herzen und ammoniten

die berufskrankheiten der dichter ziehen sich zurück
in die städte auf die wiesen
vor den städten die felder
und wälder jenseits des flusses
malt der himmel flugbilder von zugvögeln

fast reimlos
zeichnet mein mund
die konturen deines körpers nach
die linie deiner schulter deines nackens
pulst gegen den morgen

[wir dachten an vergangenes]
lyrisches fleckfieber

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 8. Juli 2017 um 15:35 Uhr geschrieben.

Genre: Rezensionen

8 Kommentare »

  1. Was ist denn hier los? Erst schreibt crysantheme ein Gedicht über den Winter, dann eines über das sterbene Jahr, und jetzt sehen wir Zugvögel, Berufskrankheiten und Ammoniten. Die sind ausgestorben. Tot. Aus. Alles verrottet. Es gibt nur noch Abdrücke. Und ihre versteinerten Schalen. Aber keine Weichteile. Nur noch die Form, die Spirale. Herrje.

    Comment by Ein Kopffüßler — 8. Juli 2017 @ 18:02

  2. Diese Gedichte sind von Weltschmerz infiziert.

    Comment by ein Porzellandoktor — 8. Juli 2017 @ 18:03

  3. Also ich würde das Gedicht “Rot” nennen. Wegen dem Herzen. Oder blau. Wegen Des Herzes. Des Herzens.

    Comment by eine andere Farbelehre — 8. Juli 2017 @ 18:07

  4. Wir sind bereits jenseits des Flusses. Des Flusses, wohl bemerkt. Dadurch klärt er sich von selbst auf, Jenseits, deshalb steht der Text auch in der Kategorie “Rezensionen”.

    Comment by crysantheme — 8. Juli 2017 @ 18:13

  5. Acheron? Styx?

    Comment by Charon, Fährmann — 8. Juli 2017 @ 18:26

  6. Mich deucht, ich hätte da mal ein Gedicht gelesen, das war was mit ner Linie drin, die man gern zeichnen möchte. Wer sich wie ich erinnert – und zwar nicht nur schemenhaft – der stelle doch bitte mal das Gedicht ein!
    Aber dir, Werner, möchte ich sagen, das mir hoffnungsloser Romantikerin das Gedicht allein wegen drei kleiner Wörter gefällt: Mund, Kontur, Linie. Dadurch entstehen sooooo viele Zwischenräume, dass mir ganz schwindelig davon wird…

    Comment by Rapunzel — 8. Juli 2017 @ 18:57

  7. ja, im sommer an schnee denken und im winter an die sommersonne … und als geologe natürlich an die ammoniten, diese kopffüß(l)er mit ihren suturlinien … ein letzter verwandter, nautilus, lebt ja noch … ich werde wohl auch ein gedicht über die belemniten schreiben müssen, trilobiten hatte ich ja schon in einem gedicht drin … das wellengebirge, unterer muschelkalk, gab es auch schon … aus dem liegenden / hangenden grüßt w.

    Comment by werner — 8. Juli 2017 @ 19:26

  8. Kein Gedicht für einen Hypochonder.

    Comment by Eleadora Stein — 10. Juli 2017 @ 21:43

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar