen anvertraut.

Zhenja
Künstlername des aus Südrußland stammenden Dichters Jewgeni Sacharow; hob unter nickname Zhenja 2007 gemeinsam mit Gesche Blume und Viktor Kalinke den literarischen Blog www.inskriptionen.de aus der Taufe. Das seit 2009 verwendete Pseudonym stand dabei zunächst Pate für eine Reihe von Versuchen, sich zugleich die Bild- und Klangsprache des 1922 verstorbenen futuristischen Dichters Viktor Vladimirovic Chlebnikov und die Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen als literarischer Nichtmuttersprache zu eigen zu machen. Zunehmende Vermischung eigener Sprachschöpfungsprozesse mit dem Ideenfundus des russischen Avantgardisten bis zur „non-rem-fusion“. Sacharow lebt und arbeitet seit 2008 als Garderobier und freischaffender Autor in Frankfurt am Main. Projekt der beiden in Deutschland ansässigen russischen Dichter Jewgeni Sacharow und Sascha Perow, „Brüder im Namen“. Jewgeni beschäftigt sich seit 1990 mit Drama in - wie er es nennt - Außenprojekten, ich dagegen (Perow) versuche mich gelegentlich an Übersetzungen aus dem Russischen; mein Ziel: Erschaffung eines neuen Dialekts der Weltpoesie, der „Sternensprache“. Wichtig war für unser Inskriptionen-Doppelleben die Begegnung mit der deutschen Dichterin Hanna Fleiss im Winter 2012 in Berlin.

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