Floris

er entglitt
sich selbst

wie eine
straßenbahn

entgleist.

er zog
an
der zigarette,

die lange
rauchsäule,
blassgelbe
solopartie.

ziegenlederne
handschuhe,

die
gefaltete stirn
zeichnete
linien.

 

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 8. Juli 2017 um 21:44 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel

4 Kommentare »

  1. Das habe ich mal gesehen. Wie eine Straßenbahn entgleiste. So eine alte Tatra. An der Haltestelle Klingerstraße. Da ist hinten der Wagen aus der Schiene gekippt, aber vorn fuhr sie noch ein Stück weiter. Hinten haben die Räder den Schotter aufgewühlt. Das hat ziemlich geraucht. Wie im Gedicht. Erst entgleisen, dann rauchen. Ich bin ja ein logischer Mensch. Wenn man erst rauchen würde, dann würde man dann doch nicht mehr entgleisen.

    Comment by Willi — 9. Juli 2017 @ 19:01

  2. Linien
    falteten
    die Stirn.

    Comment by ganz vorsichtiger Vorschlag — 10. Juli 2017 @ 18:34

  3. nun gut. korrekterweise müsste es heißen, linien zeichneten die stirn. oder falten linierten die stirn? irgendwie ist mir das für meine figur zu gefühlt elegisch. entweder falten, oder linien, aber nicht beides, nicht wahr? eigenartiger weise komme ich beim lesen jedoch wieder drauf zurück, dass gerade dieses etwas kompliziert-verquere, nicht ganz ordentlich differenzierte und schiefe hier passt.

    Comment by crysantheme — 10. Juli 2017 @ 19:38

  4. So ein ganz klein wenig habe ich das Gefühl, dass diese Linien aus Gründen unbedingt in dieses Gedicht hinein sollten, die nicht unbedingt notwendig aus dem Gedicht folgen—-
    Es beginnt so groß, geht groß weiter—-
    Und führt zum Zeichnen von Linien. Das “nicht ganz ordentlich differenzierte und schiefe” wirkt so nicht unbedingt gewollt—-
    Außerdem habe ich nach Handschuhen (das ist jetzt keine Kritik an den Handschuhen, die sind gut) die Assoziation, dass die Struktur des Leders die Linien vorgibt, obwohl sie jetzt vielleicht naturwissenschaftlich nicht exakt ist.
    Warum also nicht mindestens so groß enden wie beginnen?

    Comment by Eleadora Stein — 10. Juli 2017 @ 21:39

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